Handel, Verkehr und Wohnen

Lüttringhausen: Neubaugebiet am Schützenplatz wird zum Vorzeigeobjekt

Umbau des Verkehrsknotenpunkts Eisernstein, das Neubaugebiet am Schützenplatz und der Umzug der Stadtteilbücherei in die alte Feuerwache: Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser (SPD) rechnet damit, dass sich in diesem Jahr einiges in Lüttringhausen bewegt. Archivfoto: Roland Keusch
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Umbau des Verkehrsknotenpunkts Eisernstein, das Neubaugebiet am Schützenplatz und der Umzug der Stadtteilbücherei in die alte Feuerwache: Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser (SPD) rechnet damit, dass sich in diesem Jahr einiges in Lüttringhausen bewegt.

Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser spricht im Interview über das vergangene Corona-Jahr, fertige Projekte und neue Themen für 2022, wie der Umzug der Bücherei und über das neue Wohngebiet am Schützenplatz.

Das Gespräch führte Sven Schlickowey

Herr Heuser, inzwischen liegt schon das zweite Corona-Jahr hinter uns. Wie hat sich Lüttringhausen aus Ihrer Sicht in der Pandemie bisher gemacht?
Jürgen Heuser: Leider konnten ja viele traditionelle Veranstaltungen nicht stattfinden, es gab keinen Weihnachtsmarkt, keinen Bauernmarkt, die Vereine konnten ihre Feste fast alle nicht veranstalten. Ich denke mal, dass dies das Gemeinschaftsgefühl, wenn auch nicht beschädigt, aber zumindest vernachlässigt hat. Aber es gab auch positive Fälle, zum Beispiel, dass in der Pandemie eine Gaststätte eröffnet hat, die auch ganz gut angenommen wird.
Sie sprechen Gastronom Ali Topbas an, der im Oktober in der Gertenbachstraße sein Tapas-Restaurant eröffnet hat. Fast zeitgleich wurde nur ein paar Häuser weiter ein neues Geschäft eröffnet. Man könnte fast sagen, dass die Altstadt nun besser da steht als vor Corona.
Heuser: Es ist also nicht so, dass in der Lüttringhauser Innenstadt Stillstand herrscht. Ich wüsste auch gerade nicht, dass jemand wegen der Pandemie zu gemacht hat.
Wenn Sie mal – abgesehen von Corona – auf das vergangene Jahr zurückblicken: Was war ihr Lüttringhauser Highlight?
Heuser: Sicherlich die Neugestaltung des Rathaus-Umfeldes, die ja inzwischen vollendet ist. Es gab zwar noch keine offizielle Eröffnung, aber man kann sie ja schon sehen und nutzen. Die Sanierung der Kreuzbergstraße und der Lindenallee sind abgeschlossen, damit sind die Ein- und Ausfallstraßen in einem guten Zustand. Und der Sportplatz Klausen hat jetzt doch wieder gute Chancen, Kunstrasen zu bekommen.
Bleiben wir beim Rathaus, der Platz dahinter ist gerade fertig geworden, nur das Grün fehlt noch. Wie gefällt Ihnen der neuen Treffpunkt für Lüttringhausen?
Heuser: Der ist sehr gut geworden, da muss ich dem Herrn Buchwald von den Technischen Betrieben ein großes Lob aussprechen. Besser hätte das nicht werden können. Das Grün muss man natürlich der Natur überlassen. Deswegen werden wir mit der Einweihung wohl auch bis ins Frühjahr warten.
Eine andere Sache, die im vergangenen Jahr sehr gut geklappt hat, war die Übernahme der Kinderarztpraxis durch die Stadt.
Heuser: Da sind wir besonders stolz drauf, dass wir die Praxis erhalten konnten. Viele haben am Anfang gesagt, da könne die Politik kaum was machen. Aber dann hat sich der Oberbürgermeister der Sache angenommen. Jetzt befinden sich die beiden Praxen, eine davon in Alt-Remscheid, unter städtischer Regie und das finde ich sehr gelungen. Gerade die Praxis in Lüttringhausen wird ja nicht nur erhalten, sie wurde ja auch völlig modernisiert.
Andere Projekte dauern dagegen etwas länger, zum Beispiel die Umgestaltung des Verkehrsknotenpunkts Eisernstein. Da wurden im Mai zumindest mal die überarbeiteten Pläne vorgestellt. Jetzt heißt es wieder warten.
Heuser: Ja, jetzt warten wir alle auf den ersten Spatenstich. Ich bin aber guter Hoffnung, dass da dieses Jahr noch angefangen wird. Der Umbau wird allerdings nicht ganz so schnell gehen, weil unter der Kreuzung viele Leitungen verlaufen.
Ein anderes Verkehrsthema, das den Stadtteil schon länger bewegt, ist das Radverkehrskonzept, insbesondere die Anbindung nach Lennep und Alt-Remscheid.
Heuser: Das Konzept wird ja ständig fortgeschrieben. Größtes Problem für mich ist die Anbindung nach Lennep. Da gibt es mehrere Möglichkeiten, eine hat man inzwischen provisorisch gemacht mit Markierungen auf der Lindenallee. Aber das ist sicherlich nicht die endgültige Lösung.
Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Welche Themen werden in Lüttringhausen 2022 wichtig?
Heuser: Eines wird sicherlich die neue Siedlung am Schützenplatz sein, da hat uns Baudezernent Peter Heinze zugesagt, dass die Bagger für die Erschließung noch in diesem Jahr rollen. Das soll eine ökologisch ausgerichtete Siedlung werden mit begrünten Dächern und ohne Steingärten.
Die Grundstücke dort sollen nicht verkauft, sondern in Erbpacht vergeben werden. Dazu die schon angesprochene ökologische Gestaltung, kann dieses Neubaugebiet zum Vorbild für andere in Remscheid werden?
Heuser: Das soll auf jeden Fall ein Vorzeigeobjekt werden. Das kann man zwar nicht auf alle Neubaugebiete übertragen, es kann aber ein Beispiel sein für einen Weg, der anders ist als andere.
Was wird 2022 noch wichtig?
Heuser: Ich hoffe, dass es mit dem Umzug der Bücherei mal vorangeht. So viel ich weiß, sind die meisten Wohnungen in der ehemaligen Feuerwache inzwischen leer, wie lange das Testzentrum unten drin noch bleibt, weiß ich nicht. Aber ich denke mal, dass die ersten Vorbereitungen noch in diesem Jahr passieren könnten.
Wir müssen doch noch mal über Corona sprechen: Haben Sie den Eindruck, dass die politische Arbeit, die in Lüttringhausen ja meist auch über Parteigrenzen hinweg gut funktioniert, unter der Pandemie leidet?
Heuser: Bisher nicht. Wir sprechen uns auch weiterhin auch außerhalb der Sitzungen ab, da gibt es keine größeren Differenzen.
Also ist die Sache weiter wichtiger als das Parteibuch?
Heuser: Ja, genau. Wir machen keine Parteipolitik. Wir machen Politik für Bürger.

Zur Person

Jürgen Heuser, 1949 geboren, seit 1978 SPD-Mitglied, gehört der BV Lüttringhausen seit über 20 Jahren an, 2009 bis 2014 war er Bezirksbürgermeister, Andreas Stuhlmüller (CDU) damals sein Stellvertreter. Nach der Wahl 2014 tauschten sie die Rollen, seit der Kommunalwahl 2020 hat Heuser das Amt wieder inne. Bis zum Ruhestand hat er im Personalmanagement des Sana Klinikums gearbeitet.

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