Wie wird man...Amateurfunker

Mit dem Funkgerät sind sie von Remscheid aus weltweit vernetzt

Im Untergeschoss seines Hauses in Lennep hat Klaus Luchtenberg alles Geräte für sein Hobby parat. Ob nach Südamerika oder Australien – zu Funkern kann er weltweit Kontakt aufnehmen. Foto: Roland Keusch
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Im Untergeschoss seines Hauses in Lennep hat Klaus Luchtenberg alles Geräte für sein Hobby parat. Ob nach Südamerika oder Australien – zu Funkern kann er weltweit Kontakt aufnehmen.

Klaus Luchtenberg und Roger Witze erklären, wie man Amateurfunker wird

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Klaus Luchtenberg steht im Untergeschoss seines Hauses in Lennep, sechs Funkgeräte stehen vor ihm. Es rauscht, Klaus Luchtenberg dreht an einem Abstimmknopf. Der Ton wird klarer und schließlich sind ganze Gespräche zu hören. Der Amateurfunker beginnt eine Unterhaltung. „Amateurfunk ist ein recht ausgefallenes Hobby“, sagt Roger Witze, Vorsitzender des Remscheider Ortsverbandes des Deutschen Amateur-Radio-Clubs e. V. (Darc). Wie man zu dem Hobby kommt, erklären er und sein Stellvertreter Klaus Luchtenberg.

Wie wird man Amateurfunker?

„Die meisten kommen per Zufall dazu“, sagt Roger Witze. Um überhaupt funken zu dürfen, müssen sich Anfänger bei der Bundesnetzagentur melden und eine entsprechende Prüfung ablegen. Ein Ausbildungskurs, der teilweise auch online stattfindet, bereitet auf die Prüfung vor, mit der Amateurfunker ihre Lizenz erwerben. Mit der E-Lizenz können sie mit 100 Watt Leistung funken, mit der A-Lizenz mit maximal 750 Watt. Technische Kenntnisse, Betriebstechnik und die Gesetzeslage werden im Ausbildungskurs vermittelt.

Was müssen Amateurfunker wissen?

In welchem Frequenzbereich und mit welcher Leistung darf ich überhaupt senden? Wie berechne ich die Länge einer Antenne? Das ist wichtig, um überhaupt vernünftig funken zu können. „Damit die Antenne die Leistung, die das Funkgerät bringt, auch in die Luft bringen kann“, erklärt Witze – als elektromagnetische Wellen. Ein Funkgerät könne noch so gut sein – wenn die Antenne nicht gut funktioniert, kommen die Funker nicht weit. „Eine Antenne, die hier in Lennep gut läuft, kann in Lüttringhausen überhaupt nicht funktionieren“, weiß Luchtenberg. Denn vieles hängt auch von der Umgebung ab. Experimentieren ist die Devise – vieles gehe dann in Fleisch und Blut über.

Stationen, die das Rufen gehört haben.

Wie funke ich dann?

Um zu funken, reicht im Grunde schon ein Handfunkgerät. Mit der Lizenz erhält jeder Funker ein individuelles, personengebundenes Rufzeichen – ähnlich einem Autokennzeichen, das es auch nur einmal gibt. „Jeder hat weltweit ein eigenes Kürzel“, sagt Witze. In Deutschland könne man am Kürzel ablesen, welche Lizenz ein Funker erworben hat. „In der Ausbildung lernt man auch die Länderkürzel. PA steht für die Niederlande, ON für Belgien und SV für Griechenland“, erklären die beiden Funker. Denn funken können sie nicht nur von ihrem Funkgerät bis um die Ecke, sondern weltweit – bis nach Südamerika und Australien. „Nach der Ausbildung sucht man sich eine Spielwiese aus“, sagt Witze. UKW-Betrieb, Kurzwellen-Sprechfunk, Satellitenfunk oder Fernschreiben. „Wer sich nur ein bisschen unterhalten möchte, ist auf UKW mit einem Umkreis von 100 Kilometern bestens untergebracht. Wer mehr möchte, geht auf Kurzwelle. Dann sind Englischkenntnisse empfehlenswert“, sagt Klaus Luchtenberg.

Was dürfen Funker?

„Funkamateure haben die offizielle Genehmigung, elektronische Geräte zu verändern, zu modifizieren, komplett umzubauen und zu nutzen“, sagt Roger Witze. Nur Mitmenschen stören dürfen sie nicht – zum Beispiel so, dass Radio- und Fernsehempfang nicht mehr einwandfrei funktionieren. Deswegen dürfen die Funker ihren zugewiesenen Frequenzbereich nicht verlassen. „Amateurfunk-Frequenzen liegen nah an der Wlan-Frequenz. Man muss sehr vorsichtig sein, damit nicht im halben Ortsteil das Wlan ausfällt“, sagt Witze.

Wo kommen Amateurfunker zum Einsatz?

Das empfangene Spektrum mit digitalem Wasserfall und Signal in Klarschrift..

Weil Amateurfunker Anbindung an diverse Netze haben, können sie den Katastrophenschutz sicherstellen. „Feuerwehr, Polizei und THW haben jeder ihr eigenes Funknetz, weil sie verschiedene Frequenzbereiche nutzen. Wir Amateurfunker können diese Netze überbrücken“, sagt Klaus Luchtenberg.

Hintergrund

Der Ortsverband Remscheid trifft sich – normalerweise – jeden ersten Mittwoch im Monat. Auch Gäste sind willkommen. Kontakt über: https://t1p.de/zs5t.

Informationen zum Thema Funken gibt es auf der Homepage des Darc; www.darc.de/home.

Serie: Demnächst im RGA: Wie wird man eigentlich. . .Segler?

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