Politik

Linke schickt Beinersdorf ins OB-Rennen

Wie schon vor sechs Jahren tritt Fritz Beinersdorf erneut als OB-Kandidat für die Linke in Remscheid an.
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Wie schon vor sechs Jahren tritt Fritz Beinersdorf erneut als OB-Kandidat für die Linke in Remscheid an.

Die Partei stellt sich für die bevorstehende Kommunalwahl auf.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Linke in Remscheid schickt erneut Fritz Beinersdorf als OB-Kandidat ins Rennen. Beinersdorf wurde beim Parteitag am Samstag von den anwesenden Mitgliedern sowohl als Direktkandidat für das Amt des Oberbürgermeisters als auch auf Platz 1 der Liste für den Stadtrat gewählt. Zusammen mit Brigitte Neff-Wetzel (Platz 2) und dem Remscheider DGB-Vorsitzenden Peter Lange (3) führt er die Partei nun in den bevorstehenden Kommunalwahlkampf.

„Das ist sicherlich die beste Möglichkeit, unsere Politik nach außen zu bringen“, sagt Beinersdorf zu seiner eigenen OB-Kandidatur. Die Partei die Linke in Remscheid habe „lange, lange“ abgewogen, ob sie einen eigenen Kandidaten aufstellen soll. „Möglicherweise hätten wir verzichtet, wenn es sonst nur zwei Kandidaten gegeben hätte.“ Doch seit feststehe, dass die WiR mit einem eigenen Kandidaten antrete, habe man sich ebenfalls damit beschäftigt.

Vor allem, das gibt Beinersdorf unumwunden zu, um zusätzliche Aufmerksamkeit für seine Partei im Wahlkampf zu erreichen. „Das kann man deutlich sehen, wenn man die Wahlen 2009 und 2014 analysier“, so Beinersdorf, der bereits vor sechs Jahren bei der OB-Wahl antrat und damals mit 6 Prozent das drittebeste Ergebnis unter fünf Kandidaten und einen Achtungserfolg erzielte. Insbesondere die Teilnahme an öffentlichen Diskussionen der OB-Kandidaten seien ein gutes Mittel, die eigenen Inhalte zu transportieren. „Und das hat mir auch immer sehr viel Spaß gemacht.“

Derzeit gibt es fünf Kandidaten um das Amt des Verwaltungschefs in Remscheid: Amtsinhaber Burkhard Mast-Weisz (SPD), der neben seiner eigenen Partei auch von der FDP und den Grünen unterstützt wird, trifft auf Alexa Bell (CDU), Roland Kirchner (WiR), Peter Keck (ProRemscheid) und eben Fritz Beinersdorf. Noch könnten aber weitere Anwärter hinzukommen, entsprechende Wahlvorschläge können noch bis Ende Juli beim Wahlleiter eingereicht werden. Das eigentlich für den 16. Juli 18 Uhr geplante Ende der Frist wurde gerade erst wegen Corona um elf Tage nach hinten verschoben.

Neben dem Spitzentrio – die Linke hatte in den beiden letzten Stadträten immer jeweils drei Sitze – wurden beim Parteitag am Samstag die Kandidaten für die weiteren Listenplätze und alle Wahlbezirke gewählt. Außerdem für die vier Bezirksvertretungen.

So stellen sich in Alt-Remscheid Thorsten Schwandt, Martin Klück, Wolfgang Kolonko und Fritz Beinersdorf zur Wahl. Im Süd-Bezirk Klaus Wetzel, Gerald Wolf, Brigitte Neff-Wetzel und Frank Dirk Hilbert; in Lennep Colin Cyrus, Michael Eisele, Peter, Lange und Philipp Schäfer sowie in Lüttringhausen Axel Behrend, Eike Jesinghaus, Andrea Benkert und Thomas Fritsche. Außerdem verabschiedete der Parteitag das Kommunwalprogramm 2020 einstimmig.

Die Kommunalwahl 2020 findet am 13. September statt, eine eventuelle Stichwahl gäbe es 14 Tage später. | Standpunkt

Standpunkt

sven.schlickowey@rga-online.de

Ein Kommentar von Sven Schlickowey

Die Zahl der OB-Kandidaten ist auf fünf gestiegen – und mindestens zwei davon, Roland Kirchner von der WiR und Fritz Beinersdorf von den Linken, dürften sich sehr wohl im Klaren sein, dass sie nicht wirklich die Chance haben, Erster Bürger dieser Stadt zu werden. Sie tun sich den Wahlkampf an, um zusätzliche Stimmen für ihre Partei zu sammeln. Und sie erhöhen damit die Möglichkeit, dass es zu einer Stichwahl kommt. Und die Rescheider 14 Tagen nach der ersten Wahl erneut zur Urne schreiten müssen. Das könnte man ihnen vorwerfen – sollte man aber nicht tun. 

Bei einer Wahl anzutreten, ist nicht nur das gute Recht auch eher aussichtsloser Kandidaten. Ein breiteres Kandidatenfeld stärkt auch die Demokratie, indem es dem Wähler mehr Facetten bietet, seine Meinung auszudrücken. Wer´s einfacher mag, der sollte seinen Blick auf das faktische Zwei-Parteien-System in den USA richten. Wenn der Preis für etwas mehr Vielfalt ist, zweimal innerhalb von zwei Wochen in ein Wahllokal gehen zu müssen, dann ist dieser ein eher geringer.

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