Tag der Deutschen Einheit

OB Mast-Weisz fordert Solidarität in der Krise

Die Bergischen Symphoniker gestalteten unter der Leitung von Daniel Huppert das musikalische Programm im Teo Otto Theater. Elena Puszta sang die Nationalhymne. Fotos: Michael Schütz
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Die Bergischen Symphoniker gestalteten unter der Leitung von Daniel Huppert das musikalische Programm im Teo Otto Theater. Elena Puszta sang die Nationalhymne.

Der Festakt zum Tag der Deutschen Einheit war ausverkauft – Andreas Holthaus erhielt die Bürgermedaille.

Von Daniel Diekhans

Remscheid. Ein christliches Hospiz für das Bergische Land – das ist das Herzensprojekt von Andreas Holthaus. Seit 2012 vergeht kaum ein Tag, an dem Holthaus und seine Mitstreiter vom Förderverein nicht an den Hospiz-Plänen arbeiten. Als Vereinsvorsitzender hat er den Remscheider Caritasverband und die Diakoniestation Wermelskirchen mit ins Boot geholt. Neben seiner Tätigkeit als Unternehmer nimmt sich der Lüttringhauser Zeit, um für sein Projekt Sponsoren zu werben und Spenden zu sammeln.

Mit diesem Engagement trage Holthaus zu einem guten Miteinander bei, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz am Samstag im Teo Otto Theater. Dort fand nicht nur der Festakt zum Tag der Deutschen Einheit statt, sondern auch die Auszeichnung von Andreas Holthaus.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (l.) überreichte Andreas Holthaus die Bürgermedaille für seinen Verdienst um das christliche Hospiz.

Denn der Stadtrat hatte bereits im Sommer für die Verleihung der Bürgermedaille an Holthaus gestimmt – „in Würdigung herausragender Verdienste für das Gemeinwohl“, wie auf der dazugehörigen Urkunde zu lesen ist. Diese sowie eine Medaille überreichte Mast-Weisz ihm bei der Feierstunde am Samstag. In seiner Laudatio bedankte sich der OB bei allen, die an Holthaus’ Seite für die Errichtung des Hospizgebäudes in Bergisch Born eintreten. Er wandte sich auch an die Angehörigen derjenigen, die später einmal dort unterkommen werden: „Es wird ein Hospiz sein, in dem Sie in sehr zugewandter Atmosphäre Abschied nehmen können.“ Zugleich zeigte sich der Redner überzeugt, dass das Projekt auf einem guten Wege ist: Nach letztem Stand soll Mitte 2021 mit dem Bau begonnen werden.

„Wir müssen aufpassen, dass diese Mischung nicht explosiv wird.“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz über rechte Tendenzen

Über Engagement und Zusammenhalt sprach Mast-Weisz auch, als er auf 30 Jahre Deutsche Einheit zurückblickte. Er frage sich, ob wir „tatsächlich ein einiges Land“ seien. Er bemerke, dass im Osten Deutschlands weiterhin ein Gefühl von „Enttäuschung und Benachteiligung“ herrsche. Besorgniserregend sei, „dass viele unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnen – zunehmend auch viele hier im Westen“. Daraus ergebe sich in Verbindung mit der Corona-Pandemie eine ungute Mischung. „Wir müssen aufpassen“, betonte Mast-Weisz, „dass sich diese Mischung nicht noch weiter verbreitet und explosiv wird.“

Remscheid: Mast-Weisz: Corona-Einschränkungen machen „wenig Freude“

Angesichts von 300 Zuhörern, die auf Abstand und mit Mund-Nase-Masken im Saal saßen, ging er auch auf die Corona-Situation vor Ort ein. „Das sind Einschränkungen, die uns wenig Freude machen.“ Dazu gehörte auch, dass das übliche Beisammensein im Theaterfoyer diesmal entfallen musste. „Im nächsten Jahr machen wir es noch mal richtig.“

Aktuell sei es wichtig, sich solidarisch zu verhalten. Er nannte unter anderem den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie. Deren Angebote zu nutzen, könne helfen, dass „sie und wir gut durch die Krise kommen“. Als einen Akt der Solidarität ließ sich die Tatsache verstehen, dass die Feierstunde ausverkauft war. Dabei kam es nicht darauf an, dass manche Plätze leer blieben.

Wie gut Gemeinschaftsgefühl klingen kann, zeigte der Auftakt: Auf der Videoleinwand erschienen die Gesichter von über 50 Remscheidern, Menschen aller Generationen und ganz unterschiedlicher Herkunft. Jeder und jede sang für sich Beethovens „Ode an die Freude“ – und dennoch verschmolzen die Einzelstimmen zu einem volltönenden Chor. Was vor allem an Christoph Spengler vom Ökumenischen Kantorenkonvent liegt, der die eingeschickten Videos zusammengeschnitten hatte.

Berückend war auch das Programm, das Daniel Huppert und die Bergischen Symphoniker beisteuerten. Mit Mozarts Oboenkonzert gab es ein selten gespieltes Schmuckstück. Die reichen Melodien spielte Gast-Solist Juri Vallentin, der 2017 gleich zwei Preise beim Deutschen Musikwettbewerb gewonnen hat. Mit samtig-weichen Tönen gestaltete er den Mittelsatz, und die Orchesterbegleitung war bis ins Rondo-Finale hinein leicht und transparent. Beschwingt kamen auch die Haydn-Variationen und Brahms’ 1. Ungarischer Tanz daher.

Hospiz

Entstehen soll der Neubau mit rund 750 Quadratmetern Nutzfläche auf einem rund zehnmal so großen Grundstück in Bergisch Born. Bis die Bauunternehmen ihren endgültigen Auftrag erhalten haben, ist nur eine vage Kostenkalkulation möglich. Rund 2,1 Millionen Euro hat der Förderverein bisher für das Hospiz eingesammelt.

bergisches-hospiz.de

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