Mehr Nachhaltigkeit

Lohe-Männer glauben an Öko-Härterei

Die Brandruine ist abgetragen. In Lüttringhausen will Boris Saric jetzt die erste grüne Härterei Deutschlands bauen.
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Die Brandruine ist abgetragen. In Lüttringhausen will Boris Saric jetzt die erste grüne Härterei Deutschlands bauen.
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Drei Monate nach dem Großbrand arbeitet die Härterei beinahe wieder wie davor.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Brandruine ist verschwunden. Mit schwerem Gerät trugen Arbeiter die tonnenschweren, von der Hitze verbogenen Stahlträger und den Bauschutt ab. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, denn in der einstigen Produktionshalle der Härterei Lohe war jede Menge Asbest verbaut. Jetzt ist das Grundstück geräumt, und Boris Saric und Gero Enters, deren Firma am 30. Juli bei einem Großbrand zerstört wurde, denken längst an den Wiederaufbau. Und ihre Idee von der ersten Öko-Härterei Deutschlands.

Den beiden Geschäftsführern der Lohe GmbH & Co. KG im Gewerbegebiet Großhülsberg ist es weiter ernst damit. Ihre Härterei, in der die annähernd 30 Mitarbeiter unter anderem Teile für den E-Autohersteller Tesla fertigen, soll künftig mit Wasserstoff laufen. Und den Stickstoff, den sie für den Härteprozess ebenfalls brauchen, wollen sie selbst produzieren. Der Preis dafür hat sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine nämlich mehr als verdoppelt.

Vom Gas ganz zu schweigen. Fünf Millionen Kilowattstunden Erdgas verbrannte das Unternehmen pro Jahr. Dann kam das Feuer und vernichtete den Betrieb.

Remscheid: So will sich Lohe verändern

Nun wollen die beiden Chefs ihr Unternehmen ganz neu aufstellen. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Firmendach, einer Heizung per Erdwärme. Und mit explosionssicheren Wasserstofftanks, die den Brennstoff für die sechs Härteöfen liefern.

Mit ihrer Idee betreten die beiden Männer echtes Neuland. Genehmigt hat ihnen die Stadt Remscheid deshalb noch nichts. Und Fördergelder sind auch noch nicht auf ihrem Konto eingegangen. Jutta Velte, bei der Stadt zuständig für die Suche nach Fördertöpfen, hatte gemahnt: Zwischen dem Antrag und der Bewilligung vergehe viel Zeit. Doch Boris Saric und Gero Enters sind nicht zu bremsen. Längst haben sie einen Zeitplan aufgestellt. Im Mai 2024 soll mit dem Aufbau der ersten Grünen Härterei Deutschlands begonnen werden.

„In der Krise liegt auch eine Chance“, sagt Boris Saric. „Und jede andere Härterei könnte uns das nachmachen.“ Wer ihm zuhört, mag ihm das nur zu gern glauben. Schließlich ist Lohe-Chef ein echtes Stehaufmännchen. Nur vier Tage nach dem verheerenden Brand nahm seine Firma die Arbeit wieder auf. Die Firma Guhema liegt nur wenige Meter entfernt. Sie stellte den abgebrannten Nachbarn Platz zur Verfügung. Saric und Enters mieteten eine 810 Quadratmeter große Halle an.

Die meisten Kunden, doch auch nicht alle, konnten so gehalten werden. Mittlerweile liegt die Produktionsleistung wieder bei 95 Prozent und der Umsatz bei 60 Prozent dessen, was Lohe vor dem Brand erzielte.

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