Nachfolge

Lüttringhauser Schlawiner stehen unter neuer Regie

Staffelstabwechsel bei den Schlawinern in Lüttringhausen: Richard Ulrich gibt die Geschäftsführung des gemeinnützigen Unternehmens an Stefanie Hosters weiter. Foto: Michael Schütz
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Staffelstabwechsel bei den Schlawinern in Lüttringhausen: Richard Ulrich gibt die Geschäftsführung des gemeinnützigen Unternehmens an Stefanie Hosters weiter.
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Richard Ulrich gibt die Geschäftsführung an Stefanie Hosters weiter

Remscheid. Die Jugendarbeit und viele weitere Sozialangebote in Lüttringhausen stehen unter neuer Regie: Bei den Schlawinern übernimmt Stefanie Hosters (51) als Geschäftsführerin das Ruder und tritt damit die Nachfolge von Richard Ulrich (63) an, der die Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen abgibt, wie er berichtet.

Diese Nachricht fällt in eine Zeit, da der Betrieb nach Corona-Zwangspause und Sommerferien im Jugendtreff in Klausen wieder anläuft. Er steht dienstags bis freitags Kindern und Jugendlichen offen und bietet ihnen vielfältige Freizeitaktivitäten. Beliebt sei zum Beispiel das Tonstudio, Sport und Bewegung, aber auch das gemeinschaftliche Kochen. „Jugendarbeit geht durch den Magen“, sagt Richard Ulrich: „Das gilt schon seit vielen Jahren.“ Gab es früher einmal eine feste Kochgruppe, so stehen heute nahezu täglich Mädchen und Jungen am Herd – auch um etwas zu lernen.

Erst kürzlich habe ein 15-Jähriger stolz berichtet, dass er für seine Familie Spaghetti zubereitet hat. „Und so etwas zu hören, ist natürlich auch für uns toll“, erklärt Stefanie Hosters, die 1991 als Praktikantin die Einrichtung in Lüttringhausen kennenlernte – und über Jahre hinweg dort beschäftigt war. Nach weiteren beruflichen Stationen kehrte sie im November 2019 nach Klausen zurück, wo sie nun die Geschäftsführung übernimmt. „Ich freue mich auf die Herausforderung“, erklärt die Sozialpädagogin, die den Posten von einem erfahrenen Kollegen übernimmt.

Sein Anerkennungsjahr führte Richard Ulrich 1987 in die Einrichtung

Bereits sein Anerkennungsjahr führte Richard Ulrich 1987 in die Einrichtung, die damals noch unter städtischer Trägerschaft stand. Das sollte sich Anfang der 90er-Jahre ändern. Aus Kostengründen wollte sich damals Remscheid von einer seiner Jugendeinrichtungen trennen. Um den Betrieb in Lüttringhausen zu sichern, gründeten sich schließlich „Die Schlawiner“ als Trägerverein, dessen Geschäfte seit 2006 von einer gemeinnützigen GmbH gleichen Namens geführt werden.

Doch längst ist die Initiative auch für weitere Sozialangebote in Lüttringhausen zuständig. „Mitte der 90er-Jahre ging die Arbeiterwohlfahrt in den Konkurs. Wir haben damals ihren Bürgertreff übernommen und sind somit zur Stadtteilarbeit gekommen“, erinnert sich Richard Ulrich an bewegte Zeiten. Heute sind die Schlawiner unter anderem im Quartierstreff im Einsatz, der im Haus Karl-Arnold-Straße 4a entstanden ist. Gemeinsam mit unterschiedlichen Kooperationspartnern werden hier eine Fülle von Beratungs- und Freizeitangeboten vorgehalten.

„Das Digitale ist nicht in der Lage, die Realität zu ersetzen.“

Richard Ulrich

Im Kinder- und Jugendtreff sind die Sozialpädagogen auch als Ratgeber zur Stelle, wenn Jugendliche zum Beispiel vor der Berufswahl stehen. „Wir helfen auch, wenn es Fragen zu Bewerbungen gibt“, nennt Stefanie Hosters ein Beispiel für praktische Lebenshilfe.

Die Bedürfnisse der heutigen Besucherinnen und Besucher hätten sich im Vergleich zu früheren Jugendgenerationen gar nicht so sehr verändert. Gerade nach einer Zeit, in der durch Corona Kontaktpflege nur digital möglich gewesen war, sehne sich der Nachwuchs nach kreativen Angeboten alter Schule. Von Playstation hätten so manche erst einmal genug. Hoch im Kurs ständen stattdessen zum Beispiel Holzarbeiten. Figuren für ein Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel zu basteln, bereite ihnen ebenso viel Spaß wie die Beschäftigung mit Ton. Vor allem aber sei es für die Kinder und die Jugendlichen wichtig, sich wieder direkt begegnen zu können. „Das Digitale ist nicht in der Lage, die Realität zu ersetzen. So wichtig es auch war, um Unterricht gestalten zu können“, erklärt Richard Ulrich.

Geöffnet ist der Treff, Klausen 22: für Kinder (6 bis 12 Jahre), dienstags bis freitags 14 bis 17 Uhr, für Jugendliche und junge Erwachsene (13 bis 27 Jahre), mittwochs und donnerstags 17 bis 21 Uhr, freitags 17 bis 22 Uhr.

Rechtsberatung in neuen Räumen

Zu den Angeboten der Schlawiner zählt auch die Rechtsberatung für alle, die Beratungs- und Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen können. Der nächste Termin ist am Mittwoch, den 1. September, von 17 bis 19 Uhr. Eine Rechtsanwältin berät in allen juristischen Fragen. Achtung: Das Angebot ist in den neuen Quartierstreff Klausen, Karl-Arnold-Straße 4a, verlegt worden. Anmeldung bei Anja Westfal, „Die Schlawiner“, Tel. (02191) / 69 13 878 oder per Mail:

anja.westfal@dieschlawiner.de

„MakerSpace“ lädt zum Tüfteln ein.

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