„Meine Mutter“

Dreharbeiten in Lennep: Altstadt wird zur Kulisse für Fernsehserie

Drehtag auf der Kölner Straße in Lennep.
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Drehtag auf der Kölner Straße in Lennep.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Ein 33-köpfiges Filmteam drehte am Freitag in der Kölner Straße – Schauspieler Nikolaus Benda „shoppte“ bei Bärbel Beck.

Remscheid. Einen Tag lang wurde die Lenneper Altstadt am Freitag zum Drehort für eine ARD-Fernsehreihe. Weitgehend konzentriert auf die Kölner Straße nahm ein 33-köpfiges Team Szenen für die achte Folge von „Meine Mutter“ auf, ein 90-Minüter mit Margarita Broich und Diana Amft in den Hauptrollen. Freitags zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr wird die leichte Unterhaltungskost ausgestrahlt werden.

Bärbel Beck im Small Talk mit André Deindörfer (Mitte) und Nikolaus Benda.

21 Drehtage hat die Bantry Bay Productions (Köln) bis Ende Mai für die Folge vorgesehen. Die meisten sind im Rhein-Sieg-Kreis angesiedelt, aber auch Lennep liefert die malerische Kulisse, in die die Story gebettet ist. „Meine Mutter“ spielt nämlich in dem Eifel-Städtchen Mechernich rund um das lebhafte Gastronomen-Gespann Toni Janssen und ihre Mutter Heidi.

Margarita Broich hatte in Lennep keinen Einsatz, Diana Amft war erst mittags gefragt. Die Zaungäste in der morgens noch wenig belebten Kölner Straße konnten sich davon überzeugen, dass Fernsehaufnahmen trotz eng getakteter Ablaufpläne ihre Zeit brauchen. Für die 2:20 Minuten, die der Lenneper Anteil an der Folge ausmachen wird, war ein kompletter Tag bis 17.30 Uhr veranschlagt, mit sieben Einsatzorten in der Altstadt. Sie begannen mit einem Schwenk über die Dächer der Altstadt oben von der evangelischen Kirche.

Ina Philipps (Producerin Bantry Bay), Nikolaus Benda (Hajü) und Regisseurin Bettina Schoeller-Boujou.

Früh morgens vor 8 Uhr begann dieser ungewöhnliche Tag auch für Geschäftsinhaberin Bärbel Beck. Relativ zeitnah war sie vor drei Wochen kontaktiert worden, ob sie ihr Modehaus bis mittags zur Verfügung stellen könne. Bei Johann wurden die ersten Einstellungen gedreht. Tags zuvor war dafür ihr Schaufenster von der Filmcrew umgestaltet worden. Die frische bunte Frühlingsmode flog raus, stattdessen wurden die Puppen in der Deko mit Herrenkleidung versehen, jegliche Markenfirmenhinweise verschwanden, stattdessen wurden Zahnräder platziert und „Sale“-Schilder an die Scheibe gehängt.

„Jetzt geht er zum dritten Mal rein, der wird gerade zum Stammkunden.“

Bärbel Beck, Modehausinhaberin

Am Morgen stand Bärbel Beck dann vor ihrem Laden und schaute zu, wie Schauspieler Nikolaus Benda, im Film der „Hajü“, Shoppen geht. Im Prinzip waren es zwei Sequenzen, die am Modehaus Johann spielten. Die eine zeigt „Hajü“, wie er das Kopfsteinpflaster von der Kronenstraße kommend hochschlendert, ein paar Sekunden vor der Auslage verweilt, dann reinmarschiert.

X-mal trat Benda die wenigen Meter an, nachdem Set-Aufnahmeleiter André Deindörfer sein „Go“ gegeben hatte. „Jetzt geht er zum dritten Mal rein, der wird gerade zum Stammkunden“, scherzte Bärbel Beck, die sichtlichen Spaß an den Aufnahmen hatte. Zweite Einstellung für Nikolaus Benda, Filmschauspieler, aber auch Ensemblemitglied am Kölner Schauspiel: Mit vier Einkaufstüten am Arm verlässt er das Modehaus. Nach gut einer Stunde waren diese dialogfreien Bilder im Kasten, garniert mit Komparsen, die als Fußgänger und Radfahrer des Weges kommen.

Immer wieder wird das Bergische zur TV-Kulisse: Filmteam dreht für eine Netflix-Serie im Bergischen

Für Bärbel Beck war es nicht nur die Vermietung ihres Geschäfts, die die Abwechselung lohnten, sie sieht den TV-Tag auch unter einem anderen Gesichtspunkt: „Vielleicht können wir so dazu beitragen, dass unsere wunderschöne Altstadt im Fernsehen ihre Aufmerksamkeit erhält.“ Auch ein freies, kleines Ladenlokal an der Ecke Kronen-/Kölner Straße spielte dabei eine Rolle. Dessen Fenster waren auf der einen Seite als Barber Shop, auf der anderen als Baby Markt präpariert worden. Dorthin führte der zweite Einsatz von Nikolaus Benda. Später ging es noch weiter bis zur Röntgen-Apotheke und eine weitere Einstellung mit Stephan Bieker als dem Postboten „Hanno Hase“ wurde im Kraspütt gedreht.

Während der Dreharbeiten wurden Teile der Altstadt in der Kölner Straße immer wieder kurzfristig gesperrt.

Während der Dreharbeiten wurden Teile der Altstadt in der Kölner Straße immer wieder kurzfristig gesperrt. Zuständig dafür war ein Ur-Lenneper. Heiko Klawonn betreibt in Köln die Verkehrssicherungsfirma Ansgard. Der studierte Germanist, der 1993 am Rögy sein Abi baute, zog 1996 zum Studium in die Domstadt und machte sich als Quereinsteiger 2015 mit seinem Unternehmen selbstständig.

Einen Sendetermin für die achte Folge gibt es noch nicht

Hauptsächlich ist er mit seinen vier festangestellten Kräften und zahlreichen Aushilfen für Filmproduktionsfirmen unterwegs. Heiko Klawonn gefällt es. „Man kommt viel rum, lernt viele Leute kennen, hat immer wieder neue und auch ungewöhnliche Arbeitsplätze.“ Am Freitag aber war für ihn ein Heimspiel, als es darum ging, mit seinen Mitarbeitern auf der Kölner Straße die Absperrgitter kurzfristig zu positionieren, sobald die Kameras liefen.

Einen Sendetermin für die achte Folge von „Meine Mutter“ gibt es noch nicht. Die vorhergehenden Folgen sind allesamt im Frühjahr um 20.15 Uhr in der ARD gezeigt worden, was darauf hindeuten könnte, dass es 2023 wird.

Hintergrund zu der Serie

Sechs Folgen von „Meine Mutter“ sind seit Mai 2018 in der ARD gelaufen, meist als Doppelfolgen an zwei aufeinanderfolgenden Freitagen. Die siebte ist fertig, die Aufnahmen für die achte, die den Arbeitstitel „Meine Mutter und die Gerüchteküche“ trägt, wird Ende Mai beendet. Produziert wird sie von der Bantry Bay Productions im Auftrag der ARD Degeto für die ARD. Produzenten sind Jan Kromschröder, Eva Holtmann. Regie führt Bettina Schoeller Boujou, das Drehbuch schrieb Christian Pfannenschmidt.

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