Schul-Kooperation

Ministerin Gebauer besucht Bildungslandschaft Lennep

Schulministerin Yvonne Gebauer (Mitte, neben Jens Nettekoven) besuchte am Freitagvormittag Lennep und lauschte zunächst im Forum Hackenberg Musik- und Wortbeiträgen von Schülerinnen und Schülern. Foto: Roland Keusch
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Schulministerin Yvonne Gebauer (Mitte, neben Jens Nettekoven) besuchte am Freitagvormittag Lennep und lauschte zunächst im Forum Hackenberg Musik- und Wortbeiträgen von Schülerinnen und Schülern.

Yvonne Gebauer folgte der Einladung des Landtagsabgeordneten Jens Nettekoven. Sie lobte die Kooperation in Lennep.

Von Stefanie Knupp

Grundschule, Realschule, Hauptschule, Ausbildung, Bundeswehr, Abitur, BWL-Studium – und schließlich Landtagsabgeordneter. Das ist in groben Zügen der Bildungsweg von Jens Nettekoven (CDU). Diese Durchlässigkeit von Schulformen lebt seit fast fünf Jahren das Projekt „Bildungslandschaft Lennep“ – kurz: BiLL – vor. Hier kooperieren die GHS Hackenberg, die Albert-Schweitzer-Realschule und das Röntgen-Gymnasium in verschiedenen Themenfeldern.

Um sich diese besondere Arbeit anzuschauen, war Yvonne Gebauer (FDP) einer Einladung Nettekovens gefolgt. Die Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen konnte sich an zwei Stationen ein Bild von BiLL machen. Seinen Auftakt nahm der Besuch im Forum Hackenberg.

Schülervertreter arbeiten an gemeinsamen Projekten

Dort wurden die Ministerin sowie Vertreter der Schulen und der Politik mit einer Einlage der BiLL-Band begrüßt, einem Musiktrio bestehend aus Schülern der unterschiedlichen Schulformen. Gebauer begann ihre Grußworte mit einem Goethe-Zitat, das besagt, es gebe „kein größeres und wirksameres Mittel zu wechselseitiger Bildung als das Zusammenarbeiten“. Damit beschrieb die Ministerin schon zu Beginn das, was sie in den nächsten zwei Stunden in Lennep zu sehen und zu hören bekommen sollte. 

Schüler stellten im Anschluss die gemeinsame Arbeit der Schülervertretungen (SV) vor, darunter ein Nachhilfenetzwerk, gemeinsame Aktionen zum Thema Nachhaltigkeit und das Projekt „Wir helfen“, bei dem soziale Einrichtungen unterstützt werden. So bieten die Schüler zum Beispiel Handykurse für Senioren an. Am von den Schülern hergerichteten Buffet kam die Ministerin mit ihnen und den Lehrern ins Gespräch.

Ministerin nahm sich Zeit für die Schüler

Zur zweiten Station im Röntgen-Gymnasium ging es mit dem Bus. Die Ministerin fuhr gemeinsam mit einigen Schülern im Shuttle dort hin. In der Mensa war schon alles vorbereitet. Sechs Projekte der Kooperation wurden an Stellwänden vorgestellt. Trotz straffen Zeitplans nahm sich Gebauer Zeit für jede Gruppe, führte mit Schülern und Lehrern angeregte Gespräche. Drei Schüler berichteten von ihrer persönlichen Bildungsbiografie, die sie bis auf das Gymnasium gebracht hat.

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„Es war richtig und wichtig, sich die Bildungslandschaft Lennep anzuschauen“, erklärte Gebauer in ihren abschließenden Worten. Das Prinzip der Durchlässigkeit habe sie durch die Gespräche der letzten Stunde erlebt. „Das ist großartig, was hier geleistet wird“, lobte sie. Man dürfe hier von einer Erfolgsgeschichte sprechen. „Ich würde mich freuen, wenn sich auch andere Schulen in diese Richtung auf den Weg machen.“

Jens Nettekoven, der mit seiner Bildungsbiografie ein gutes Beispiel abgibt, will Schülern Mut machen. „Wenn es mal nach unten geht, geht es auch wieder nach oben“, erklärte er.

Bildungslandschaft Lennep gibt es seit Anfang 2015

HINTERGRUND

MINISTERIN Yvonne Gebauer (53) ist seit 2017 Ministerin für Schule und Bildung in NRW und seit 2012 Mitglied im Landtag.

DURCHLÄSSIGKEIT Der Begriff bezeichnet die Möglichkeit, die Schulform zu wechseln.

BiLL Gemeinsame Projekte sind z.B. die Beratung von Wechslern, Berufswahlorientierung, Unterrichtsvernetzung, Unterrichtsvorhaben wie Spanisch.

Die Bildungslandschaft Lennep wurde Anfang 2015 vertraglich besiegelt. Die Schulleiter GHS Hackenberg, Albert-Schweitzer-Realschule und Röntgen-Gymnasium vereinbarten mit der Kooperation seinerzeit, die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen zu erhöhen, und somit jedem Schüler, den individuellen Bildungsweg zu bieten, der zu einem bestmöglichen Abschluss führt. Seinen Ursprung hatte die BiLL im Spanischunterricht, der auch den Haupt- und Realschülern zugänglich gemacht werden sollte. Außerdem gibt es unter anderem gemeinsame Beratungsangebote für Eltern von Grundschülern.

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