Maskenpflicht kommt

Maske soll bei Gedränge im Bus schützen

Verkehrsmeister Uwe Kiffel an der Haltestelle Handweiser. Er zählt die Fahrgäste und organisiert bei Bedarf zusätzliche Busse. Noch fahren sie nach dem Samstagsfahrplan. Foto: Roland Keusch
+
Verkehrsmeister Uwe Kiffel an der Haltestelle Handweiser. Er zählt die Fahrgäste und organisiert bei Bedarf zusätzliche Busse. Noch fahren sie nach dem Samstagsfahrplan.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
    schließen

Am Donnerstag kehren die Abschlussklassen an die Schulen zurück. Eng dürfte es wieder ab dem 4. Mai auf den Stadtwerke-Linien werden.

Von Axel Richter

Remscheid. An diesem Morgen rechnen die Stadtwerke noch nicht mit vollen Bussen. Ab dem 4. Mai aber schon. Sollten die Schulen dann wie geplant wieder schrittweise den Unterricht aufnehmen, dürften sich wieder viele Schülerinnen und Schüler darin drängen. Wie sich das mit dem Abstandsgebot in der Corona-Krise vereinbaren lässt? Gar nicht, sagt Armin Freund, Leiter des Verkehrsmanagements.

Seit Beginn der Krise fahren die Busse in Remscheid nach dem Samstagsplan – ergänzt nur um ein paar zusätzliche Fahrten am Morgen. Der Einnahmeschwund, den die Stadtwerke hinnehmen müssen, ist beträchtlich. Nach mehr als vier Wochen Lockdown und Schulschließung zählen sie aktuell 60 Prozent weniger Fahrgäste.

Ab heute könnte die Zahl wieder leicht steigen. Für mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler gilt wieder die Schulpflicht. Dazu zählen, so konkretisierte es NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), die Schüler in Abschlussklassen an weiterführenden Schulen, Förderschulen und Berufskollegs, die vor Prüfungen stehen. Eine Ausnahme bilden die annähernd 500 angehenden Abiturienten, die vor ihren abschließenden Klausuren und Prüfungen stehen: Sie können die Schule ab heute freiwillig besuchen.

Das Ministerium macht den Schulen für die Teilöffnung eine Reihe von Hygienevorschriften, auf die sie sich seit der vergangenen Woche vorbereiten. Den Abstand zum Mitschüler einzuhalten, dürfte dort zu den leichteren Übungen zählen. Für den voll besetzten Bus gilt das weniger. Die erwarten die Verkehrsmeister spätestens wieder zum 4. Mai, wenn die Abschlussklassen und Schüler, die im nächsten Jahr vor Prüfungen stehen, sowie die obersten Grundschulklassen als erste in den Regelschulbetrieb zurückkehren sollen. Spätestens dann wollen die Stadtwerke wieder zum Normalfahrplan zurückgekehrt sein und alles auf der Straße haben, was Räder hat.

85 Busse zählen die Verkehrsbetriebe Remscheid. In der Krise setzen sie vorrangig Gelenkbusse ein, „um so viel Platz wie möglich im Bus zu schaffen“, berichtete Stadtwerke-Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Hoffmann jüngst im Gespräch mit dem RGA. Reichen wird das nicht.

Schon in Vor-Corona-Zeiten nahmen vor allem ältere Fahrgäste gegenüber dem RGA Anstoß an übervollen Bussen, in denen sich Kinder und Jugendliche zum Beispiel auf dem Weg ins Schulzentrum Hackenberg schubsen und drängen. „Mit dem Schokoticket geht’s in die Sardinenbüchse“, kommentierte eine Mutter die morgendliche Busfahrt des Filius lakonisch.

„Von dem empfohlenen Mindestabstand sind wir weit entfernt.“
Armin Freund, Stadtwerke

Verkehrsmanager Armin Freund und Fahrdienstleiter Christian Johannsen wissen um die Probleme, die mit dem Schulbeginn in Corona-Zeiten auf ihre Busfahrer zurollen. „Von dem empfohlenen Mindestabstand von 1,50 Metern sind wir weit entfernt.“ Für mehr Platz und weniger Gedränge wünschen sie sich von den Schulen besser aufeinander abgestimmte Zeiten für den Beginn und das Ende des Unterrichts. Auch hier gelte: „Wir können nicht weitermachen, wie bisher“, sagt Armin Freund.

Vorläufig begrüßen die Stadtwerke die Maskenpflicht, die das Land ab Montag umsetzen will. Danach sind die Remscheider beim Einkaufen und auch im Nahverkehr dazu verpflichtet, eine Mund- und Nasenmaske zu tragen.

Bislang hatten die Stadtwerke auf Freiwilligkeit gesetzt. Pünktlich zum Schulstart sollten Piktogramme an den Bustüren und Haltestellen für das Tragen der Gesichtsmaske werben. Kontrolliert habe das niemand. Schon gar nicht der von einer Acrylglasscheibe geschützte Busfahrer. Wer ab Montag gegen die Pflicht zum Tragen einer Gesichtsmaske verstößt, muss nun mit Ärger seitens der Ordnungsbehörden rechnen. 

SCHULPFLICHT

HEUTE Die Zehntklässler kehren an die Schulen zurück. Die Abiturienten dürfen zurückkehren, müssen aber nicht.

4. MAI Alle Schulen werden schrittweise wieder geöffnet. Es beginnen die Schüler der Jahrgangsstufe 4.

STANDPUNKT Problem ist hausgemacht

axel.richter@rga-online.de

Ein Kommentar von Axel Richter

Mit Wiederöffnung der Schulen werden die Stadtwerke zum Normalfahrplan zurückkehren. Dennoch wird es wie schon vor der Corona-Krise in den Bussen zu Gedränge kommen. Einen Abstand von 1,50 Meter einzuhalten, wird da zur Unmöglichkeit und das Tragen der Gesichtsmaske deshalb zur Pflicht. Sie bietet für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im Bus die einzige Möglichkeit, sich vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 zu schützen. 

Denn mehr Fahrzeuge als diejenigen, über die die Verkehrsbetriebe verfügen und die wirtschaftlich tragbar sind, können sie nicht auf die Straße bringen. Am allmorgendlichen Gedränge sind einige Schulen übrigens nicht unschuldig. Indem sie die Uhrzeit für den Schulbeginn einander anglichen, sorgten sie dafür, dass heute viele Schülerinnen und Schüler gleichzeitig statt nacheinander in die Busse drängen. Das Problem ist in Teilen also hausgemacht.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Ab Freitag gilt Inzidenzstufe 1 - Inzidenz nicht weiter gestiegen
Corona: Ab Freitag gilt Inzidenzstufe 1 - Inzidenz nicht weiter gestiegen
Corona: Ab Freitag gilt Inzidenzstufe 1 - Inzidenz nicht weiter gestiegen
Inzidenzstufe 1: Diese Corona-Regeln gelten in Remscheid ab Freitag
Inzidenzstufe 1: Diese Corona-Regeln gelten in Remscheid ab Freitag
Inzidenzstufe 1: Diese Corona-Regeln gelten in Remscheid ab Freitag
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Feuerwehr rüstet nach Hochwasser auf - Neues Fahrzeug vom Land
Feuerwehr rüstet nach Hochwasser auf - Neues Fahrzeug vom Land
Feuerwehr rüstet nach Hochwasser auf - Neues Fahrzeug vom Land

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare