Hauptausschuss

Microsoft 365: CDU verweist auf Solingen

Schüler lernen digital: Die CDU regt an, Microsoft 365 allen Schülern und Lehrern zur Verfügung zu stellen. Symbolfoto: Michael Schütz
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Schüler lernen digital: Die CDU regt an, Microsoft 365 allen Schülern und Lehrern zur Verfügung zu stellen.
  • Andreas Weber
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Stadt sieht sich nicht als der Ansprechpartner, um datenschutzrechtliche Bedenken für den Schulgebrauch zu klären.

Remscheid. Mit Nachdruck setzt sich die CDU für eine Microsoft Office Lizenz beim Lernen in Schulen ein. Alexander Schmidt ist schulpolitischer Sprecher der Christdemokraten und weiß als Gymnasiallehrer am Rögy, wovon er spricht: „Wir benötigen leistungsstarke Cloudlösungen.“ Momentan ruckelt es beim Digitalunterricht an vielen Schulen noch kräftig. In einem zweiseitigen Brief an die Stadtspitze forderten Fraktionssprecher Markus Kötter und Alexander Schmidt die Verwaltung auf, alle Schüler „zeitgemäß auszustatten“. An eine flächendeckende Einführung von Microsoft 365 will die Stadt jedoch aus datenschutzrechtlichen Bedenken nicht ran.

Mit Verweis auf den Landesdatenschutzbeauftragten, heißt es dazu in einer städtischen Stellungnahme, die Donnerstag im Hauptausschuss vorgelegt wurde, „dass ein bundesländerübergreifendes Verfahren zur datenschutzrechtlichen Beurteilung von Microsoft Office 365 stattfindet“. Eine abschließende bundesländerübergreifende Bewertung der Datenschutzbeauftragten in Abstimmung mit Microsoft liege allerdings noch nicht vor. Deshalb nimmt die Stadt vorerst Abstand von einer Einführung.

Dem RGA hatte Schuldezernent Thomas Neuhaus vorab erklärt, dass die Stadt „weder der richtige Adressat bei dieser Frage“ noch „der Bremser in der Angelegenheit“ sei. Entweder die Schulen, die datenschutzrechtlich die Verantwortung tragen, würden für die bei ihnen eingesetzten Produkte, oder das Land müssten grünes Licht geben. Dass die Stadt dabei nicht selber die Initiative ergreift, findet Alexander Schmidt nicht richtig. „Die Stadt Solingen hat ja auch ein eigenes Gutachten zur Rechtssicherheit in Auftrag gegeben. Da haben wir als CDU gedacht: Es geht doch offensichtlich auch auf kommunaler Ebene.“

„Wir sind weder der richtige Adressat noch der Bremser.“

Thomas Neuhaus, Schuldezernent

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz las nicht viel Konstruktives in dem flammenden CDU-Appell für eine Microsoft-365-Einführung. Alexander Schmidt hielt er vor: „Ich dachte erst, das wäre der Brief für Ihren Parteitag, mit dem Sie sich für die Wiederwahl im Vorstand bewerben und der nur versehentlich bei uns im Rathaus gelandet ist.“ Schmidt, dessen Rögy mit „Schul.Cloud“ arbeitet, riet er: „Drei von vier Gymnasien in Remscheid nutzen MS 365 auf eigene Verantwortung. Schlagen Sie doch in ihrem Kollegium vor, es genauso zu machen.“

Insgesamt sind es acht Schulen in Remscheid, die Microsoft 365 nutzen, sich mithin noch in einer „Grauzone“ (Schmidt) bewegen. Das Land NRW wiederum rät zur Nutzung von Logineo als Datenspeicherung, Lernmanagementsystem und Messenger mit integrierter Videokonferenzoption. Der Nachteil des millionenschweren Angebots für die Schulen ist, dass der Start völlig in die Hose ging. Kritiker von Logineo mutmaßen, dass das Land mit der Zustimmung für das für Schulen kostenlose Microsoft 365 nur deshalb so zurückhaltend sei, weil es sich Konkurrenz zu dem vom Ministerium befürworteten Produkt schaffe.

Derweil hat die Stadt aber für ihre Stellungnahme Kosten recherchiert: Die webbasierte Version Office 365 - A1 wäre für Schüler wie Lehrer frei. Inbegriffen sind Outlook, Word, Excel, PowerPoint, One Drive (Speicherplatz auf der Microsoft Cloud), SharePoint (gemeinsamer Online-Speicherplatz), Yammer (Austausch von Lehrern und Schülern) sowie Teams (Videokonferenz). Als Desktopversion mit einem vollumfänglichen Zugriff (Office 365 - A3) wären 2,92 Euro (Schüler) und 3,81 Euro (Lehrer) pro Monat fällig.

Kosten Office 365

Sowohl bei Office 365 A1- wie auch A3 muss die Schule die Ersteinrichtung selbst vornehmen. Ebenfalls müssten eigenständig die Accounts für alle Schüler und die Lehrkräfte angelegt werden, hat die Stadt herausgefunden. Es bestehe kein Support und jede Schule muss einen eigenen Ansprechpartner stellen. Ein Anbieter würde Office 365 A1 für eine einmalige Pauschale für 849, 51 Euro pro Schule einrichten. Dieses Angebot würde einmalig 28 033,83 Euro für alle hiesigen Schulen kosten.

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