Wahlkampf

Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) hört den Lennepern gut zu

Ina Scharrenbach nahm sich Zeit und ließ sich viel über Lennep erzählen.
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Ina Scharrenbach nahm sich Zeit und ließ sich viel über Lennep erzählen.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Nach dem Scheitern der DOC-Pläne: CDU-Ratsfraktion führte Ina Scharrenbach durch die Altstadt.

Remscheid. Ina Scharrenbach kam aus Schleiden. Für die vom Juli-Hochwasser gezeichnete Stadt in der Eifel hatte die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung einen Förderbescheid dabei. Das Land gibt Geld für ein Traumazentrum. Verglichen mit dem, was die Menschen dort erlebt haben, sind die Sorgen der Lenneper gering. Und doch wirkt in Remscheids schönstem Stadtteil ein Desaster nach und ist noch lange nicht verarbeitet: Das Aus für das Designer Outlet Center (DOC) war deshalb auch das bestimmende Thema beim Besuch der Ministerin am Freitag in Lennep.

Die CDU-Fraktion im Rat hatte die Ministerin eingeladen. Nachdem ein Kläger das 160 Millionen Euro teure Investment vor Gericht zu Fall gebracht hat, stellt sich freilich die Frage, was denn nun aus der 7,5 Hektar großen Brachfläche in Lennep werden soll. CDU-Fraktionschef Markus Kötter setzt auf ein integriertes Stadtentwicklungskonzept - und dazu auf Fördermittel aus Düsseldorf.

Ina Scharrenbach zeigte sich aufgeschlossen, ließ sich vom zugeparkten Jahnplatz ins baufällige Röntgen-Stadion und von dort an der leergezogenen Grundschule und an zahlreichen Leerständen vorbei in die Lenneper Altstadt lotsen. Geduldig hörte sie zu: jenen, die dem DOC nachtrauern. Jenen, die das nicht tun. Und jenen, die nach dem Fiasko eine Allianz für Lennep schmieden und nach Alternativen suchen wollen. Denn der Investor hat Lennep den Rücken gekehrt, nachdem er in Lennep viel Geld verbrannt hat. Doch die Probleme im Stadtteil sind geblieben.

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Es fehlt an Frequenz, weshalb die Bausubstanz leidet, erklärte Thomas Schmittkamp, Vorsitzender der Händlervereinigung Lennep Offensiv, der Ministerin. Die hörte zu, derweil die ersten Oldtimer der 22. Röntgen-Classic zu den traditionellen Benzingesprächen auf den Alten Markt rollten. Dass Lennep zum Luftkurort werden könnte, soll dazu nicht im Widerspruch stehen. Denn auch die Idee verfolgt die Allianz für Lennep. Vorteil: Im Luftkurort können die Läden länger öffnen.

Es sind die Vereine, die Lennep mit neuen Ideen und im dritten Jahr der Pandemie auch wieder mit Veranstaltungen bereichern wollen. Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins, begleitete Ina Scharrenbach deshalb ebenso auf ihrem Rundgang durch die Altstadt wie Gunther Brockmann, Chef der Lenneper Karnevalsgesellschaft. Schließlich soll es im Herbst 2022 auch wieder ein Weinfest geben. Ina Scharrenbach erhielt prompt eine Einladung dazu.

„Zwölf Millionen Euro sind nach Remscheid geflossen. Aber in der Innenstadt geht es nicht voran.“

Ina Scharrenbach

Am Ende signalisierte die Ministerin den Parteifreunden Unterstützung für ihre Forderung nach einem Stadtentwicklungskonzept. „Machen Sie es groß, denn Sie brauchen es groß“, erklärte Ina Scharrenbach mit Blick auf den Lenneper Altstadtkern: „Da ist viel Entwicklungsbedarf.“

Zugleich, schließlich ist ja auch Wahlkampf, ließ die Bauministerin aus Düsseldorf Kritik an der Stadtspitze in Remscheid erkennen. „2018 sind aus unserem Ministerium zwölf Millionen Euro nach Remscheid geflossen“, hielt sie fest: „7,6 Millionen wurden für die Remscheider Innenstadt bewilligt. Aber es geht dort nicht zügig voran.“ Frisches Geld aus Düsseldorf stellte sie damit zugleich vorerst nicht in Aussicht.

Fraktionssitzung

Für den kommenden Montag bittet die CDU zu einer weiteren öffentlichen Fraktionssitzung. Um 18 Uhr hat sie im Rathaus den Experten für Bau und Stadtentwicklung Dr. Jan Heinisch zu Gast. Weitere Gäste sind herzlich willkommen. Die Sitzung findet im Großen Sitzungssaal statt.

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