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Mit dem Hydrofoil schwebt er über die Wellen

Im Ägypten-Urlaub hat Frank Berghoff das Hobby erstmals kennengelernt. Hier schwebt er auf seinem Brett – der Flügel verbirgt sich unter der Wasseroberfläche. Foto: Frank Berghoff
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Im Ägypten-Urlaub hat Frank Berghoff das Hobby erstmals kennengelernt. Hier schwebt er auf seinem Brett – der Flügel verbirgt sich unter der Wasseroberfläche.

Frank Berghoff hat ein ungewöhnliches Hobby im Urlaub entdeckt

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Kitesurfen und Snowkiten kann er schon – deswegen hat sich Optikermeister Frank Berghoff an ein neues Hobby gewagt: das Hydrofoilen. Doch was ist das eigentlich? „Hydrofoilen ist noch kaum bekannt“, erklärt Frank Berghoff, der das Hobby vor zwei Jahren im Urlaub in Ägypten entdeckt hat. Er berichtet von dem ungewöhnlichen Sport.

Frank Berghoff ist auf dem Hydrofoil unterwegs. Der schwarze Flügel ist messerscharf.

Was ist Hydrofoilen?

Das Hydrofoil ist eine Art Surfbrett, das auf einem Keil aufliegt. Dieser mündet in einem Flügel. Hydrodynamik ist dabei das Stichwort, das Berghoff ins Spiel bringt. „Ähnlich einem Flugzeugflügel, bekommt das Brett einen enormen Auftrieb. Man hebt bei wenig Wind schon ab“, erklärt er. Mit dem Board abheben – das bedeutet, Frank Berghoff schwebt regelrecht mit dem Brett über die Wasseroberfläche. Denn nur der Flügel – das „Foil“ – verbleibt im Wasser. Der Keil hält das Board dann aufrecht. Beim Hydrofoilen ist Berghoff mit einem Kite – einem Lenkdrachen – verbunden. Ganz wie beim Kitesurfen.

„Schon mit wenig Wind machen Hydrofoiler richtig Strecke.“

Frank Berghoff

Wie funktioniert Hydrofoilen?

Das Schwierigste am Hydrofoilen ist der Aufstieg. Im Wasser liegend muss Berghoff das Brett zu sich ziehen und mit dem Zug am Kite aufstehen. Balance, Gleichgewicht und ein Gespür für die Bewegung braucht es, um das Board dann aus dem Wasser zu heben und „abzuheben“ – leichte Gewichtsverlagerungen machen das möglich. „Das Brett verliert an Haftung am Wasser“, erklärt Berghoff. Etwa einen halben Meter schwebt er dann über der Wasseroberfläche. „Das ist der perfekte Sport für Rentner. Man fährt über die Wellen und spürt die Schläge nicht. Normales Kitesurfen geht stattdessen enorm in die Knie“, sagt der 58-Jährige.

Wo kann ich hydrofoilen?

„Überall da, wo ich weiter rausfahren kann“, sagt Berghoff. Eine Wassertiefe von etwa 1,60 Meter sei notwendig, um den Flügel nicht an Steinen zu beschädigen und dabei zu stürzen. In Ägypten hätte er oft einen Kilometer weit raus gemusst – anfangs ein Angang, wie er sagt. In Holland oder in Großenbrode vor Fehmarn seien gute Orte, zu hydrofoilen.

Wo kann ich hydrofoilen lernen?

Beigebracht hat sich Frank Berghoff das Hydrofoilen selbst, nach einer Stunde Einzelunterricht in Ägypten. Damals fand er das Hobby zu gefährlich, hat dann aber doch Blut geleckt. Er rät dazu, im Vorfeld einen Kitesurf-Kurs zu besuchen, um die Kontrolle über den Kite zu erlernen.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Der im Wasser liegende Flügel sei messerscharf. „Bei Stürzen muss ich sehen, möglichst weit vom Brett wegzukommen“, sagt Berghoff. Eine Prallschutzweste und ein Helm gehören deshalb zur Ausrüstung, ebenso ein Neoprenanzug, ein Kite und ein Trapez, das den Sportler mit dem Kite verbindet, sowie das entsprechende Hydrofoilboard. Dass das Hobby nicht ganz ungefährlich ist, weiß er. Berghoff hat sich durchaus schon bei Stürzen verletzt. „Man klatscht aus einer Höhe mit großer Geschwindigkeit auf’s Wasser“, erklärt er. Seinen Ehering habe er bei einem dieser Stürze verloren. Einen Tag lang habe er im Roten Meer gelegen. „Meine Frau ist am nächsten Tag danach getaucht – und hat ihn gefunden“, sagt er.

„Die Schwierigkeit ist, die Balance auf dem Brett zu halten, denn ich muss in allen Ebenen balancieren“, sagt er. Wenn das Hydrofoil ins Gleiten gekommen sei, sei es stabil. „Und schon mit wenig Wind machen Hydrofoiler richtig Strecke“, sagt Berghoff. Sei das normale Kitesurfen mit einem „Riesenlärm“ verbunden, wie Berghoff sagt – höre er doch stets den Wind und das rauschende Wasser – herrscht beim Hydrofoilen Stille.

RGA-Serie

Das lesen Sie demnächst in unserer Serie: Wie wird man eigentlich. . . Jäger?

Sie haben auch ein ungewöhnliches Hobby? Schreiben Sie uns:

alexandra.dulinski@rga.de

Hydrofoilen

Olympia: Das Hydrofoilen soll zu einer olympischen Disziplin werden, berichtet Frank Berghoff. „Für Zuschauer ist das megaspannend.“

Kitesurfen: Seit 1997 betreibt Frank Berghoff das Kitesurfen. Im Jahr 2010 hat er beim Kitesurf-Weltcup in Sankt Peter-Ording mitgemacht.

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