Historisches Foto

Markantes Bauwerk sollte zur Lösung führen

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Es sollte nicht schwer fallen, mit einem markanten Bauwerk auf unserem Rätselfoto die gesuchte Stelle zu erkennen.

Auf dem Rätselfoto wurde das Hochhaus an der Ecke Hindenburg-/Alleestraße gesucht. Beim Bau löste es Kontroversen aus.

Von Andreas Weber

Remscheid. Auf dem Rätselfoto ist das erste Hochhaus Remscheids zu sehen, schreibt Ernst Erdmann richtig. Der Klotz steht an der Ecke Hindenburg-/Alleestraße. „Mit dem achtstöckigen Hochhaus wollte sich Baurat Sommer damals ein Denkmal setzen, dafür erntete er viel Kritik in der Bevölkerung. Verschandelung wurde ihm vorgeworfen“, meint Manfred Armbrust. Die Ecke heißt Karl-Jarres-Platz.

Heinz-Jürgen Schmitz nennt dazu den Hintergrund: „Benannt wurde der Platz nach Doktor Karl Jarres, Oberbürgermeister Remscheids vom 5. Juli 1910 bis 30. Juni 1914.“ Schmitz führt weiter aus:

An dieser Ecke befand sich auch einst das Polizeirevier Mitte. Vor dem Gebäude fuhr die Straßenbahn.

„Der 1951 gestorbene Dr. Jarres war von 1924 bis 1925 Reichsinnenminister der Weimarer Republik und ab 1944 OB der Stadt Duisburg.“ Das „Glückauf-Hochhaus“, wie es von den Remscheidern genannt wurde und laut Roland Benscheid 1953/54 errichtet wurde, hatte im Umfeld einige Geschäfte, die Schmitz hervorhebt: „Zu erkennen sind die damalige Geschäfts Radio Freund (später Geschäftsstelle des DGB), ein Reisebüro, Optik Madel (heute Sauermann) sowie das Sanitätshaus Goll und Schracke.“

Hans Ulrich Budde verbindet mit der Hindenburgstr. 1 Schulerinnungen: „In dem Haus wohnte mein erster Volksschullehrer.“ Apropos Volksschule: Eine pikante wie traurige Anekdote trägt Renate Harlfinger bei. Die Ehringhauserin erinnert sich: „Ich wurde 1957 in die Ehringhauser Volksschule eingeschult mit ihren zwei Klassenzimmern und zwei Lehrern. Eine Pädagogin war Frau Buchholz.“ Sie sei eine begnadete Lehrerin gewesen, die in dem auf dem Foto gesuchten Hochhaus gewohnt hätte.

„Eines Tages wurde ich auf dem Schulhof begrüßt mit dem Gerücht: Frau Buchholz sitzt im Kittchen.“

Bei seinem Bau umstritten, heute selbstverständlicher Teil des Stadtbildes: das Hochhaus.

Tatsächlich, die Lehrerin wurde suspendiert. Das kam so: „In dem Hochhaus gab es noch einen Namensvetter Buchholz und dem wurde fälschlicherweise eine Postsendung zugestellt. Er war entsetzt, weil sich darin Nacktfotos von Frau Buchholz befanden.“ Das löste eine Lawine aus. „Sie war eine total biedere, prüde Person und einfach nur ein FKK-Fan, der die Natur liebte“, meint Regina Harlfinger. Buchholz wurde aus dem Schuldienst entfernt. „Ich habe nie wieder was von ihr gehört. Es ist zwar über 60 Jahre her, aber ich denke oft an sie und wie ein ganzes Leben aus dem Ruder läuft, weil etwas im falschen Briefkasten landet.“

Auch Horst Rohleff kennt das Gebäude: „Ich habe jahrelang dort meine Büros der Gewerkschaft ÖTV gehabt. Hier habe ich auch vielen Remscheidern als Versichertenältester der LVA/BfA bei ihren Rentenproblemen geholfen.“ Obwohl er nach seiner Schul- und Banklehrzeit nur sporadisch vorbeikommt, zieht das Hochhaus Michael Müller immer noch in seinen Bann, wie er zugibt. Der gebürtige Remscheider, der 1973 an der Bürderstraße sein Abi baute, mittlerweile lange in Wermelskirchen beheimatet ist, dokumentiert dies in einer sehr langen Zusendung an die Redaktion, in der er unter anderem auf Folgendes hinweist: „Vor dem Hochhaus stand später neben der abgebildeten Litfaßsäule eine große Uhr, wie sie damals im ganzen Stadtgebiet errichtet wurden, und besonders im vergangenen Jahrzehnt zunehmend aus dem Stadtbild verschwunden sind.“ Thorsten Wolff stellt fest: „Die Hindenburgstraße ist das ‘Veedel’ von Remscheid. Hier gibt es viele kleine rührige Geschäfte, genauso auch mit der Erlebbar, dem Schnick-Schnack und La Bodega erstklassige Restaurants und Kneipen.“

Gerd Kaib verweist auf die im Hintergrund sichtbare Lutherkirche. Viele weitere richtige Antworten trafen in der Redaktion ein: Ulrich Hager, Kerstin Gerhards, Helmut Schucht, Petra Aab, Tim Bergmann, Thomas Groß und Konrad Oßmann.

Das neue Rätsel: Markantes Bauwerk sollte zur Lösung führen

Es sollte nicht schwer fallen, mit einem markanten Bauwerk auf unserem Rätselfoto die gesuchte Stelle zu erkennen. Vor Jahrzehnten gab es hier eine Großbaustelle, die weitläufige Fläche hat sich danach verändert. Schicken Sie uns die Lösung bis zum 19. November per E-Mail oder Post, gerne mit Ihren persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid;

redaktion@rga-online.de

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