Schulentwicklungsplan

KGS Menninghausen wäre im Kolleg-Gebäude gut aufgehoben

In die ehemalige Hauptschul-Dependance Tersteegenstraße könnte die GGS Kremenholl ziehen im Tausch mit dem KKB. Archivfoto: Roland Keusch
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In die ehemalige Hauptschul-Dependance Tersteegenstraße könnte die GGS Kremenholl ziehen im Tausch mit dem KKB.
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Schulentwicklungsplanung trägt Raumknappheit und Sanierungsbedarf an vielen Schulen Rechnung - Verwaltung präsentiert Stand der Dinge im Schulausschuss.

Von Andreas Weber

Remscheid. Raumknappheit und Sanierungsbedarf. Das sind die zwei großen Stichwörter, die in vielen Remscheids Schulen für dringenden Handlungsbedarf sorgen. Im Schulausschuss (20. Januar, 17 Uhr, Aula der AES) wird der Fachdienst Schule auf eine Anfrage der WiR vorstellen, wie die Umsetzung der Schulentwicklungsplanung läuft:

Gymnasien: Spätestens im August 2026, wenn die vier Gymnasien durchgehend neun Jahrgänge haben werden, muss zusätzlicher Raum für Klassen vorhanden sein. Kostenrahmen und Skizzen (sogenannte Studien) für alle Standorte sind erstellt worden. Bei der EMA müssen momentan planungsrechtliche Voraussetzungen geprüft werden, die womöglich zu einer B-Planänderung führen könnten. Die Verwaltung arbeitet sowohl für EMA, GBG, Rögy und Leibniz an einem Durchführungsbeschluss. Im ersten Quartal soll dieser im Schulausschuss und im Rat eingebracht werden. Sobald der Beschluss vorliegt, sollen externe Büros für die Detailplanung sorgen.

Hauptschule Hackenberg: In der Remscheider Schullandschaft pressiert es hier am meisten. Insgesamt 6,8 Millionen Euro sind für Sanierung und Erweiterung eingeplant. Dabei wird der ursprüngliche Plan, mit den 3,2 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz II (KInvFöG) zunächst den Erweiterungsbau zu erstellen, um dann während der Sanierung die Hauptschüler auslagern zu können, hinten angestellt. Weil unklar ist, ob die KInvFöG-Mittel, die nur bis zum 31. Dezember 2023 abgerufen werden können, auch für Erweiterungen genutzt werden dürfen und die Stadt auf ihre wiederholte Anfrage in Düsseldorf keine Antwort erhielt, soll Plan B zum Zuge kommen. Die Sanierung von Fassade, Dämmung, Fenstern, Wänden, Decken, Böden und Elektroarbeiten wird vorgezogen. Dafür muss der Hauptstandort komplett geräumt werden. Die Jahrgänge 7/8 sollten dafür zu der 9/10 an den Teilstandort Wilhelmstraße ziehen, die Stufen 5/6 in die Pavillons am Hauptstandort gesteckt werden. Da sich diese in einem grenzwertigen Zustand befinden, keine sanitären Anlagen besitzen, corona-bedingt nur schlecht gelüftet und keine Abstände eingehalten werden können, sucht das Schulamt nach Alternativen.

Stadt Remscheid plant die Erweiterung der Hauptschule in einem zweiten Schritt

In der Hauptschule Hackenberg (hier: Schulleiterin Elke Simon) lässt sich nur ein Fenster öffnen.

Wahrscheinlich werden während der Sanierung moderne Schulcontainer angemietet und nah am Hauptstandort aufgestellt. Die Erweiterung, mit rund 1000 Quadratmeter veranschlagt und wichtig, weil die Hauptschule eine stabile Anmeldeprognose hat und im Jahrgang 7 zwei weitere Klassen hinzubekommt, würde in einem zweiten Schritt erfolgen. Im städtischen Investitionsplan stünden 3,6 Millionen Euro zur Verfügung, die sonst in die Sanierung geflossen wären. Wann der Umzug der Hauptschüler beginnt, ist offen. Aufgrund der europaweiten Ausschreibung, die die Größe des Sanierungsvolumens bedingt, rechnet Arndt Liesenfeld, Leiter des Fachdienstes Schule, damit, dass es erst gegen Ende 2021 losgehen wird.

Heinrich-Neumann-Schule: An ihren drei Standorten (Gewerbeschulstraße, Engelbertstraße und Kreishaus) platzt die Förderschule angesichts steigender Schülerzahlen aus allen Nähten. Mit der Schule wurde deshalb besprochen, die Standorte Engelbertstraße und Kreishaus aufzugeben. Diese sind zu klein und ohne Entwicklungspotenzial. Weil sich die Schülerschaft stark verändert hat, besteht in der Heinrich-Neumann erhöhter Bedarf an Differenzierungsräumen. Dem soll Rechnung getragen werden am Teilstandort Wilhelmstraße der Hauptschule Hackenberg, wenn deren Sanierung und Erweiterung im/am Hauptgebäude abgeschlossen ist. Für das Kollegium hätte die Wilhelmstraße das Potenzial für ihre Bedürfnisse inklusive OGS ausgebaut zu werden.

