Absage wegen der Pandemie

St. Martin reitet nicht: Umzug in Lennep fällt aus

Sven Leckebusch gab 2019 den St. Martin. Der Umzug samt Feuer im Hardtpark lockte Tausende nach Lennep. 2020 fällt er aus. Archivfoto: Michael Schütz
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Sven Leckebusch gab 2019 den St. Martin. Der Umzug samt Feuer im Hardtpark lockte Tausende nach Lennep. 2020 fällt er aus.

Genauso wie zahlreiche andere Großveranstaltungen fällt auch der traditionelle Martinszug in Lennep dieses Jahr der Pandemie zum Opfer.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Der für Anfang November geplante Umzug durch die Röntgenstadt fällt aus. Dieses Jahr wäre es übrigens der 70. gewesen. In der Vergangenheit gingen stets um die tausend Menschen hinter St. Martin und seinem Pferd mit und feierten danach gemeinsam im Ortskern. In Corona-Zeiten ist dies aber unmöglich. „Wir können bei so vielen Leuten kein Hygienekonzept sicherstellen“, erklärt Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins Lennep, der den Martinszug seit 26 Jahren ausrichtet. „Zumal viele Kinder mit ihren Großeltern mitgehen – also Risikogruppen.“

Die Landesregierung habe zwar grünes Licht für Martinszüge mit entsprechendem Schutzkonzept gegeben, doch es scheitere an der Umsetzung. Eine Einteilung in Gruppen von jeweils zehn Personen, zum Beispiel Kindergartengruppen, die sonst auch gemeinsam betreut werden, ist zulässig. „Nur wie soll ich das machen, ein Band um die zehn Personen spannen?“, winkt Kreutzer ab. In den engen Gässchen der Röntgenstadt sei es kaum möglich, genügend Abstand zu halten – und dies dann auch zu überwachen. „Aus Verantwortungsbewusstsein heraus mussten wir uns leider dazu entschließen, den Martinszug abzusagen. Für die Kinder tut es uns natürlich sehr leid“, sagt der Vorsitzende des Verkehrs- und Fördervereins. „Aber Lennep darf kein zweites Ischgl werden. Das müssen wir alle einsehen.“

„Alles konnten wir durch den Schornstein bewundern.“ 

Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins Lennep

Es ist nicht das erste Fest des Lenneper Brauchtumsvereins, das dieses Jahr coronabedingt ins Wasser fällt: Osterfeuer, Fest auf dem Alten Markt, Kinderfest, Oktoberfest. „Alles konnten wir durch den Schornstein bewundern“, sagt Kreutzer. Bei der heutigen Vorstandssitzung soll es daher auch um eine mögliche Alternative zu einem traditionellen Martinsumzug gehen. Die Vereinsmitglieder wollen darüber beraten – und wie es in nächster Zeit weitergehen könnte.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte vergangene Woche verkündet, Umzüge seien grundsätzlich zulässig, wenn sich das Infektionsgeschehen bis dahin nicht verschlechtert. „Im Gegensatz zu geschlossenen Räumen haben wir es im Freien mit deutlich geringeren Infektionsrisiken zu tun. Wenn die Veranstalter vernünftige Konzepte vorlegen, kann man die Züge aus meiner Sicht stattfinden lassen“, sagte Laumann. Die Entscheidung trifft die Behörde vor Ort. Daher finden in diesen Tagen Gespräche im Remscheider Rathaus statt. Man arbeite laut Ordnungsamtschef Jürgen Beckmann an einem Konzept. Viele Kitas und Schulen hätten bereits gefragt.

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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