Meine erste Platte

Mit Freund Stefan entdeckt er die Musik

Christian Wüster kaufte sich seine erste Genesis-CD bei Karstadt in Lennep. Die CD „Nursery Crime“ wurde bereits 1971 veröffentlicht. Foto: Roland Keusch
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Christian Wüster kaufte sich seine erste Genesis-CD bei Karstadt in Lennep. Die CD „Nursery Crime“ wurde bereits 1971 veröffentlicht.

Christian Wüster kaufte als Jugendlicher die erste Genesis-CD.

Von Peter Klohs

Remscheid. Seine ersten Eindrücke von Musik hat Christian Wüster nie vergessen. „Das war eine Spieluhr“, erinnert sich der Vorsitzende des Vereins Lüttringhauser Volksbühne, „die ich auch heute noch zusammen mit einer Kiste voller Kindheitserinnerungen besitze. Wenn man an einer Kordel zog, dann hörte man Musik.“

Erstes ernsthaftes Interesse kam bei Wüster zu Anfang der 2000er-Jahre auf. „Ich habe einen Freund aus Kindertagen“, berichtet der 1984 in Remscheid geborene Wüster, „und der hat mich musikalisch sozialisiert. Wir trafen uns regelmäßig, auch zum Musikhören, und er arbeitete daran, mir einen eigenen Musikgeschmack mitzugeben. Den hatte ich anfangs nämlich nicht.“

Stefan, der Freund, hatte eine umfangreiche Sammlung LPs und CDs, alles zwischen Beethoven und ZZ Top. Und langsam stellte sich heraus, dass Christian Wüster die anspruchsvollere Musik gut gefiel. „Stefan hat mich da langsam rangeführt. Wir haben viel Queen gehört, auch David Bowie. Und irgendwann fand ich den Progressiven Rock toll. Und vor allem die Band Genesis. Mir war von Anfang an völlig klar, dass ich eine Band entdeckte, deren letztes offizielles Album mit Phil Collins („We can’t dance“) aus dem Jahr 1991 stammte und ich nun Musiker toll fand, die seit 10 Jahren kein Album mehr veröffentlicht hatten.“

Die CD „Nursery Crime“, von Genesis 1971 veröffentlicht, kaufte sich der frischgebackene Prog-Rock-Liebhaber selbst. „Bei Karstadt in Lennep“, weiß er noch. Die komplexen Kompositionen, teils über 10 Minuten lang, schreckten ihn nicht ab, im Gegenteil. „Und da ich Genesis quasi entdeckt habe, als es die Band so schon gar nicht mehr gab, fiel es mir recht leicht, den Weg vom Prog Rock zur Popmusik, den die Band dann nach den Ausscheiden von Peter Gabriel einschlug, mitzugehen.“

Auch der ehemalige Genesis-Gitarrist Steve Hackett war maßgeblich am progressiven Musikanteil der Band beteiligt. „Der hat dann später die alten Sachen der Band unter dem Namen ‚Genesis Revisited’ auch live gespielt und so in die moderne Zeit geholt. Eine feine Sache, auch für die Fans.“ 2007 hat er Genesis in Düsseldorf live gesehen. „Tolle Sache“, erinnert Wüster sich. „Da konnte Phil Collins auch noch Schlagzeug spielen. Es ist für 2022 oder 2023 sogar eine neue Tour angekündigt. Aber ob ich mir das antue, kann ich noch nicht sagen. Eher nein.“

Ob er bei seinem allerersten Livekonzert Peter Gabriel oder Marillion gehört hat, weiß der Dramatiker heute nicht mehr genau. „Aber einer von beiden sicher.“ Im Laufe der Jahre hat sich Wüsters Musikgeschmack erweitert. „Ich bin toleranter geworden“, erkennt er. „Zu verkopfte Musik sagt mit nicht viel, ich brauche Melodie, die Musik soll mich ja berühren, und das macht zumeist die Melodie.“ Also alles zwischen Bach und Iron Maiden? „Im Prinzip ja“, sagt Christin Wüster und schränkt es dann doch etwas ein. „Extreme Positionen schrecken mich ab“, berichtet er und gibt zwei Beispiele. „Ich kann die politischen Botschaften der ‚Böhse Onkelz’ nicht ertragen, aber das gilt auch für das andere politische Spektrum, Stichwort ‚Die toten Hosen’. Und dann gibt es da ein Schlager-Duo, das aus zwei alten Männern besteht und aktuell wohl sehr beliebt ist. Also was das soll, erschließt sich mir nicht.“

Martialische Töne schrecken ihn nicht ab

Ansonsten schreckt Wüster nicht viel an Musik ab. Kein Punk („Zuweilen sehr amüsant“), auch kein Death Metal („Tut doch keinem weh“). Selbst so martialischen Tönen, wie denen von Rammstein, kann er mit Gewinn lauschen. „Die können auch anders“, findet Wüster. „Hör dir mal ‚Ohne dich’ an.“

CDs kauft sich der Remscheider nach wie vor, vor allem deswegen, weil er die Musiker unterstützen möchte. Stefan ist immer noch sein Freund. Zum gemeinsamen Musikhören treffen sie sich kaum noch. „Aber zusammen mit Stefan ein Konzert besuchen, kann ich mir schon vorstellen. Doch, doch.“

Hintergrund

Nach seinen Top 3 Bands befragt, gibt Christian Wüster sehr schnell Auskunft: „Genesis, Marillion, Queen. In dieser Reihenfolge.“ Von diesen drei Bands besitzt er alle offiziellen CDs. „Und ein paar andere“, sagt er. Nach einem Geheimtipp gefragt, überlegt er lange. Dann fällt ihm der britische Singer-Songwriter Tom Odell ein. „Aber eigentlich ist der zu bekannt“, weiß Wüster. „Den kennt doch mittlerweile jeder.“ Das bringt mich ins Grübeln. Ich dachte, ich kenne mich einigermaßen aus. Odell? Nie gehört.

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