Hilda-Heinemann-Schule: In der Förderschule steigt die Schülerzahl stark an, der Platz reicht nicht mehr aus. In Hackenberg besteht die Besonderheit, dass maximal neun Schüler, teilweise mit Rollstühlen in einer Klasse beschult werden. Oft kommen Schulbegleiter hinzu. Nach Gesprächen mit der Hilda-Heinemann wurde erst ein konkreter Bedarfsplan erstellt, dann eine Lösung erarbeitet. Sobald Studie und Kostenrahmen dafür vorliegen, werden diese der Politik vorgestellt.

Grundschulen: Besondere Dringlichkeit besteht bei der GGS Reinshagen, Hackenberg, Walther-Hartmann, Am Stadtpark, Hasten, Dörpfeld, Kremenholl, Daniel-Schürmann sowie der KGS Menninghausen (Schulverbund mit der Julius-Spriestersbach). Für diese Grundschulen wurden Lösungen erarbeitet. Für Kremenholl gibt es die Idee, den Standort Kremenholler Straße gegen den Teilstandort des Berufskollegs Käthe-Kollwitz in der Tersteegenstraße zu tauschen. „Nach erster Einschätzung könnte der Teilstandort des Kollegs in das kleinere Gebäude ziehen. Die GGS hätte dagegen in dem größeren Gebäude ausreichend Platz mit einer auskömmlichen OGS“, meint Liesenfeld. Die Schulleitungen haben ihre Stellungnahmen zum Tausch abgegeben. Nach weiteren Besichtigungen hat Kai Küchemann, KKB-Leiter, eine detaillierte Bedarfsmeldung eingereicht.

„Sie könnte ausgebaut werden und den Innenstadtbedarf zusätzlich abbauen.“
Arndt Liesenfeldt über die Daniel-Schürmann-Grundschule

Remscheids Schulen müssen sich weiterentwickeln: Arndt Liesenfeld (Schulamt).

Not herrscht auch in Menninghausen. Der Hauptstandort der KGS ist feucht und muss saniert werden. Eine erste Schätzung des städtischen Gebäudemanagements geht von 1,2 Millionen Euro Sanierungsbedarf aus. Darüber hinaus besteht erheblicher Raummangel. Seit Jahren spricht die KGS Ablehnungen bei Schulanmeldungen aus. Für die OGS musste auf der gegenüberliegenden Seite ein Raum der Kirche angemeldet werden. Der Standort Palmstraße, gemeinsam von Julius-Spriestersbach und Daniel-Schürmann belegt, besitzt als Innenstadtschule einen „dramatischen Platzbedarf“, betont die Verwaltung. Die OGS Daniel-Schürmann hat eine Quote von 22 Prozent und eine erhebliche Warteliste. Die Stadt sucht für die Standorte Menninghauser- und Palmstraße einen neuen, ausreichenden Standort, in dem eine zukunftsfähige OGS mit Mensa untergebracht werden könnte. Eine Überlegung wäre, das heutige Gebäude des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung in der Stuttgarter Straße dafür zu nehmen, wenn dieses im Sommer 2022 zum Hauptbahnhof zieht. Für die Folgenutzung hat die Stadt vier Alternativen angedacht, von denen die Weiternutzung als Schule eine Option wäre. Käme dies zum Tragen, könnte sich die GGS Daniel-Schürmann an der Palmstraße ausbreiten. „Sie könnte zu einer dreizügigen Grundschule ausgebaut werden und den Innenstadtbedarf zusätzlich abbauen“, findet Arndt Liesenfeld. Möglich wäre dann auch, dass die Daniel-Schürmann ihre niedrige OGS-Quote erhöht und dem Anspruch auf Ganztagsbetreuung gerecht wird. Bei der GGS Am Stadtpark ist die Bergische Uni in Wuppertal in den Umbau einbezogen. Angehende Raumplaner werden Ideen für bauliche Veränderungen im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten mit Plänen und Modellen am 8. Februar vorstellen.

Schulausschuss

Der Schulausschuss tagt am Mittwoch, 20. Januar (17 Uhr), in der Aula der Albert-Einstein-Gesamtschule. Neben dem Sachstand zur Umsetzung der Schulentwicklungsplanung wird es auch um die Sicherheit an Schulen gehen, die Digitalisierung an Schulen sowie die Förderung von dienstlichen Endgeräten für Lehrkräfte an Remscheids Schulen.

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