Lüttringhauser Einrichtung

Besuche nicht gestattet: Corona führt zu Lockdown in Haftanstalt

Bislang ist die Strafanstalt ohne Infektionsgeschehen durch die Pandemie gekommen. 
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Bislang ist die Strafanstalt ohne Infektionsgeschehen durch die Pandemie gekommen. 

Die Justizvollzugsanstalt Lüttringhausen lässt seit einigen Tagen keinen Besuch mehr zu. Grund ist ein Corona-Ausbruch, der zu weitreichenden Einschränkungen im täglichen Ablauf führt.

Von Frank Michalczak

Remscheid. „Am vergangenen Wochenende durfte niemand den Haftraum verlassen. Wir hatten quasi einen Lockdown“, berichtet Einrichtungsleiterin Katja Grafweg. Die Coronakranken wurden in eine Quarantänestation verlegt. Bis zu 16 Männer könnten dort versorgt werden. „Von diesem Wert sind wir aber weit entfernt“, sagt Katja Grafweg, die keine konkrete Zahl nennen will, wie viele Insassen betroffen sind.

Anstaltsleiterin Katja Grafweg will nächste Woche Besuche wieder gestatten.

Bislang sei die Strafanstalt ohne Infektionsgeschehen durch die Pandemie gekommen. Zuletzt musste ein Straftäter, der vor der Abschiebung stand, einen PCR-Test vorlegen. Dieser fiel positiv aus, was zu einer Reihentestung aller Häftlinge geführt habe. Dabei stellte sich heraus, dass mehrere Männer den Virus in sich tragen. Ihnen gehe es den Umständen entsprechend gut. „Sie sind symptomfrei“, sagt Katja Grafweg, die in diesen Tagen zu einem „eingeschränkten Normalbetrieb“ übergehen will. Die Männer dürfen ihre Zellen zeitweise verlassen und in Kleingruppen miteinander Kontakt haben. Besuche sollen nach Möglichkeit wieder in der kommenden Woche gestattet sein.

Remscheid: Haftanstalt ist derzeit nicht voll ausgelastet

„Das Ganze trifft uns zur Unzeit“, stellt Katja Grafweg fest. Denn erfahrungsgemäß ist gerade vor Weihnachten die Sehnsucht nach Nähe besonders groß: „Wir planen daher, für die nächste und übernächste Woche die Besuchszeiten auszuweiten“, erklärt die Einrichtungsleiterin. Dann sollen Angehörige auch Montags- und Freitagstermine vereinbaren können. An beiden Tagen sind Gäste in der JVA in normalen Zeiten nicht willkommen.

Derzeit sei die Haftanstalt nicht voll ausgelastet. Über 500 Plätze hält die Einrichtung im geschlossenen Strafvollzug bereit. Rund 400 Männer leben derzeit in der JVA, wobei die Kapazität durch Renovierungsarbeiten nach wie vor eingeschränkt sei. Im offenen Vollzug sieht die Lage ähnlich aus. Von 300 Plätzen sind 230 belegt, wobei die Haftanstalt im Sommer rund 100 Strafgefangene aus Euskirchen aufnahm. Damals leistete die Lüttringhauser Einrichtung Amtshilfe für die dortige Haftanstalt, die von der Flutkatastrophe massiv betroffen war. „Die noch verbliebenen 50 Männer sollen demnächst nach Euskirchen zurückkehren“, kündigt Katja Grafweg an, die unbedingt an den Weihnachtsbräuchen festhalten will. Dazu zählt, dass den Häftlingen „Sondereinkäufe“ genehmigt werden, bei denen sie zum Beispiel Schokolade oder Tabak bestellen können. Außerdem soll wie üblich an Heiligabend ein Wagen vorfahren, an dem sie Brathähnchen kaufen können.

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