Remscheider Bürgerpreis

Marvin Schneider gibt seinem Viertel Impulse

Marvin Schneider (25) setzt Impulse in der Alten Bismarckstraße. Foto: Roland Keusch
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Marvin Schneider (25) setzt Impulse in der Alten Bismarckstraße.
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Vorsitzender der Initiative in der Alten Bismarckstraße ist ein Kandidat für den Ehrenamtspreis 2020

Von Frank Michalczak

Remscheid. Marvin Schneider fühlt sich pudelwohl in der Alten Bismarckstraße, wie er sagt. Hier wohnt der Remscheider seit einigen Jahren, hier arbeitet er – ein paar Meter entfernt – in der Saxo-Bar. „Es ist einfach super, wenn man am Fenster steht, seinen Kaffee trinkt und mit den Nachbarn und Freunden von gegenüber plaudern kann“, erklärt der 25-Jährige, der einen Beitrag leisten möchte, die kleine Welt um ihn herum noch liebenswerter zu machen.

Marvin Schneider ist Vorsitzender des Vereins My Viertel. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bereich von der Alten Bismarckstraße bis hinauf zum Markt aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken - mit Aktionen der dortigen Wirte, mit Sommerfesten, mit einem Internetradio-Programm und zuletzt mit Nachbarschaftshilfe in der Corona-Zeit.

Das alles beschert Marvin Schneider, der in Wuppertal Politikwissenschaften studiert, nun die Chance auf den Bürgerpreis 2020. Die Auszeichnung verleihen Stadtsparkasse, Remscheider General-Anzeiger und Radio RSG gemeinsam, um ehrenamtliches Engagement zu würdigen. Der 25-Jährige zählt neben Elisabeth Erbe, Ulrich Dettmar, Dr. Volker Peinke und Sabine Schmittkamp zu den fünf Kandidaten, die von einer Jury aus zahlreichen Vorschlägen ausgewählt wurden und nun zur Wahl stehen. Freuen können sich schon alle. Schließlich ist bereits mit der Nominierung ein Preisgeld von jeweils 500 Euro verbunden. Der Hauptgewinner erhält 1000 Euro für seine Initiative.

Der Verein My Viertel nahm 2018 Formen an, nachdem Marvin Schneider und seine Mitstreiter das erste Sommerfest auf die Beine gestellt hatten. Anwohner, Gastronomen und Institutionen, wie etwa die Stadtkirchengemeinde, zogen dabei an einem Strang. „Uns war es von Anfang an wichtig, möglichst alle einzubeziehen und auch eine Brücke zu älteren Menschen zu schlagen“, erklärt Marvin Schneider, der „von Haus zu Haus“ gegangen war, um Flyer zu verteilen und die Nachbarn für das Sommerfest zu gewinnen.

Die Party-Mischung aus Gastro-Angeboten, Ausstellungen mit alten Bildern der Bismarckstraße und Livemusik kam bestens an. Das Fest wurde somit zur Keimzelle für den späteren Verein mit jungen Kreativen, mit Wirten und Anwohnern, die etwas für ihr Viertel tun wollen. „Aktuell zählen wir rund 80 Mitglieder“, berichtet der Vorsitzende.

„Zuletzt haben wir Nachbarschaftshilfe organisiert.“
Marvin Schneider

Es vergehe kaum ein Tag, an dem er sich nicht mit My Viertel in irgendeiner Form beschäftigt. „Zuletzt haben wir Nachbarschaftshilfe für ältere Anwohner organisiert, die wegen Corona nicht einkaufen gehen konnten“, berichtet er. Das Kaufhaus Remscheid, das am Markt Secondhand-Waren anbietet, stellte dazu den Helfern ein Fahrzeug zur Verfügung, die somit auf Wunsch Lebensmittel besorgen konnten.

Das ist nur ein Beispiel für das Netzwerk, das My Viertel mittlerweile geknüpft hat. Ein anderes ist die Zusammenarbeit mit der Stadtkirchengemeinde. Via Internet überträgt der Verein Gottesdienste im eigenen Radiosender. Unter www.wirliebenunserviertel.de stellen Schneider und Co. ein vielfältiges Programm auf die Beine: Regelmäßig legen DJ, darunter der Remscheider DJ Uwe Rapp, Platten auf. Es gibt Talkshows. Auch Neuigkeiten aus Remscheid dürfen nicht fehlen.

Mittlerweile hat es die Initiative geschafft, das Umbauprogramm der Innenstadt zu beeinflussen. Die Planer erkannten durch die ehrenamtliche Arbeit, dass die Alte Bismarckstraße das Potenzial hat, Szene-Viertel zu werden. Sie kamen auf die Idee, dazu die Außengastronomie zu stärken, indem vor den Gaststätten Terrassen entstehen. Das findet Marvin Schneider klasse. „Gerade in den Sommermonaten ist es doch super, wenn die Leute draußen sitzen können“, erklärt der Vereinsvorsitzende, der jede Menge Pläne für sein Preisgeld hat.

Das Radioprogramm könnte weiter ausgebaut werden. Auch neue Lichterketten, die über der Straße platziert werden, kämen in Frage. Oder die Arbeit eines Graffiti-Künstlers, der mit seiner Malerei den öffentlichen Raum verschönern soll.

Zudem verfolgt My Viertel weitere Pläne. Der Verein möchte einen Tauschschrank aufbauen. Wer möchte, kann dort künftig das ablegen, was nicht mehr benötigt wird. Zum Beispiel eine Vase oder Geschirr, das dann gegen andere Dinge im Schrank getauscht wird. Auch Pfandringe an Mülleimern schweben dem Verein vor. „Auf den Ringen können Passanten ihre Flaschen ablegen“, erläutert Schneider. Flaschensammler müssen somit nicht mehr im Abfall wühlen.

So bleibt Marvin Schneider seinem selbstgesteckten Ziel treu, in der kleinen Welt um ihn herum Impulse zu setzen - und einen Beitrag zu leisten, sie noch liebenswerter zu machen.

Abstimmung

Wer mitmachen und einen Kandidaten wählen möchte, kann den Kupon (rechts) ausfüllen und in einer Niederlassung der Stadtsparkasse abgeben. Sie hat zudem eine Abstimmungsmöglichkeit auf ihrer Homepage eingerichtet. 

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