Hilfsprogramm der Landesregierung

Im Rathaus wurden mehr als 100 000 Euro Soforthilfe ausgezahlt

Mitarbeiter der Stadtkasse zahlten das Hilfsgeld direkt an die Antragsteller aus. Insgesamt mehr als 100 000 Euro. Foto: Roland Keusch
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Mitarbeiter der Stadtkasse zahlten das Hilfsgeld direkt an die Antragsteller aus. Insgesamt mehr als 100 000 Euro.

Finanzielle Unterstützung für die Hochwasser-Opfer.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Nach der praktischen Hilfe beim Aufräumen und den Sachspenden kommt nun auch die finanzielle Hilfe für die Hochwasser-Opfer ins Rollen. Am Samstag wurden die ersten Mittel aus dem Hilfsprogramm der Landesregierung an Betroffene ausgezahlt. Mehr als 50 Familien nutzten die Gelegenheit, um ihren Antrag abzugeben und das Geld auf Wunsch gleich mitzunehmen. Über 100 000 Euro wurden so ausgezahlt – in bar.

„Das Geld muss jetzt fließen“, hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bereits im Laufe der Woche im Gespräch mit dem RGA erklärt. Am Mittwoch hatte die Stadtspitze in einer Telefonkonferenz mit der Landesregierung von den Plänen für das Hilfsprogramm erfahren. Als am Donnerstag dann der entsprechende Erlass im Rathaus ankam, entschloss man sich zu der Sonderschicht am Samstag. „Damit die Menschen direkt zum Saturn gehen können einen neuen Herd kaufen oder zum Knappstein ein neues Bett“, so Mast-Weisz.

Neben dem Oberbürgermeister waren auch Kämmerer Sven Wiertz sowie Mitarbeiter der Kämmerei und der Stadtkasse im Einsatz. Außerdem eheramtliche Helfer, die als Gesprächspartner zur Verfügung standen und beim Ausfüllen der Anträge halfen. Pfarrer Siegfried Landau berichtete von einer großen Dankbarkeit bei den Betroffenen – nicht nur für das Geld: „Viele freuen sich, dass das hier kein rein bürokratischer Akt ist, dass sie sich nicht wie Bittsteller vorkommen.“ Und noch wichtiger als das Geld seien teilweise die Gespräche über das Erlebte.

Pfarrer Siegfried Landau hat sich selbst vor Ort ein Bild der Zerstörung gemacht

Er sei schon die ganze Woche im Morsbachtal unterwegs gewesen, sagt der Geistliche, in dessen Gemeinde viele vom Hochwasser betroffene Familien leben: „Viele Menschen dort sind traumatisiert.“ So kam es auch am Samstag im Rathaus immer wieder zu bewegenden Szenen.

„Ein Mann, Mitte 50, ist in Tränen ausgebrochen, als er uns die Bilder seines zerstörten Hauses gezeigt hat“, sagt Landau, der sich für einige Gespräche in ein Dienstzimmer des Rathauses zurückzog: „Wir haben hier zum Teil heftige Reaktionen erlebt.“ Um allen gerecht zu werden, forderte der Pfarrer sogar Unterstützung an, die in Person seiner Kollegin Annette Cersovsky, die auch als Notfallseelsorgerin aktiv ist, kam.

Mindestens 1500 Euro pro Haushalt plus 500 Euro für jede weitere Person, maximal 3500 Euro gibt es als Soforthilfe aus dem Landesprogramm für alle Hochwasser-Opfer, die glaubhaft versichern können, dass ihnen ein Schaden von mindestens 5000 Euro entstanden ist, der nicht durch eine Versicherung gedeckt wird. Das Antragsformular ist sehr übersichtlich, einfach auszufüllen und gerade mal eineinhalb Seiten lang. Geschädigte, die am Samstag nicht im Rathaus waren, können ihren Antrag, den Vordruck gibt es über die Internetseite der Stadt, ab Montag im Rathaus abgeben oder dort einwerfen. Das Geld kommt dann allerdings per Überweisung.

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