Jahreszeitliche Gestaltung gefordert

Kreisverkehr Eisernstein: Kreisel soll genutzt werden

Die aktuelle Planung: Der Kreisel ist nun größer, trotzdem reicht die bereits vorhandene Flächen aus, so dass keine weiteren Grundstücke angekauft werden müssen. Grafik: Stadt Remscheid
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Die aktuelle Planung: Der Kreisel ist nun größer, trotzdem reicht die bereits vorhandene Flächen aus, so dass keine weiteren Grundstücke angekauft werden müssen.

Die Fraktionen von SPD, Grüne und FDP wollen heute schon an morgen denken.

Remscheid. In einem gemeinsamen Antrag für die Sitzung des Betriebsausschusses TBR am 21. September und für die Sitzung der Bezirksvertretung Lüttringhausen am 29. September fordern sie eine jahreszeitliche Gestaltung des Kreisverkehrs Eisernstein.

„Wir wollen das Tor zum Dorp attraktiv gestalten. Dazu gehört für uns auch der jährliche Weihnachtsbaum. Die Voraussetzungen für den Baum und andere Aufwertungen der Mittelinsel sollten beim Umbau deshalb berücksichtigt werden“, erklärt Philipp Wallutat (FDP). Neben der Gestaltung als insektenfreundliche Oase sollte auch in Betracht gezogen werden, die Flächen für Marketing-, Informations- und Ausstellungszwecke zu ertüchtigen. Dafür brauche es aber eine Infrastruktur. Die adventliche Gestaltung durch den Marketingrat Lüttringhausen wollen die Fraktionen weiter unterstützen. -mw-

Artikel vom 5.5.2021

Kreisverkehr könnte 2024 fertig sein

Es gibt einen ungefähren Zeitplan für die Umgestaltung des Verkehrsknotenpunktes Eisernstein.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der lang erwartete Knotenpunkt Eisernstein könnte bis Herbst 2024 Realität werden. Das zeigt ein ungefährer Zeitplan, den Burkhard Fey, Abteilungsleiter Verkehrsplanung bei der Stadtverwaltung, vorgestellt hat. Zudem wurden die mehr als 15 Jahre alten Ursprungsplanungen überarbeitet: Der „neue“ Kreisverkehr soll größer, grüner und fahrradfreundlicher werden.

Seit Jahrzehnten taucht die Umgestaltung des Verkehrsknotenpunkts regelmäßig auf der politischen Agenda in Remscheid auf. Die derzeitige Kreuzung sei „einfach zu finden, aber nicht leicht zu durchfahren, wenn man sich nicht auskennt“, fasst es Jonas Rösner von der Verkehrsplanung der Stadt zusammen. Nicht zuletzt der Lüttringhauser Heimatbund, aber auch die Bezirksvertretung, hatten sich immer wieder für eine Umgestaltung zum Kreisverkehr eingesetzt. Doch die Umsetzung scheiterte bisher am Geld.

Das soll nun anders werden, versichert Baudezernent Peter Heinze. Die Mittel seien im Haushalt eingestellt und die aktualisierte Planung zeige, dass es jetzt ernst werde: „Wir haben hier eine ganz andere Qualität erreicht.“

Hatte der Kreisverkehr bei den Planungen aus dem Jahr 2004 noch 32 Meter Durchmesser und einen sogenannten Bypass aus der Gertenbachstraße in die Lindenallee, um den Kreisel zu umfahren, ist er nun auf 35 Meter angewachsen und verzichtet auf den Bypass. Dafür gebe es mehr unversiegelte Fläche, also Raum für Bäume und anderes Grün, und auch mehr Platz für Fußgänger, berichtet Jonas Rösner.

Profitieren sollen von dem Umbau auch der ÖPNV und der Radverkehr. Die Haltestelle in der Lindenallee werde im Zuge der Bauarbeiten neu gestaltet und erhalte ein Blindenleitsystem, erklärt Rösner. Die Haltestellen an der Barmer und der Schulstraße rücken näher an den Kreisel ran. „Das war ein Wunsch der Stadtwerke, um die Umsteigebeziehungen zu verbessern.“

Die verbreiterten Gehwege werden für den Radverkehr freigegeben, zudem führen Schutzstreifen für Radfahrer auf den Kreisel zu und von ihm weg. Im Kreisverkehr selber sollen die Radler im sogenannten Mischverkehr fahren. Die Einfahrt in die Schulstraße soll schmaler werden. Das diene zum einen der Verkehrsberuhigung und erleichtere zum anderen den Fußgänger die Querung, so Rösner.

Bei allen Planungen sei das zukünftige Aufkommen an Fahrzeugen bereits berücksichtigt, betont Rösner. Auch im Hinblick auf ein mögliches DOC: „Der Knotenpunkt kann dem Verkehrsaufkommen gerecht werden.“ Das bestätige auch ein neues Gutachten.

Kosten soll der Umbau knapp 2,5 Millionen Euro, dabei hofft die Stadt auf 1,1 Millionen Euro Fördermittel vom Land. Einen entsprechenden Antrag erstelle man derzeit, berichtet Burkhard Fey, dieser müsse bis zum 1. Juni eingereicht werden. Rund ein Jahr später rechne man mit einem positiven Bescheid, nach Ausschreibung und Vergabe könnten die Arbeiten dann im Frühjahr 2023 beginnen.

Die würden vermutlich 18 Monate dauern, schätzt Fey. Der Grund für diese lange Bauzeit liegt unter der Erde, denn unter dem Verkehrsknotenpunkt Eisernstein verlaufen viele Leitungen, darunter auch fast 100 Jahre alte Kanäle und Wasserleitungen aus den 1960er Jahren, die im Zuge der Arbeiten erneuert oder verlegt werden sollen. „Diese Leitungen kosten Zeit und Geld“, sagt Burkhard Fey. Trotzdem wolle man vor dem Winter 2024 fertig werden. „Einige Markierungs- und Asphaltarbeiten sind ja bei niedrigen Temperaturen nicht mehr möglich.“

Hintergrund

Das aktuelle Gutachten zeigt, dass der Verkehrsknotenpunkt Eisernstein derzeit am Nachmittag am stärksten beansprucht wird, dann fahren im Feierabendverkehr mehr als 2000 Autos pro Stunde über die Kreuzung. In dem Gutachten wird für jede Abzweigung im neuen Kreisverkehr eine Schulnote vergeben. Demnach bekäme in der derzeitigen Planung auch bei steigendem Verkehr die Zufahrt aus der Gertenbachstraße in den Kreisel die schlechteste Note, aber selbst die läge am Nachmittag noch bei einem „C“, also befriedigend.

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