Prozess

Mit 0,05 Gramm Subutex erwischt: Drogenbesitz in der JVA wird härter bestraft

Die Justizvollzugsanstalt Lüttringhausen.
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Die Justizvollzugsanstalt Lüttringhausen.

37-Jähriger wird zu 1050 Euro Geldstrafe verurteilt.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Im April 2019 wird ein Wuppertaler wegen versuchten Betruges zu zwei Monaten Haft verurteilt. Er landet in der JVA Remscheid. Statt die Zeit dort zu nutzen, das Unrecht seiner Tat einzusehen, wird der 37-Jährige erneut strafbar. Unerlaubter Erwerb von Betäubungsmitteln lautete jetzt der Vorwurf im Amtsgericht Remscheid. Urteil: 1050 Euro Geldstrafe.

Am 27. November 2019 stand die Entlassung des Mannes aus der JVA an. Leichtsinnig setzte er diese aufs Spiel, als er am 3. November seiner Sucht nach Betäubungsmitteln nachgab. Er nutzte die Chance, einen Bubble mit 0,05 Gramm Subutex (laut Wikipedia starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide), von einem Mithäftling zu bekommen. Der 37-Jährige hielt den Stoff aber nur kurz in der Hand. Er kam in eine Kontrolle durch die Justizvollzugsangestellten. In der Hoffnung, seine verbotene Tat verbergen zu können, ließ er die Drogen fallen – zu spät.

Im Amtsgericht Remscheid gab der Mann die Tat sofort zu. Nach der Haftentlassung habe er sein Leben geändert. Seit einem dreiviertel Jahr sei er im Substitutionsprogramm, was ihm gut tue. Außerdem habe er wieder Kontakt zu seiner zwölfjährigen Tochter. Und wenn er Glück hat, so der Angeklagte, kann er auch bald eine Arbeitsstelle antreten.

Eine durchaus positive Entwicklung, wie die Richterin bemerkte. Allerdings wogen die gegen den Angeklagten sprechenden Punkte schwer: zwölf Vorstrafen. Seit 2002 war der Mann regelmäßig straffällig geworden. Überwiegend hatte er Diebstähle begangen, war „schwarz“ gefahren und hatte Drogen erworben. „Sie sind auf einem guten Weg“, so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Trotzdem müsste die Strafe spürbar sein. Die JVA sollte drogenfrei gehalten werden. Deshalb würden Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln härter bestraft, als außerhalb der Gefängnismauern. Und tatsächlich sind die 1050 Euro für den Angeklagten eine empfindliche Strafe, da der 37-Jährige von Hartz-IV lebt.

Nach einem Überfall auf einen 58 Jahre alten Remscheider 2019 in dessen Wohnung hat das Amtsgericht Wuppertal eine Frau (25) und zwei Männer (23 und 26 Jahre alt) zu Bewährungsstrafen verurteilt.

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