Umbau fast fertig

Lüttringhauser Rathaus hält Überraschung bereit

Das Lüttringhauser Rathaus hielt während seiner Sanierung manche Überraschung bereit. Archivfoto: Michael Schütz
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Das Lüttringhauser Rathaus hielt während seiner Sanierung manche Überraschung bereit.

Die Sanierung des Lüttringhauser Rathauses ist fast abgeschlossen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der Umbau des Lüttringhauser Rathaus ist fast fertig. „Die Arbeiten an der Rückseite sind abgeschlossen, das Gebäude ist insgesamt dicht“, berichtet Dirk Schöneborn, Abteilungsleiter Bau, Technik, Energie und Umwelt beim städtischen Gebäudemanagement. Auch der Keller, in dem man während der Arbeiten entdeckte, dass das Gebäude auf einer offenen Abwasserleitung stand, werde inzwischen wieder von der Musikschule genutzt. Allein am Turm seien noch Arbeiten zu erledigen, das lasse das Wetter aber derzeit nicht zu. Und auch der zukünftige Zustand des Ratssaals sei weiter ungeklärt.

„Dazu hat sich die Denkmalbehörde noch nicht abschließend geäußert“, sagt Schöneborn. Nach der Begutachtung alter Fotos hatten die städtischen Denkmalschützer Fragen nach dem ursprünglichen Zustand der Holzvertäfelung aufgeworfen, insbesondere ob der aktuelle Plan dem Originalzustand des Saales entspricht. Auch die Farbe der Decke ist fraglich. Erst wenn das geklärt sei, könnten die Arbeiten fortgesetzt und abgeschlossen werden, sagt Dirk Schöneborn.

„Das ist viel günstiger als ein Gerüst.“
Dirk Schöneborn über die Kletterer

Die Arbeiten am Rathausturm hingegen sind vom Wetter abhängig. Nachdem klar war, dass der Turm neu verschiefert werden muss, habe man sich für den Einsatz von Kletterern entschieden, so der Abteilungsleiter. „Das ist in dem Fall einfach viel günstiger als ein Gerüst.“ Doch selbst die speziell ausgebildeten Profi-Kletterer könnten bei der derzeitigen Witterung nicht sicher arbeiten. „Das wäre zu gefährlich.“ Dementsprechend sei auch noch nicht absehbar, wann die Arbeiten weitergehen. „Sobald das Wetter wieder offen wird“, sagt Schöneborn. „Vielleicht im Februar, vielleicht auch erst später.“

Remscheid: Seit bald einem Jahr wird das denkmalgeschützte Rathaus saniert

Seit bald einem Jahr wird das 1908 eröffnete und inzwischen denkmalgeschützte Lüttringhauser Rathaus saniert. Unter anderem Feuchtigkeit, die in die Kellerräume eingedrungen war, machte dies nötig. Die Elektroinstallation wurde erneuert und einige Brandschutzmaßnahmen ergänzt. Zudem war von Beginn an geplant, die Holzvertäfelung im Ratssaal aufzuarbeiten.

Weitere notwendige Arbeiten, darunter die Abwasserleitung unter dem Gebäude und die Schiefer-Eindeckung des Turms, kamen im Laufe des Projekts hinzu. Bei der Sanierung alter Gebäude sei stets mit Überraschungen zu rechnen, sagt Dirk Schöneborn. Solche Schäden seien immer erst während der eigentlichen Arbeiten feststellbar. Trotzdem habe man das geplante Budget von 950 000 Euro bisher eingehalten: „Wir haben so kalkuliert, dass wir klarkommen.“

Nur zeitlich hat es nicht gepasst. Ursprünglich waren sieben Monate Bauzeit geplant, dann kamen die ersten Überraschungen und mit ihnen die Verzögerungen. „Eigentlich wären wir dann jetzt im Dezember fertig geworden“, sagt Schöneborn. Doch nun muss man aber erst auf besseres Wetter warten. Und auf eine Entscheidung der Denkmalbehörde zum Ratssaal.

Hintergrund

Dass Lüttringhausen ein eigenes Rathaus hat, liegt daran, dass der heutige Remscheider Stadtteil bis 1929 eine eigenständige Kommune war. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts befand sich das Rathaus in der Gertenbachstraße 33, weil dieses Gebäude zu klein wurde, erfolgte im Juni 1907 die Grundsteinlegung für das Rathaus am heutigen Standort. Am 19. September 1908 wurde es eingeweiht.

Der Umbau des Lüttringhauser Rathauses ist wegen einiger unvorhersehbarer Schäden ins Stocken geraten. „Bei einem so alten Gebäude ist man vor Überraschungen nie gefeit“, sagt Dirk Schöneborn, Abteilungsleiter Bau, Technik, Energie und Umwelt beim städtischen Gebäudemanagement.

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