Open Air auf dem Schützenplatz

„Liebe und Musik“ soll es auch 2022 komprimiert auf ein Wochenende geben

Das Konzert der Kölschrocker Brings (hier Peter und Stephan Brings) zählte zu den gut besuchten beim „Liebe und Musik“-Festival. Foto: Roland Keusch
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Das Konzert der Kölschrocker Brings (hier Peter und Stephan Brings) zählte zu den gut besuchten beim „Liebe und Musik“-Festival.
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    VonAndreas Weber
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Veranstalter Sebastiao Pembele zieht Festival-Bilanz – Viele Konzerte auf dem Schützenplatz blieben vom Zuspruch hinter den kalkulatorischen Erwartungen zurück.

Remscheid. Ein ausgelassener Gentleman und ein Publikum, das ausrastete. Ein dankbarer Künstler, der die Nähe zu den Fans auf dem Schützenplatz sucht, und 1200 Besucher, die wie in alten Zeiten zwanglos Spaß hatten. Diese abendlichen Bilder und Videoaufnahmen auf seinem Handy wird Sebastiao Pembele so schnell nicht löschen. Sie sind die Belohnung für den monatelangen Mammutaufwand, der dem „Liebe & Musik“-Festival vorausging und der krönende Höhepunkt einer Konzertreihe, die unter dem Strich jedoch der Pandemie Tribut zollte.

„Kaufmännisch hat es sich nicht gerechnet“, räumt der Berliner Veranstalter (Luv´n Music Entertainment) ein. Das Festival mit seinen zwölf Konzerten lief vom Zuspruch mal besser, mal zäh. Zwischen ausverkauft und knapp unter 100 Gästen. Bei Reggae-Star Gentleman zum Abschluss war es rappelvoll, Torsten Sträter lief super, Brings und Milow waren sehr ordentlich. Aber es blieben für Pembele viele Konzerte, die die Kosten längst nicht deckten. „Es ist Corona geschuldet“, zuckt er mit den Achseln.

Luv‘n Music hat sich in einer schwierigen Zeit als einer von Wenigen getraut, hoch ins Risiko zu gehen. Sebastiao Pembele, seit 2016 mit Luv´n Music selbstständig, juckte es. „Erst bin ich im Berufsverbot gewesen, dann haben wir ambitioniert losgelegt und auf viele Kulturhungrige gehofft, 700 bis 1000 pro Termin.“ Fans gab es zwar, aber nicht genug, um das Minus zu vermeiden. Vielen fällt es noch schwer, nach langer Abstinenz sich in größere Ansammlungen zu begeben.

Zwischen 4500 bis 5000 Tickets verkaufte der Veranstalter insgesamt

Zwischen 4500 bis 5000 Tickets verkaufte der Veranstalter insgesamt und ist äußerst dankbar, dass sich mit „www.remscheid-live.de“ ein regionaler Anbieter für den Kartenvorverkauf fand. Die Resonanz ist zwar ernüchternd, ist aber nicht dem Standort Remscheid geschuldet. Teilweise zeitlich überlappend, richtet Luv´n Music das Strandkorb-Festival in Bielefeld bis 2. Oktober aus. Von der Besucherkapazität in einer ähnlichen Größenordnung wie auf dem Schützenplatz.

Auch im Ostwestfälischen stellt Pembele trotz klangvoller Namen wie Philipp Poisel, Saltatio Mortis, Sasha und Culcha Candela und den Bläck Fööss Zurückhaltung fest.

Ursprünglich hatte er vor, in Remscheid ein Festival mit 25 Terminen auf die Beine zu stellen. Das war der Stadt zu viel. Beide Seiten einigten sich auf zwölf Gigs. Das enorm teure Konzept mit den Strandkörben setzte Pembele nur in Bielefeld um. Für Remscheid entschied er sich, nachdem sich die Boxen-Lösung (Cola-Kisten als Abgrenzung) nicht realisieren ließ, für eine Bestuhlung. Die wurde zwar anfangs von einigen Gästen kritisiert, erwies sich aber als kluge Entscheidung. Und zum Schluss wurde sie sogar von Gentleman über den grünen Klee gelobt. Gentleman weckt die Lebensfreude bei den Reggae-Fans.

„Kaufmännisch hat es sich nicht gerechnet.“

Sebastiao Pembele, Veranstalter

Denn in den Strandkörben wären die Besucher versunken, zu einer anonymen Masse geworden. So aber hatte die Band den direkten Draht zum Publikum, kam das positive Feedback sichtbar rüber. Auch wenn ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr alles nach dem Abstandsregelwerk von Corona lief, die Stühle verwaisten und viele Fans sich vor der Bühne tummelten.

Seine alte Heimat Remscheid hat Sebastiao Pembele auserkoren, langfristig etwas aufzubauen. Er möchte seiner Heimat Liebe und Musik geben. Auch 2022 soll es „Liebe und Musik“ auf dem Schützenplatz geben. „Dann allerdings komprimiert auf ein Wochenende am Freitag, Samstag und Sonntag“, kündigt Pembele an. „Wenn wir wieder laut werden dürfen, kommen wir wieder“, sagt er. Denn dass er die Konzerte nach Beschwerden von Anwohnern auf 60 db runterpegeln musste, hätte wohl einige Bands und Künstler abgeschreckt zu kommen, wenn sie es im Vorfeld gewusst hätten.

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