Rock-Festival im Kultshock

„Löwen Schrei“: Lieber etwas kleiner als gar nicht feiern

Corpsepain war eine der sechs Bands, die beim Löwen Schrei auf der Bühne standen. Foto: Doro Siewert
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Corpsepain war eine der sechs Bands, die beim Löwen Schrei auf der Bühne standen.

Das Line-Up besteht aus Bands, die in der Szene bekannt sind, und es lockt auch Gäste aus weiter entfernten Gegenden nach Remscheid.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Strahlender Sonnenschein, der Grill läuft und man kann es sich auf den Liegestühlen in der Beach-Area bequem machen, während Punk Rock und Metal aus dem Inneren des Kultshocks in der Stockder Straße dröhnen: Löwen Schrei heißt das Metal-Festival, das an diesem Samstag zum ersten Mal stattgefunden hat.

Organisiert hat das Festival die frisch ausgelernte Veranstaltungskauffrau Angie Bark. „Ich hatte das Gefühl, dass Corona mich in der Ausbildung davon abgehalten hat, wirklich zu zeigen, was ich kann, was meinen Beruf ausmacht. Ich wollte mir meinen Titel verdienen“, erzählt die junge Remscheiderin. Sie möchte den gebeutelten Künstlern Raum geben, sieht sich auch in der Verantwortung.

So startete sie einfach, suchte Unterstützung und fand sie, in Person von Maximilian Süss, Gastronom und Initiator von „Kunst und Kultur in Remscheid“. „Angie hat einen super Job gemacht, die gesamte Kommunikation mit den Bands und Gästen, aber auch die Werbekampagne hat sie organisiert“, erklärt Süss, der unter anderem hinter der Streaming-Technik und den Designs von Logo und Flyern steckt.

Dr. Mark Benecke, Kriminalbiologe und Buchautor, moderiert das Festival „Löwen Schrei“

Die Veranstalter waren froh, dass die Lage es zugelassen hat, dass aus dem ursprünglichen Online-Festival auch eines mit Gästen wurde. Im Kultshock finden in normalen Zeiten Events mit bis zu 600 Gästen statt, jetzt sind es 50 Gäste, aber auch die haben gute Laune. „Wir waren schnell komplett ausverkauft und wir hätten noch viel mehr Tickets verkaufen können, was jetzt durch die 3-G-Regel auch gegangen wäre“, sagt Süss. Doch nur weil man manches tun könne, müsse man es nicht. Für den Anfang sollte es so klein bleiben.

Klein, aber mit hochkarätiger Besetzung. Das Line-Up besteht aus Bands, die in der Szene bekannt sind, und es lockt auch Gäste aus weiter entfernten Gegenden nach Remscheid. Mit Dr. Mark Benecke hat Löwen Schrei aber auch einen besonderen Moderator an Land gezogen. „Die Veranstalter haben mich einfach angeschrieben und es passte halt gerade“, erzählt der Kriminalbiologe und Buchautor. Ihm gefalle einfach das Konzept.

Berührungsängste muss mit ihm keiner haben – Autogramme, Fotos und lustige Interviews über Haarpflege und Musik mit den Bands, alles kein Problem für den Mann, der selbst in der Szene zu Hause ist und 2013 Spitzenkandidat von Die Partei bei der Bundestagswahl war. Er würde auch gerne wiederkommen zu einer Neuauflage. „Das liegt aber eben auch beim Veranstalter“, erklärt Benecke.

Die Einnahmen kommen den Bands zu Gute

Nicht nur der Moderator ist das erste Mal im Kultshock, sondern auch Nico Lewitz. Sein Kumpel und er kommen aus Bocholt, um die Band „Schlagwetter“ zu sehen, die später auf dem Programm steht. „Das Wetter ist super und lockt irgendwie raus, aber es ist super hier“, meint er. Etwas schade sei es schon, dass nur so wenig Menschen dort sein könnten, aber mit Corona besser als nichts.

Das Virus ist auch weiterhin allgegenwärtig mit Masken, Desinfektion, Sitzplatzzwang und einer Teststation, trübt aber die Laune kaum. Die Bands geben alles auf der Bühne und erfüllen das Kultshock mit Leben. Mal in Jeans und Shirt, mal mit Geweihen, Schminke und etwas Poesie so wie „Corpsepain“.

„Sämtliche Einnahmen sollen den Bands zugutekommen, wir als Organisatoren haben uns hinten angestellt. Trotzdem soll niemand leer ausgehen, es wird nach Abzug aller Kosten fair umverteilt“, er-klärt Angie Bark. Die Remscheiderin ist zufrieden mit ihrem ersten Event-Baby, weiß aber schon, was sie im kommenden Jahr anders machen wird. Schon jetzt ist klar: Auch 2022 wird es Löwen Schrei wieder geben. Nur der Termin steht noch nicht fest.

Hintergrund

Neben den Eintrittsgeldern gab es beim Löwen Schrei auch die Möglichkeit, den Künstlern Geld über eine Crowdfunding-Kampagne über Startnext zukommen zu lassen. So kamen noch einmal 2080 Euro durch 23 Unterstützer zusammen.

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