Lager bleiben leer

Lieferengpässe machen Fahrradhändlern noch immer zu schaffen

Wolfram Haring von Motor Eberhardt rechnet sobald nicht mit einer Entspannung der Situation. Foto: Michael Schütz
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Wolfram Haring von Motor Eberhardt rechnet sobald nicht mit einer Entspannung der Situation.

Die Branche boomt – Lager sind ausverkauft und bleiben leer.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Das schöne Wetter im ersten Lockdown zog zahlreiche Menschen aus ihren Häusern auf die Fahrräder. Weil die Corona-Pandemie die Produktion vieler Ersatzteile gestoppt hat, kam es im vergangenen Jahr zu Lieferengpässen. „Die Engpässe gibt es noch immer. An Ersatzteile kommen wir nur schwerlich“, berichtet Wolfram Haring von Motor Eberhardt. Von 200 georderten Fahrradschläuchen seine bislang erst 60 angekommen: „Besonders die Schläuche kommen nur dröppelweise.“ Der Grund dafür: Egal, um welches Fahrzeug es sich handle, die Ersatzteile kämen aus Fernost. „Die Lager sind ausverkauft. Es kommt aber nichts nach, da hapert es momentan.“ Ob sich die Lage so bald entspannt, daran zweifelt Wolfram Haring.

Nicht nur das schöne Wetter, auch der lange Lockdown lässt die Menschen mangels Alternativen zum Rad greifen. „Wir haben doppelt so viele Fahrräder in der Werkstatt als im gleichen Zeitraum vor drei Jahren“, sagt er. Der Verkauf an E-Bikes sei nach wie vor hoch. Dennoch merke der Fahrradhändler eines: „Die Leute sind recht geizig. Sie kaufen eher qualitativ minderwertige Ware bei Discountern als hochwertige beim Händler, von der sie mehrere Jahre etwas hätten.“ Das Problem daran sei, dass es Ersatzteile dann auch nur bei dem Vertragshändler des Discounters gebe

Den Samstag nutzt Rudolf Hahn momentan für Reparaturen. „Worüber ich mich jedes Jahr mokiere, ist, dass die Leute nicht wissen, dass wir jedes Jahr ein Frühjahr bekommen,“, sagt Rudolf Hahn scherzhaft. „Die Kunden kommen immer am zweiten Tag des schönen Wetters, egal, ob das im Februar startet oder erst im Sommer.“ Reparaturen gebe es in seinem Ein-Mann-Betrieb sehr viele. Den Überblick über die Planbarkeit habe er derzeit noch. Im Moment müssten die Kunden etwa eine Woche auf ihr Rad warten. Dennoch gebe es noch immer einen Lieferengpass bei den Herstellern. Fahrradnaben seien beispielsweise erst im Juni wieder erhältlich, berichtet Rudolf Hahn. Eine Erklärung dafür habe er nicht. „Auf die Situation kann man sich eigentlich seit längerer Zeit einstellen“, sagt er.

Eine solche Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage habe Andreas Vogt von Fahrräder Vogt noch nie erlebt. „Die Situation ist für mich einzigartig“, sagt er. Bedenken habe er für den Sommer, wenn die Nachfrage besonders stark ist, die Lieferengpässe aber weiterhin bestehen sollten.

Auch das Zweirad-Center Lambeck in Wermelskirchen bittet um Geduld.

Mit einigen wenigen Handgriffen bekommt auch ein Laie sein Fahrrad fit für den Frühling.

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