Nach dem Großbrand

Abgebrannte Härterei Lohe: „Wir bauen die erste Öko-Härterei“

Bei seinem Besuch sagte OB Mast-Weisz die Unterstützung der Verwaltung zu.
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Bei seinem Besuch sagte OB Mast-Weisz die Unterstützung der Verwaltung zu.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Feuer vernichtete die Firma Lohe in Lüttringhausen - Mitarbeiter filmte die Entstehung des Brandes (Video im Text). Der erste Schock ist verdaut - jetzt sagen die Chefs, wie es weitergehen soll.

Remscheid. Fünf Millionen Kilowattstunden Gas verbrannte die Härterei Lohe im Jahr. Dann kam das Feuer und vernichtete den Betrieb. Doch Boris Saric und Gero Enters stecken nicht auf. Im Gegenteil: Die beiden Geschäftsführer sehen in der Katastrophe die Gelegenheit, ihr Unternehmen ganz neu aufzustellen. „Wir bauen die erste Öko-Härterei Deutschlands“, sagen sie. „Und zwar hier, am Standort Remscheid.“

Ihre Pläne erläuterten die beiden Männer am Montag Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), Baudezernent Peter Heinze (FDP) und der für Fördermittelakquise zuständigen Rathausmitarbeiterin Jutta Velte (Grüne).

Danach wollen sie ihre vor einer Woche abgebrannte Lohe GmbH & Co. KG im Gewerbegebiet Großhülsberg an Ort und Stelle wieder aufbauen.

Öko-Härterei: Wasserstoff statt Gas

Doch auf die Dächer soll Photovoltaik, die Heizung mit Erdwärme betrieben werden. Vor allem aber sollen die sechs Härteöfen, in denen die 30 Lohe-Mitarbeiter unter anderem Teile für Tesla fertigten, mit Wasserstoff laufen.

„Vielleicht werden die Enkel mal sagen, dass der Opa die Greta Thunberg der Härterei war.“

Boris Saric, Firma Lohe

„Ich habe zwei Enkel“, sagt Boris Saric (57) und fügt mit einem Lächeln an: „Vielleicht werden sie mal sagen, dass der Opa die Greta Thunberg der Härterei war.“

Dem Firmenchef ist es ernst damit. Seit 25 Jahren arbeitet er in dem Unternehmen, er weiß: „Härtereien sind Energievernichter.“ Und produzieren natürlich jede Menge Kohlendioxid.

Fördergelder: Stadt Remscheid will helfen

Das will Saric ändern und den Grundstein für die ökologische Zukunft der Härtebranche in Remscheid legen. Die Stadt will ihm dabei helfen, was allerdings nicht so einfach ist. Zwischen dem Antrag auf und der Bewilligung von Fördergeldern vergehe viel Zeit, sagt Jutta Velte. Sie will sich jetzt an die Töpfe wenden, „die am schnellsten sind“.

Firma Guhema hilft der Härterei Lohe - Übergangshalle ist gefunden

Denn die beiden Lohe-Chefs haben es eilig. Direkt nach dem Großbrand sind sie bei der Firma Guhema untergekommen. Die Nachbarn und Kollegen helfen sich. In der Küche haben Boris Saric und Gero Enters behelfsmäßig ihr Büro aufschlagen können. Die Mitarbeiter arbeiten bei Guhema die aktuellen Aufträge ab. Die Firma Lohe will keine Kunden verlieren.

Kurzfristig und für den Übergang will das Unternehmen in eine andere Industriehalle umziehen. Die ist bereits gefunden. Baudezernent Peter Heinze will sich nun um die rasche Genehmigung des Betriebs kümmern. Parallel dazu sollen die Brandruine abgerissen und die Fläche danach neu bebaut werden. Einschließlich explosionssicherer Tanks für den Wasserstoff.

Polizei: Technischer Defekt oder Fahrlässigkeit sind Brandursache

Die Polizei geht weiterhin von einem technischen Defekt oder Fahrlässigkeit aus, der die Firma am 30. Juli in Flammen aufgehen ließ.

Mitarbeiter schickte verzweifelt Video an den Chef

Ein Mitarbeiter filmte zufällig den Moment, da die Flammen bis unter das Hallendach schlugen, und schickte dem Chef das Video in den Urlaub. „Ich habe nur zurückgeschrieben: Mach, dass Du da raus kommst.“

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