Mehr Sonnenstrom

Remscheid macht weitere Schritte in Richtung Solarstadt

Strom direkt vom Balkon: Stecker-Solaranlagen sind seit gut zwei Jahren erlaubt, bald sollen sie auch von der Stadt gefördert werden. Frank Frisch vom Fachdienst Umwelt der Stadtverwaltung (kl. Foto) konnte die Beschlussvorlage schnell liefern, weil er ohnehin schon an dem Thema arbeitete. Foto: solar pac/ric
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Strom direkt vom Balkon: Stecker-Solaranlagen sind seit gut zwei Jahren erlaubt, bald sollen sie auch von der Stadt gefördert werden.

Bauausschuss: Förderung für kleine PV-Anlagen und mehr Sonnenstrom von öffentlichen Dächern.

Von Sven Schlickowey

Frank Frisch vom Fachdienst Umwelt der Stadtverwaltung konnte die Beschlussvorlage schnell liefern, weil er ohnehin schon an dem Thema arbeitete.

Remscheid. „Wir machen Remscheid zur Solarstadt“, hatte SPD-Fraktionschef Sven Wolf nach der Kommunalwahl angekündigt. Dass das ernst gemeint war, zeigte nun der Ausschuss für Bauen und Umwelt. Das Gremium stimmte unter anderem Anträgen der Gestaltungsmehrheit aus SPD, Grüne und FDP für mehr Solaranlagen auf städtischen Gebäuden und einer Förderung für kleinere private Anlagen zu. Bis zu 1100 Euro Zuschuss soll es demnach bald für Photovoltaik-Anlagen bis zu einer Maximalleistung von zehn Kilowatt (KWp) geben (siehe unten).

Darin erfasst sind ausdrücklich auch sogenannte Stecker-Solaranlagen, mit denen Mieter Strom aus Sonnenlicht erzeugen können. Die kleinen Module können beispielsweise am Balkon befestigt und direkt mit dem Stromkreis der Wohnung verbunden werden. So decken sie zeitweise die Grundlast für Kühlschrank, Router und andere Geräte und helfen so. Technisch möglich ist das schon länger, seit rund zwei Jahren ist das aber auch erlaubt.

„So wie heute jedes Haus ein Dach hat, soll zukünftig jedes Solar bekommen.“

David Schichel (Grüne)

Einige hundert Euro kosten die Geräte inklusive Zubehör, bei Süd-Ausrichtung können sie sich nach etwa zehn Jahren amortisieren. Mit der neuen Förderung gibt es nun mindestens 200 Euro von der Stadt dazu. Insgesamt 70 000 Euro stehen dafür in diesem Jahr noch bereit, das Geld stammt aus Mitteln des Landes.

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Erst im November hatte die Gestaltungsmehrheit ein solches Förderprogramm angeregt. Dass keine vier Monate später schon eine beschlussreife Vorlage gibt, hat auch damit zu tun, dass die Stadtverwaltung das Thema ebenfalls schon auf dem Schirm hatte: „Wir wollten so etwas ohnehin machen“, berichtet Frank Frisch vom Fachdienst Umwelt. „Das war eine leichte Übung für uns.“

Dass die Förderrichtlinien die Installation durch einen Fachhandwerker und den Einsatz eines Energieberaters vorschreiben, habe in der Politik für Diskussionen gesorgt, so Frisch: „Manche habe die Sorge, dass das die Förderung auffrisst.“ Doch der Verwaltung sei es wichtig, dass der Bürger eine neutrale Beratung erhalte: „Sonst werden solche Anlagen auch schon mal schöngerechnet.“

Endgültig entscheiden über die Förderung wird der Stadtrat am 28. April, losgehen könnte es dann schon zum 1. Mai. Bis dahin sollte man mit der Anschaffung warten, rät Frank Fischer. „Aber Angebote darf man sich schon einholen, das ist förderunschädlich.“

Ebenfalls zugestimmt, allerdings nach kurzer Diskussion, hat der Ausschuss einem Antrag der „Ampel“, der zukünftig bei allen Dachsanierungen und Neubauten öffentlicher Gebäude eine Solaranlage oder eine Dachbegrünung vorsieht, „sofern diese Maßnahmen nicht mit dem Denkmalschutz kollidieren“.

Der Vorschlag sei durchaus begrüßenswert, befand Axel Behrend (Linke), aber eigentlich auch überflüssig: „Das ist ja genau so auch in der Nachhaltigkeitsstrategie formuliert.“ Und Tobias Brützel (WiR) störte sich an dem „Automatismus“, den der Antrag nach sich ziehe: „Dann wird immer eine Solaranlage installiert, unabhängig von anderen Überlegungen.“

Doch genau dieser Automatismus sei gewünscht, erwiderte Grünen-Fraktionschef David Schichel: „So wie heute jedes Haus ein Dach hat, soll zukünftig jedes Solar bekommen.“ Und die Nachhaltigkeitsstrategie sei noch gar beschlossen. Deswegen warb Schichel angesichts anstehender Bauprojekte nicht nur bei der Stadt, sondern auch bei den Tochterunternehmen, für den Antrag der Gestaltungsmehrheit: „Der tut ja auch keinem weh.“

Förderprogramm

Gedacht ist das Förderprogramm für Gebäude im Remscheider Stadtgebiet und nicht gewerbsmäßige Solaranlagen. Gefördert werden Anlagen bis 10 KWp, der Zuschuss für Anlagen von 0,5 bis 1 KWp beträgt 200 Euro, für jedes weitere Kilowatt kommen je 100 Euro hinzu, so dass die Maximalförderung 1100 Euro beträgt.

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