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Mit dem Erlös unterstützt Helma Ritscher Schulen

Helma Ritscher verkauft das indische Kunsthandwerk jetzt nicht mehr auf Märkten, sondern in der Vossnackstraße 16. Foto: Roland Keusch
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Helma Ritscher verkauft das indische Kunsthandwerk jetzt nicht mehr auf Märkten, sondern in der Vossnackstraße 16.

Helma Ritscher verkauft indisches Kunsthandwerk von zu Hause aus.

Von Sabine Naber

Remscheid. Als es 1991 so aussah, als würde sich die Remscheider Abteilung der Deutsch-Indischen-Gesellschaft (DIG) auflösen, da fragte man Helma Ritscher, ob sie den Vorsitz übernehmen würde. „Man brauchte damals jemanden, der das Ganze zeitgemäßer aufstellen würde. Ich hatte schon früh Kontakt mit Menschen aus Indien, habe viele Gäste von dort beherbergt“, berichtet sie. Eine Schulfreundin lebt mit einem Inder zusammen. „So sind Freundschaften und ein Bezug zu diesem Land entstanden“, sagt Helma Ritscher.

Sie belebte die DIG mit neuen Ideen, vor allem aber erstmals mit sozialen Projekten. Anlässlich ihrer Silberhochzeit 1985 ist sie mit ihrem Mann zum ersten Mal nach Indien geflogen. „Mein Mann war vom Elend dort schockiert, ich habe Indien so angenommen, wie es ist. Die bettelnden Kinder auf der Straße – das widerstrebte mir, erschütterte mich – wurden zum Wendepunkt in meinem Leben.“

Damals habe sie gewusst, dass sie etwas tun musste. Habe sich vorgenommen, in fünf Jahren wieder dorthin zu reisen und bis dahin eine Schule zu finden, die sie fördern kann. „Das wurde mein Lebensziel.“ Als sie in den Vorstand gewählt wurde, fühlte sie sich bereits seit Jahren mit der „Vivekananda-Schule“ verbunden. Der „Global March 1998“, bei dem die DIG an Remscheider Schulen die Auseinandersetzung mit der unwürdigen Lebenssituation der Dalit, die im indischen Kastensystem ganz unten rangieren, und der mangelnden Bildung ihrer Kinder anboten, habe sie ihrem Ziel nähergebracht.

Noch im gleichen Jahr sei die erste Klassenpartnerschaft zwischen der Sophie-Scholl-Gesamtschule und der „Vivekananda-Schule“ ins Leben gerufen worden. „Auf beiden Seiten begannen die Schüler nun, das Leben und die Kultur des anderen besser zu verstehen“, betont Helma Ritscher. Die ersten Fördergelder wurden für den Anbau eines Klassenraums im Dorf Shivrampur und den Bau des ersten Kindergartens im Dorf Ayer eingesetzt.

Eine Dalit-Projektgruppe des Röntgen-Gymnasiums kam dazu. 2010 sei dann die Remscheid-Schule von Sponsorengeldern in Indien errichtet worden. „Jedes Jahr bin ich nach Indien gereist, um den Fortschritt der Projekte zu überprüfen“, erklärt sie. In ihrem Engagement für Indien hat Helma Ritscher auch regelmäßig auf Weihnachtsmärkten und Stadtfesten indisches Kunsthandwerk zugunsten von Projekten in Indien verkauft.

Helma Ritscher will ihrem sozialen Anliegen gerecht werden

Aus gesundheitlichen Gründen geht das zukünftig nicht mehr. „Ich habe beschlossen, von zu Hause aus meine Waren zu verkaufen, und dabei auch meinem sozialen Anliegen gerecht zu werden.“ Unter einem imposanten Sonnenschirm hat Helma Ritscher auf Tischen im Eingangsbereich ihres Hauses an der Voßnackstraße ihren Verkaufsstand aufgebaut. Dort präsentiert sie Taschen und Seidentücher, Schmuck, Kunsthandwerk wie Schmuckkästchen aus Holz oder Speckstein, oder auch Decken. „Die Leute haben immer gerne bei mir gekauft, weil die Sachen einfach schön sind“, ist sich Helma Ritscher sicher.

Terminvereinbarung können telefonisch ab 13 Uhr unter Tel. 7 07 32 oder per Mail unter h.ritscher@gmx.de getroffen werden.

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