Meine erste Platte

Linkin Park prägt seinen Musikgeschmack bis heute

Marvin Christian Schneider ist leidenschaftlicher Linkin-Park-Fan.
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Marvin Christian Schneider ist leidenschaftlicher Linkin-Park-Fan.

Marvin Christian Schneider ist ein leidenschaftlicher Musikhörer – Der Song „Numb“ hat ihn als 13-Jährigen umgehauen.

Von Peter Klohs

Marvin Christian Schneider ist ein leidenschaftlicher Musikhörer. Wenn er Musik gut findet, liebt er sie heiß und innig und verteidigt sie gegen Kritiker. Allerdings ist er auch bei Musik, die er nicht mag, leidenschaftlich. Dazu später.

Der 1994 in Remscheid geborene Student der Politikwissenschaften und Vorsitzender des Vereins My-Viertel sagt von seiner Familie: „Die Schneiders haben alle immer gerne Musik gehört, sind aber herzlich untalentiert.“ Die Eltern hörten Robbie Williams und Gentleman, waren aber für alle Musikstile offen.

Die Leidenschaft für seine erste Platte begann im Alter von 13 Jahren, 2007 war das. Beim Viva- und MTV-Anschauen hat ihn damals ein Song umgehauen: „Numb“, ein Dreiminutenstück, das wie vieles der Band Linkin Park zwar hart ist, jedoch eine Atmosphäre von Melancholie, ja Traurigkeit verbreitet. „Alles an diesem Song ist gut“, sagt Schneider. „Zuvorderst der Lead-Sänger Chester Bennington, dessen Stimme einzigartig ist. Leider hat er diese Welt 2017 im Alter von 41 Jahren freiwillig verlassen, was einer der dunkelsten Tage meines Lebens war. Diese Mischung aus Cross-over, Nu Metal und Elektro-Sounds geht mir unter die Haut. Ich habe das Stück vor unserem Gespräch noch mal gehört. Das ist immer gut hörbar und gut gealtert. Obwohl Linkin Park schon einige Jahre nichts Aktuelles mehr gemacht haben, hat sich die Band, soweit ich weiß, noch nicht aufgelöst.“

Kein Wunder also, dass der erste Konzertbesuch Marvins dieser Band galt. „Ich sah Linkin Park 2008 in der Lanxess-Arena in Köln. Das war sowas von krass und hat mich mindestens fünf Mal umgepustet. Episch. Das ist halt die Band, die mich geprägt hat wie keine andere.“

Aber auch andere Musikgruppen haben Eingang in Schneiders Musikleidenschaft gefunden. Dazu gehört Bring Me The Horizon, eine Band aus England, die Metalcore spielt, eine Mixtur aus Extreme Metal und Hardcore Punk. Deren CD „Sempiternal“ von 2013 bezeichnet er als bestes Metal-Core-Album der vergangenen 20 Jahre. Es wundert wenig, dass er diese Musik liebt. Welche Gruppe bezeichnet BMTH wohl als ihren größten Einfluss? Genau, Linkin Park. „Jetzt ist die Band leider poppig und ziemlich erfolgreich geworden“, weiß er.

Es gibt eine österreichische Band, die er auch sehr schätzt: Wanda. Ich gebe zu, diesen Namen noch nie gehört zu haben. „Da bist du nicht alleine“, vermutet der Grünen-Politiker. „Das ist Ösi-Pop mit schrägen Texten, gesungen von einer tollen Stimme. Wenn wir das in ein paar Jahren noch mal hören, dann schämen wir uns gewiss.“ Er lacht. Was ist ihm wichtig beim Musikhören? „Drei Dinge“, kommt es sehr spontan. „Der Sound der Produktion muss mir gefallen, die Message des Textes muss bei mir ankommen, und der Künstler soll Charisma haben. Das alles ist extrem wichtig. Die Mainstream-Hits heutzutage sagen mir deswegen alle nichts. Das ist so billig produziert. Nimm nur diesen Ed Sheeran. Das ist so weichgespült. Das mag ich gar nicht.“

Ansonsten ist sein Musikgeschmack weit gefächert. Schlager mag er nicht hören, und eine deutsche Band hasst er regelrecht (| Kasten). Klassik ist stimmungsabhängig, in Jazz muss er sich reinhören. „Ich höre sehr wenig Musik, die vor dem Jahr 2000 erschienen ist“, gibt er zu. „Das ist nicht mehr mein Zeitgeist. Ich streame die Musik, aber wenn mir etwas gefällt, dann unterstütze ich die Künstler durch Kauf des Albums oder durch Konzertkarten.“ Die Band Muse mit ihrem leichten Hang zum Progressive Rock möchte er gerne noch live sehen. „Aber ich bin guter Dinge. Das mag ja noch werden.“

Und der Geheimtipp zum Schluss: „Abay aus Koblenz. Diese Stimme!“

Unerträglich

So leidenschaftlich sich Marvin Christian Schneider in Musik verlieben kann, so leidenschaftlich hasst er manche Bands auch. An erster Stelle steht da für ihn die Kölner Poprockband AnnenMayKantereit. „Ich kann diese Musik nicht ertragen“, kommt es aus ihm heraus. „Dieser Sänger, Henning May, Mannomann, ganz schlimm. Das ist alles so aufgeblasen und heuchlerisch. Furchtbar. Und“, fügt er hinzu, „das darfst du alles schreiben. Jedes Wort. Ich stehe zu den guten Bands, und zu den schlechten ebenso.“

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