Abriss oder Umbau?

Zukunft des Röntgen-Stadions ist ungewiss

Abriss oder Umbau? Diese Frage zum Röntgen-Stadion sollte bald beantwortet sein.
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Abriss oder Umbau? Diese Frage zum Röntgen-Stadion sollte bald beantwortet sein.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Remscheids Oberbürgermeister wartet weiter auf ein Finanzierungskonzept. Der FCR-Vorsitzende bittet um Geduld.

Remscheid. Die Zukunft des Lenneper Röntgen-Stadions bleibt ungewiss: Nach wie vor führt die Vereinsspitze des FC Remscheid Gespräche mit potenziellen Investoren, die sich für einen Kauf der Anlage interessieren und sie in die Zukunft führen wollen, berichtet der Vorsitzende Ralf Niemeyer. Dabei hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) deutlich gemacht, dass er bis Ende 2022 ein belastbares Finanzierungskonzept erwarte. „Leider habe ich kein Signal erhalten“, erklärt der OB auf RGA-Anfrage. In den nächsten Tagen werde er sich mit dem Verein in Verbindung setzen, um zu erfahren, ob der Erhalt des Stadions „mehr als ein Wunsch“ ist.

Der OB wartet auf ein Konzept fürs Stadion.

Für eine Erfüllung dieses Wunsches wäre viel Geld nötig. Die Stadt Remscheid müsste das Stadion an das Investorenteam verkaufen. Im Anschluss müsste eine Modernisierung der betagten Anlage erfolgen – ebenfalls mit privaten Mitteln.

Mast-Weisz spricht in diesem Zusammenhang von einem zweistelligen Millionenbetrag, der aufzubringen wäre: „Wir werden in Kürze Gespräche mit Architekten führen, wie ein Umbau aussehen kann“, berichtet Niemeyer, der noch um etwas Geduld bittet. Er könne aber nachvollziehen, dass die Verantwortlichen bei der Stadt Remscheid nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag auf das Zukunftskonzept warten könnten.

„Nun muss der Verein endlich aus dem Quark kommen.“

OB Burkhard Mast-Weisz über die Stadionpläne des FC Remscheid

Denn der Zeitdruck steigt: Für die Flächen, die ursprünglich einmal dem Outlet-Center vorbehalten waren, ist für dieses Jahr ein städtebaulicher Wettbewerb vorgesehen. Dafür müsste aber feststehen, worüber sich die interessierten Fachbüros Gedanken machen sollen – also über den Jahn- und Kirmesplatz mitsamt oder ohne das Röntgen-Stadion.

FCR-Chef Ralf Niemeyer hofft auf Investoren.

Einstweilen fühlt sich der OB an einen gültigen Ratsbeschluss gebunden: Das Röntgen-Stadion wird verkauft, dafür erhält der FC Remscheid seine sportliche Heimat im Stadion Reinshagen, das mit Teilen des Erlöses weiter ertüchtigt wird. Es müsste also ein neuer Ratsbeschluss her, nachdem die Investoren, die mit dem FC in Kontakt stehen, ihr Konzept auf den Tisch gelegt haben. „Ich schätze das Engagement des Clubs sehr. Nun muss der Vorstand aber endlich aus dem Quark kommen“, fordert der Oberbürgermeister dazu eine klare Aussage.

FC-Vorsitzender Niemeyer sieht sich derweil auch den Fans verpflichtet, die an dem Röntgen-Stadion als sportliche Heimat für den Landesligisten festhalten wollen. „Wir kämpfen dafür. Ob es uns aber gelingt – das wird nicht so einfach sein.“

Dabei spricht Ralf Niemeyer von der Gründung eines „Konsortiums“ unterschiedlicher Geldgeber, die für Erhalt und Umbau der Anlage sorgen sollen. Der FC Remscheid sei bei weitem nicht in der Lage, dies finanziell stemmen zu können.

Unterdessen ist für Februar die nächste Lennep-Konferenz vorgesehen, bei dem Interessierte ihre Ideen für die ehemaligen Outlet-Flächen geben können. Auch im Hinblick darauf wünscht sich der Oberbürgermeister ein Bekenntnis des Vereins, wobei er eines mit Blick auf das Stadion anmerkt: „Ein Geschenk gibt es nicht.“

Jubiläum

2025 steht das Röntgen-Stadion vor einem Jubiläum: Dann wird es 100 Jahre alt. Ob es dann noch Spielstätte des FC Remscheid ist, hängt davon ab, wie schnell der geplante Abriss erfolgt – sollte der Club keine Investoren für Kauf und Umbau finden.

Standpunkt von Frank Michalczak: Ehrenvoller Kampf

frank.michalczak@rga.de

Mit dem Röntgen-Stadion verbinden zahlreiche Fans des FC Remscheid Erinnerungen an glorreiche Tage, als ihr Club noch Erfolge in der Zweiten Bundesliga feierte. Das ist lange her. Längst ist der FCR in der sechsten Liga gelandet und parallel dazu verfiel das Stadion still vor sich hin, weil der Stadt Remscheid das Geld fehlte, um es von Grund auf zu modernisieren.

Es ist ganz sicher bei den Anhängern des Clubs ein Herzenswunsch, dass es tatsächlich Investoren gäbe, die den Mut aufbringen, das Stadion für die Nachwelt zu erhalten. Doch: Sie müssten nicht nur den Kauf finanzieren, sie müssten auch den Umbau und die Pflege bezahlen. Investoren aber wollen Geld verdienen. Und ob dies alles ein Geschäftsmodell ist, das sich als lukrativ erweist, erscheint doch sehr zweifelhaft.

Der Kampf um den Erhalt der Anlage, die der Verein führt, ist ehrenvoll. Ehrenvoll wäre es aber auch, irgendwann zuzugeben, dass dieser Kampf gescheitert ist. Lennep braucht eine Planungsbasis.

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