Lüttringhausen

Bürger können Dritten Ort mitgestalten

Hier, in der ehemaligen Feuerwache an der Richard-Koenigs-Straße, soll der Dritte Ort entstehen: Eine Bildungs- und Begegnungsstätte, die viel mehr ist als nur eine Bibliothek. Die Lütteraten Martin Kalhöfer (l.) und Wolfgang Luge setzen sich dafür ein.
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Hier, in der ehemaligen Feuerwache an der Richard-Koenigs-Straße, soll der Dritte Ort entstehen: Eine Bildungs- und Begegnungsstätte, die viel mehr ist als nur eine Bibliothek. Die Lütteraten Martin Kalhöfer (l.) und Wolfgang Luge setzen sich dafür ein.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Bundesförderung für Umbau der alten Feuerwache Lüttringhausen gibt neuen Schub – Baustart 2023.

Remscheid. Für Familie Kalhöfer war die Stadtteilbibliothek Lüttringhausen früher schon ein Herzensort: Hier tauchten nicht nur die Kinder in die Welt der Bücher ein, sondern auch Vater Martin. Die Bücherei prägte sogar seinen weiteren beruflichen Werdegang als Journalist. „Als die Bibliothek 2008 geschlossen werden sollte, haben wir gesagt: Das geht nicht“, erzählt der gebürtige Lütterkuser, der sich neben vielen anderen für den Bildungsort einsetzte - die Lütteraten wurden gegründet, der Förderverein der Stadtteilbibliothek. Denn vielen Familien ging es so wie den Kalhöfers. Für sie ist die Bücherei Teil des Lüttringhauser Herzens. Nun soll sich dieser Ort der Begegnung und Bildung weiterentwickeln – er soll zum sogenannten Dritten Ort in der ehemaligen Feuerwache an der Richard-Koenigs-Straße werden. Durch Bundesfördermittel erhält das Projekt nun neuen Schub. Wir geben einen Überblick.

Was ist genau geplant?

Weil die bisherige Bücherei an der Gertenbachstraße nicht barrierefrei ist und über kein WC verfügt, suchten die Lütteraten ein neues Domizil, das alle Generationen zur Begegnung einlädt. Schließlich fiel die Wahl auf die alte Feuerwache. Sie stand leer. Die Immobilie aus dem Jahr 1928/29 steht unter Denkmalschutz und bildet mit ihrem Schiefer und den bergischen Schlagläden ein gestalterisches Ensemble mit den umliegenden bergischen Häusern – charakteristisch für Lüttringhausen. „Die Mitte hat sich mittlerweile hier oben ans Rathaus verlagert. Daher ist der Ort für uns auch wunderbar“, erklärt Kalhöfer. Die alte Feuerwache soll nun zum Dritten Ort umgebaut werden – also zu einer Begegnungs- und Bildungsstätte für alle Generationen, für alle mit oder ohne ausländische Wurzeln. Baustart soll 2023 sein, die Lütteraten rechnen damit, dass der Umbau Ende 2024 fertig ist.

Was kostet der Umbau?

Ging man Ende März noch von Baukosten in Höhe von 936 200 Euro aus, sind es jetzt aufgrund allgemein gestiegener Baupreise und Lieferengpässen 1,17 Millionen Euro. Der Bund fördert das Projekt mit 591 000 Euro aus dem Förderprogramm „KulturInvest“, um den Rest will sich die Stadt kümmern. „Die Förderung ist ein gelungenes Zeichen der Kooperation: Die Stadtverwaltung sowie die bergischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten haben sich über alle Parteigrenzen hinweg für dieses wichtige Projekt eingesetzt“, freut sich Kalhöfer, der eine große Chance für Lüttringhausen sieht. Das sieht auch Gerhilt Dietrich, Sprecherin der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Lüttringhausen, so: „Die Stadtteilbibliothek erhält in der alten Feuerwache endlich adäquate Räume und durch die Renovierung wird das historische Gebäude zusätzlich aufgewertet. Kultur bekommt somit endlich einen angemessenen Platz im Zentrum von Lüttringhausen – und das ist ein echter Gewinn für ganz Remscheid.“

Wie soll der Dritte Ort aussehen?

Das Remscheider Architektenbüro Mennenöh hat einen Entwurf vorgelegt. 235 Quadratmeter auf zwei Ebenen stehen zurzeit zur Verfügung, es laufen Gespräche über mehr Räume. „Denn der Dritte Ort braucht Platz, um ihn mit Leben zu füllen“, sagt Wolfgang Luge vom Lütteraten-Beirat. Geplant ist ein Wintergarten, ein Büchergarten, in dem sich Kalhöfer auch einen Gemüsegarten in Kooperation mit der Natur-Schule Grund vorstellen könnte. Kinderecke, Multifunktionsräume, Dash-Roboter, 24-Stunden-Ausleihe, digitale Arbeitsplätze und Café sind geplant. Ein Aufzug verbindet die Ebenen. Auch eine „Bibliothek der Dinge“ könnte einziehen, in der man Strommessgeräte oder Beamer ausleihen könnte. Die Lütteraten hoffen, durch den Dritten Ort neue Zielgruppen anzusprechen – auch gern Migranten.

Können sich Bürger beteiligen?

Ja. Denn es handelt sich hierbei um kein fertiges Konzept, betont Martin Kalhöfer. „Wir wollen den Dritten Ort gemeinsam mit den Lüttringhausern entwickeln.“ Ideen – auch zum Einsatz von erneuerbaren Energien – können Bürger per E-Mail mitteilen:

peter.roerig@luetteraten.de

mkalhoefer@t-online.de

Die Lütteraten

Historie: 2008 sollte die Bücherei aus Kostengründen geschlossen werden. Es gründete sich der Förderverein Die Lütteraten. Mit Erfolg: Die Bibliothek blieb. Viele Firmen und Spender haben seitdem das Engagement unterstützt. Die Lütteraten haben 140 Mitglieder und 30 aktive Ehrenamtler – suchen aber noch Unterstützer. 2023 feiern sie 15-Jähriges.

Termine: Lesung des Lüttringhausers Günter Müchler aus „Beste Feinde“ am 20. Oktober, 19 Uhr, im Lüttringhauser Rathaus in Kooperation mit dem Heimatbund. Am 18. November beteiligt man sich am Vorlesetag: OB Mast-Weisz liest an der GS Goldenberg. Auch beim Lüttringhauser Weihnachtsmarkt sind die Lütteraten dabei.

Mehr Infos: www.luetteraten.de

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