Meine erste Platte

Kantor ist ein Fan von Queen und Heavy Metal

Johannes Geßner ist Kirchenmusiker der evangelischen Stadtkirche in Lennep. Als Jugendlicher entdeckte er das Album „Jazz“ von Queen auf Kassette und war begeistert. Aber auch Heavy Metal ist ihm nicht fremd. Foto: Roland Keusch
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Johannes Geßner ist Kirchenmusiker der evangelischen Stadtkirche in Lennep. Als Jugendlicher entdeckte er das Album „Jazz“ von Queen auf Kassette und war begeistert. Aber auch Heavy Metal ist ihm nicht fremd.

Kirchenmusiker Johannes Geßner kommt aus einem klassisch geprägten Elternhaus – Heute studiert er Pop-Musik in Rotterdam

Von Peter Klohs

Remscheid. Das Gespräch mit Johannes Geßner, dem Kantor der evangelischen Stadtkirche in Lennep, war geprägt von tiefem musikalischen Verständnis und einigen Überraschungen. Aber der Reihe nach. Wir treffen uns im Gemeindehaus an der Hardtstraße. Und sogleich sorgt Johannes Geßner für die erste Überraschung: „Mein erste Platte war eine Kassette.“

Man muss den sozialen Hintergrund kennen, um die Wahl von Geßners erster, nun ja, Kassette, als weitere Überraschung zu verstehen. Denn der 1983 in Marburg an der Lahn geborene Kirchenmusiker wuchs in einem klassisch geprägten Haushalt auf. „Die Eltern hörten ausschließlich klassische Musik“, erinnert er sich. „Außerdem spielte meine Mutter die großen Komponisten auf dem Klavier: Bach, Mendelssohn, Beethoven. Vieles von dieser Musik habe ich dann Jahre später, als ich selbst Musiker geworden war, wieder gehört und zum Teil auch selbst gespielt. Aber schon als Kind haben mir viele der klassischen Stücke gefallen.“

Auf dem Flohmarkt eine Kassette von Queen gekauft

Alleine deshalb sollte man als erste Platte Geßners vielleicht Mozarts Zauberflöte erwarten, oder die Neunte von Beethoven. Weit gefehlt. „Meine erste Kassette war das Album ‚Jazz’ von der Gruppe Queen. Ich fand sie auf einem Flohmarkt, und ich muss zugeben, dass es eher Zufall war, der mich zu dieser Kassette greifen ließ. Ich hatte von der Musik darauf keine Ahnung. Und überhaupt keinen Schimmer, wie gut diese Musik war.“

Der heutige Kreiskantor des Kirchenkreises Lennep wurde also zufällig zum großen Queen-Fan. Wir fachsimpeln über Queen und über die verschiedenen Stile in ihrer Musik, über den Folk in 39, den Jazz in Seaside Rendezvous, den Prog-Rock in The Prophet’s Song, über Bohamian Rhapsody und Somebody to love.

Johannes Geßner, der selber komponiert, hat die erste Güte der Queen-Kompositionen schnell erkannt. „Queen waren meine erste Begegnung mit Pop-Musik“, weiß Geßner. „Und heute studiere ich das in Rotterdam.“ Live gesehen hat er das Quartett aus England nie. „Dazu war ich zu jung“, bedauert er. Allerdings schien in seinen ersten Kompositionen ein Geist, der bei Freddie Mercury durchaus für ein anerkennendes Lächeln gesorgt hätte. „Die waren schon stark Queen geprägt“, verrät der Kantor.

Die nächste Überraschung steht mir bevor. „Ich bin bekennender Heavy-Metal-Fan“, sagt Geßner und lächelt. „Ich war auch schon beim Festival in Wacken. Die Musik war klasse, aber wir waren auf ein Festival schlecht vorbereitet. Heute würde ich das besser machen.“

Als Headbanger kann man ihn sich wirklich nur sehr schwer vorstellen. Aber tatsächlich hört Johannes Geßner sehr gerne die finnischen Symphonik-Metaller von Stratovarius, die schwedische Power-Metal Band Falconer und die zwischen Feingeist und brachialem Prog-Metal pendelnden Symphony X. „Iron Maiden kann ich auch gut ab“ schmunzelt Geßner.

„Ich konnte mich schon immer gut auf andere Musik einlassen, ich war immer neugierig.“ So ist seine MP3-Playlist gespickt mit den unterschiedlichsten Tönen: Da gibt es Domenico Scarlatti und Queen, völlig abgedrehte Klänge von der deutschen Jazz-Metal Band Panzerballett und Modern Jazz. Schlager sucht man in der Liste vergeblich. „Das ist mir viel zu vorhersehbar“, gesteht Geßner. Aber Panzerballett ist dies nicht, weshalb der Kantor diese Band auch als Geheimtipp bezeichnet.

Bereut er musikalisch etwas? „Ja“, kommt es schnell, „ich spiele selbst so viele verschiedene Töne. Aber Tanzen gelernt habe ich nie.“

Hintergrund

Auf der Platte „Jazz“ von Queen sind einige Hits, wie das fetzige Bicycle Race und der Liebling vieler Queen-Fans: Don’t stop me now. Aber auch das jazzige Dreamers Ball und das skurrile Mustapha sind Bestandteil des siebten Studioalbums des britischen Quartetts, das 1978 erschien.

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