In die Top 25 gewählt

Lenneper Malerin Shahin de Heart erhält globale Auszeichnung

Shahin de Heart in ihrem Atelier in Lennep hinter einem aktuellen Schwarzwald-Werk, einer Frau mit Bollenhut. Foto: Roland Keusch
+
Shahin de Heart in ihrem Atelier in Lennep hinter einem aktuellen Schwarzwald-Werk, einer Frau mit Bollenhut.

Shahin de Heart wurde dieses Jahr vom Global Listening Centre in die Top 25 der herausragenden Frauen in der Welt gewählt.

Von Andreas Weber

Remscheid. Sie ist das, was die Wirtschaft als einen „Hidden Champion“ bezeichnen würde. Shahin de Heart steht für Weltklasse in Lennep. Vernetzt quer über den Globus, aber in ihrer Heimat Lennep weitgehend im Verborgenen kreativ, ist die Künstlerin im Oktober vom Global Listening Centre 2021 zu einer der herausragendsten Frauen der Welt gekürt worden.

In der Top 25 der „Outstanding Women Listeners in the World“ steht die Deutsch-Iranerin neben Angela Merkel, der neuseeländischen Ministerpräsidentin Jacinda Ardern und der First Lady der USA, Jill Biden. Unter den Künstlerinnen wie der italienischen Pianistin Maria Tipo, der japanischen Schauspielerin Tetsuko Kuroyanagi und der amerikanischen Opernsängerin Renee Fleming ist sie die einzige Malerin, der die Ehre zuteil wurde. Das gemeinnützige Global Listening Centre ist ein internationales Wissenschaftsgremium aus allen fünf Kontinenten, das sich weltweite Verständigung, Zuhören und Brückenbauen zwischen Gesellschaften und Kulturen zur Aufgabe macht.

Der Leitspruch der Kosmopolitin ist: Malerei ist Denken

Shahin de Heart wird diesen Zielen gerecht. 1946 in Teheran geboren, erhielt sie schon mit elf Jahren einen Preis als beste persische Nachwuchsmalerin. Die Auszeichnung war ein Gedichtband des Dichters und Mystikers Hafis (1315 bis 1390). Buchstaben aus zwei seiner Gedichtzeilen spiegeln sich bis heute in vielen ihrer Werke abstrahiert wider: „Lass uns das Dach des Himmels öffnen und täglich eine neue Welt entwerfen.“ Shahin de Heart steht für diese Offenheit, für eine Verbindung von Orient und Okzident, Osten und Westen sowie klassischen wie modernen Kunstgenres.

Der Leitspruch der Kosmopolitin ist: Malerei ist Denken. Die Ehefrau des ehemaligen Remscheider Stadtdirektors und Kulturdezernenten Dr. Christian Henkelmann hat im Laufe der Jahrzehnte eine vierstellige Zahl von Bildern geschaffen. Umweltprobleme thematisierte sie schon auf ihren abstrakt-figurativen Ölgemälden, als diese in den 80er-Jahren in der „To do“-Liste von Industrie und Politik konsequent ignoriert wurden.

Es geht um Wasserknappheit, Verwüstung, Erderwärmung, Ozonloch, Insektensterben. Auch geopolitischer Zündstoff prägt ihr Schaffen: Libyen vor dem Krieg, Ägypten vor der Revolution, Opium-Felder in Afghanistan. Vielfach kombiniert sie ihre gewaltigen Kompositionen auf 2 x 1,60 Meter Leinwand mit nackten Frauen. Diese stehen als Motiv für den Archetypus der Urmutter Erde. Ihre „Nudes“ sind eingebettet in einen Grundgedanken: eine Welt. Shahin de Heart ist sich auch sicher, dass Europa per Kontinentaldrift in ferner Zukunft zu seinen afrikanischen Ursprüngen zurückkehren wird, wo die Menschheit ihren Ausgang nahm. Auch dies nimmt sie in ihren Bildern vorweg.

Mit Galeristen arbeitet Shahin de Heart nicht mehr zusammen, hat Kommunikation und Vermarktung ihrer Kunst seit Jahren in die sozialen Netzwerke verlagert. Seit 2014 ist sie bei LinkedIn, mittlerweile mit 31 000 Followern, und vernetzt sich erfolgreich bei Facebook und Instagram. Von den USA bis nach Saudi-Arabien wird die Muslimin wahrgenommen. Verkauft wird in die ganze Welt. Das Haus der Henkelmanns in der Lenneper Altstadt atmet Kunst in jedem Winkel. Überall hängen und stehen Werke der überaus produktiven Künstlerin, für die Malen ihr Leben ist.

Zurückgezogen in Lennep: Corona hat ihr Leben nicht verändert

Corona, sagt sie, habe sie nicht verändert. „Ich bin nur nicht mehr ganz so oft in den Supermarkt gegangen.“ Schon vor Covid sei sie eher eine Einzelgängerin gewesen, die zurückgezogen lebt. „Ein Gruppenmensch war ich nie.“ Insoweit war die Frage nach der Online vorgenommenen Auszeichnung des Global Listening Centres, ob sie nun vor Freude in Remscheid eine Party schmeißen würde, schnell beantwortet.

Zur Person

Die gebürtige Perserin Shahin de Heart betrachtet sich seit ihrem Malereistudium in Manchester/England und einem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Ethnologie in Köln – wo sie Christian Henkelmann kennenlernte – stets als gesellschaftskritische Malerin. Mit 19 Jahren folgte Shahin ihrem älteren Bruder, der in Aachen studierte, nach Deutschland.

Und noch eine interessante Person aus Remscheid: Ulrich Spormann blickt auf 50 Jahre Bühnenerfahrung

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz steigt auf 334,5
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz steigt auf 334,5
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz steigt auf 334,5
Michael Wellershaus: „Täter sind skrupellos und professionell“
Michael Wellershaus: „Täter sind skrupellos und professionell“
Michael Wellershaus: „Täter sind skrupellos und professionell“

Kommentare