Unterschriftenaktion für Gastronomen gestartet

Stadt ist gegen Terrasse - Nachbarn sammeln für Tapas-Bar

Ali Topbas auf dem freien Grundstück neben seinem geplanten Lokal. Hier könnte die Terrasse entstehen. Archivfoto: Roland Keusch
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Ali Topbas auf dem freien Grundstück neben seinem geplanten Lokal. Hier könnte die Terrasse entstehen.

Die Politiker weiß er auf seiner Seite, nun bekommt Ali Topbas auch aus seiner Lüttringhauser Nachbarschaft Unterstützung.

Remscheid. Sie hat eine Unterschriftenaktion für den Gastronomen gestartet. Ziel: Topbas soll eine Speiseterrasse in der Gertenbachstraße eröffnen dürfen.

Wie berichtet, will der Gastronom im ehemaligen Mamma Rita in der Lüttringhauser Altstadt ein Lokal mit dem Namen Topbas Tapas eröffnen. Auf einem freien Grundstück nebenan plant er Außengastronomie. Der erste Entwurf sah auf 80 Quadratmetern 50 Sitzplätze vor. Der Stadtverwaltung war das deutlich zu viel. Schließlich handele es sich bei der Gertenbachstraße um ein Wohngebiet, erklärte Chefstadtplanerin Christina Kutschaty im RGA-Gespräch.

Seither versuchen sich die Politiker in Vermittlungsarbeit. In einigen Geschäften liegen nun Unterschriftenlisten für Topbas aus. Auch im Internet wird gesammelt. -ric-

Unser Artikel vom 1. Juli 2021

Politik setzt sich weiter für Terrasse in der Gertenbachstraße ein

Die Bezirksvertretung (BV) Lüttringhausen kämpft weiter für eine mögliche Außengastronomie am geplanten spanischen Restaurant an der Gertenbachstraße.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Gleich zwei Anträge beziehungsweise Anfragen zur BV-Sitzung am Mittwoch beschäftigten sich mit dem Thema. Während die SPD ganz allgemein von der Verwaltung wissen wollte, unter welchen Bedingungen eine solche Außengastronomie möglich ist, regte die CDU an, eine Änderung des Flächennutzungsplans in dem Gebiet zu prüfen. Offensichtliches Ziel in beiden Fällen: Dem Gastronomen, der das ehemalige Mamma Rita übernommen hat, doch noch seine Terrasse zu ermöglichen.

„Wir sind ja alle dafür“, bestätigt dann auch Bezirksbürgermeister Heinz-Jürgen Heuser (SPD) im Gespräch mit dem RGA. Entsprechend habe man die beiden Anträge zusammengefasst – und damit erreicht, dass es weitere Gespräche zwischen dem Gastronomen, seinem Architekt und der Bauverwaltung geben werde. „Es wird was passieren“, kündigt Heuser an. Denkbar sei zum Beispiel, den Umfang des Vorhabens etwas geringer zu planen: „Aus meiner Sicht wird es darauf hinauslaufen, das zu verkleinern.“

„Es wird was passieren.“

Bezirksbürgermeister Heuser zu den Gastronomie-Plänen

Wie berichtet hat der Gastronom Ali Topbas vor, in dem Haus Gertenbachstraße 6 ein spanisches Restaurant zu eröffnen – und auf dem freien Grundstück direkt daneben eine dazugehörige Terrasse zu bauen. 50 Sitzplätze auf rund 80 Quadratmeter sah der erste Entwurf vor. Das war der Verwaltung aber deutlich zu viel. Schließlich handele es sich bei der Gertenbachstraße um ein allgemeines Wohngebiet, erklärte Christina Kutschaty, Leiterin des Fachdienstes Stadtentwicklung, im vergangenen August im Gespräch mit dem RGA. Dort sei zwar Gewerbe und damit auch Gastronomie grundsätzlich möglich, dies dürfe aber „zur Versorgung der näheren Umgebung“ dienen. Andere innerstädtische Gebiete, die als Vergleich herangezogen wurden, seien hingegen meist sogenannte Mischgebiete (siehe unten).

Schon beim Bauantrag hatte die Verwaltung dem Gastronomen deswegen signalisiert, dass dieser nicht mit aktuellem Recht vereinbar sei – und dabei auf Gerichtsurteile verwiesen, die sich unter anderem auf einen Fall in Lennep beziehen. Topbas hatte sich daraufhin an die BV gewandt, die seither bemüht ist, in der Sache zu vermitteln.

Der Ortskern sei „das liebenswerte Zentrum“ des Stadtteils, schreibt zum Beispiel die CDU in der Begründung ihres Antrages: „Allerdings fehlen seit langer Zeit attraktive Angebote an Außengastronomie.“ Die SPD ergänzte in der ursprünglichen Anfrage: „Zudem bietet die Eröffnung von Gaststätten mit Außengastronomie die Möglichkeit, Leerstände zu vermeiden und der Verödung der Ortskerne entgegenzuwirken.“

Zwischenzeitlich sei der Vorgang vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf gelandet, schreibt die CDU zudem. Dort sei die Klage aber zurückgezogen worden – weil das Gericht eine Änderung der planerischen Grundlagen angeregt habe. Tatsächlich sei die vorgesehene Terrasse von Wohngebäuden umgeben, sagt Bezirksbürgermeister Heuser. „Aber es gibt ja auch in anderen Wohnbereichen Außengastronomie.“ Im schwebe deswegen eine deutlich kleinere Lösung vor, mit der alle leben können: „25 Sitzplätze würden doch auch reichen.“

Hintergrund

Ein Dutzend Gebietsformen unterscheidet die Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke. Danach dienen Allgemeine Wohngebiete, zu denen die Gertenbachstraße gehört „vorwiegend dem Wohnen“. Mischgebiete hingegen dienen „dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören“.

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