Kulturausschuss

Löwen-Denkmal soll Fall für Historiker werden

Denkmal mitdüsterer Geschichte: Um den Löwenvor dem Rathaus ging es in der Ortspolitik. Foto: Roland Keusch
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Denkmal mitdüsterer Geschichte: Um den Löwenvor dem Rathaus ging es in der Ortspolitik.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Experten sollen Informationen über geschichtlichen Hintergrund liefern

Remscheid. Das Löwen-Denkmal am Rathaus sorgte für Gesprächsstoff bei den Ortspolitikern im Kulturausschuss. Im Vordergrund stand dabei seine unrühmliche Vergangenheit, die bis in den Nationalsozialismus zurückreicht. Daran soll künftig eine Hinweistafel erinnern. Zudem soll es an der Statue einen QR-Code geben, über den Interessierte zu weiteren Informationen über den Löwen im Internet gelangen können. Dies wird zum Fall für eine Arbeitsgruppe, die Stadtdirektor Sven Wiertz „gegen Ende der Sommerferien“ erstmals einberufen will, wie er bei der Sitzung am Mittwochabend ankündigte.

Die Beratungen des neuen Löwen-Komitees fallen in eine Phase, in der die Sanierung des Denkmals vorbereitet wird. Denn: Hier nagt der Zahn der Zeit. An und auf dem Löwen gedeiht Wildwuchs. Es gilt, die Fassade neu zu verfugen, marode Steine zu ersetzen. 90 000 Euro stehen für dieses Projekt zur Verfügung, das 2022 umgesetzt werden soll. In diesem Zusammenhang ist vorgesehen, Tafel und QR-Code anzubringen. „Deshalb ist es höchste Zeit, dass wir damit endlich zu Potte zu kommen“, mahnte Fritz Beinersdorf (Linkspartei) dazu, die Angelegenheit nicht auf die lange Bank zu schieben.

Remscheid: Löwen-Denkmal wurde 1939 eingeweiht

Was aber soll konkret auf dem Hinweisschild am Denkmal stehen, das 1939 auf dem damaligen Adolf-Hitler-Platz vor dem Rathaus eingeweiht wurde? Worüber soll per QR-Code informiert werden? Über diese Fragestellungen sollten in der Arbeitsgruppe nicht nur Vertreter aus den Parteien diskutieren, sondern auch Fachleute, forderte Beatrice Schlieper (Bündnis 90/Die Grünen). „Wir benötigen ja viele Informationen über die ursprüngliche Geschichte.

Da wäre wissenschaftliche Begleitung sinnvoll“, brachte sie die Dienste von Historikern ins Spiel, was im Ausschuss nicht auf Widerspruch stieß. Fachlichen Rat werde es in jedem Fall von einer anderen Seite geben, kündigte Stadtdirektor Wiertz an. Die untere Denkmalbehörde werde im Arbeitskreis mit am Tisch sitzen. Und dort wird ganz sicher auch eine geschichtliche Einordnung der ursprünglichen Widmung vorgenommen, die längst vom Löwen-Denkmal verschwunden ist: „Dem Schöpfer des Großdeutschen Reiches in Dankbarkeit“.

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