Politik

Lenneps SPD geht bei Verjüngung voran

Vorstandswahl der Lenneper SPD: (v.l.) Anastasia Kaminsky, Christine Krupp (UB-Vorsitzende), Michael Klever, Regine Youssofi, Daniel Pilz, Jürgen Kucharczyk, Klaus Grunwald, Fabian Gräff, Sofia Rodriguez Eckwert, Elen Albrink und Sabine Krause-Janotta.
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Vorstandswahl der Lenneper SPD: (v.l.) Anastasia Kaminsky, Christine Krupp (UB-Vorsitzende), Michael Klever, Regine Youssofi, Daniel Pilz, Jürgen Kucharczyk, Klaus Grunwald, Fabian Gräff, Sofia Rodriguez Eckwert, Elen Albrink und Sabine Krause-Janotta.
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Sechs Vorstandsmitglieder aus den Reihen der Jusos. Daniel Pilz löst Jürgen Kucharczyk als Vorsitzenden ab.

Von Andreas Weber

Remscheid. Einen bemerkenswerten Verjüngungsprozess hat die SPD eingeleitet. Von den fünf Ortsvereinen werden vier von ihrem Nachwuchs, den Jusos geführt. Zu Nadine Gaede (Westen), Tobias Niebergall (Süd), Sebastian Thiel (Stadtmitte/Hasten) gesellt sich nun Daniel Pilz. In Lennep ist der 20-jährige Student der Kopf eines Vorstandes, in dem sechs Vorstandsmitglieder jünger als 22 Jahre sind. „Es ist an der Zeit, den Mund nicht mehr nur zu spitzen, sondern zu pfeifen“, hatte der Ortsvereinsvorsitzende Jürgen Kucharzyk eine Sitzung eingeleitet, an deren Ende ein Generationenwechsel stand.

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete übergab den Staffelstab an Pilz, der 2020 bei der Kommunalwahl im Wahlkreis Lennep-Zentrum als jüngster SPD-Kandidat angetreten war. Den Einzug in den Rat hatte er trotz eines sehr guten Listenplatzes 3 verpasst, weil bei der SPD nur direkt gewählte Kandidat(inn)en in das Stadtparlament gelangt waren. Daniel Pilz hatte über seine Tätigkeit als Schülersprecher am Rögy-Gymnasium, über den Jugendrat und über „Fridays for future“ in die Politik gefunden.

„Diese Entwicklung liegt sicherlich an unserer starken Juso-Arbeit.“

Daniel Pilz, SPD Lennep

Seit er 2021 zu ihrem Chef in Remscheid gewählt worden ist, erleben die Jungsozialisten regen Zulauf. Die Jusos liegen bei um die 100 Mitglieder, mehr als 30 sind aktiv. „In dieser Größenordnung haben wir mittlerweile Probleme, einen geeigneten Tagungsort zu finden“, spricht Pilz ein Luxusproblem an. Bei den Neuwahlen des Ortsvereins Lennep hatte Kucharzcyk sieben neue Parteibücher mitgebracht, alle für Mitglieder unter 25 Jahren. „Dass es diese Entwicklung im Ortsverein gibt, liegt sicherlich an unserer starken Juso-Arbeit.“ Aber auch, wie Pilz direkt hinzufügt, daran, dass es in seiner Partei keinen Generationenkonflikt gäbe. „Das zeigt sich auch darin, dass Jürgen Kucharczyk und Klaus Grunwald dem neuen Vorstand erhalten bleiben.“ Pilz ist stolz auf die Verjüngungskur bei den Genossen. Dem Lenneper Vorstand gehören auch Elen Albrink, ehemalige Schülersprecherin an der Albert-Schweitzer-Realschule und Jugendratsmitglied, die Schülerinnen Anastasia Kaminsky und Sofia Rodriguez Eckwert, Azubi Fabian Gräff sowie der Älteste im Bunde, der 22-jährige Michael Klever an.

Momentan ist Daniel Pilz durch eine Klausurenphase stark im Studium gefordert. Er ist gleich doppelt unterwegs. Vor anderthalb Jahren immatrikulierte er sich für Sozialwissenschaften in Köln, Jura in Bochum, getragen durch ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung hat sich noch hinzugesellt. Auf letzterem wird bei einer Aufteilung von 80:20 der Hauptfokus liegen, aber auch Sowi möchte Pilz mittelfristig zu Ende bringen. Sind die Studienleistungen für diesen Sommer erbracht, soll die Kommunalpolitik nach den Ferien Fahrt aufnehmen.

Gerade Lennep ist ein herausforderndes Pflaster. Nach dem Aus für das DOC stehen weitreichende Entscheidungen an. Der Ortsverein will sich in die Debatte einbringen. „Wir müssen nach außen gehen, Stimmungen einfangen, Diskussionen anstoßen, aktiv mitgestalten“, fordert Pilz. Zumal sich die Lenneper seit Jahren ohnehin bei der Stadtentwicklung vernachlässigt fühlen. Dazu bedürfe es einer starken Bezirksvertretung, die gerade dabei ist, nach dem Abschied von Rolf Haumann sich an der Spitze neu zu sortieren.

Nach der ersten Konferenz zur Zukunft des riesigen Areals, auf dem das Einkaufscenter hätte entstehen sollen, findet Pilz, dass dort nur die üblichen Interessierten vorbeigeschaut hätten. „Nehmen wir nur die Rögy-Schüler, die dort täglich vorbeikommen und stark betroffen sind, von denen war niemand da.“ Auch die jungen Menschen in die Ideenprozesse einzubinden, sei eine wichtige Aufgabe, für die der neue Vorstand der SPD Lennep stehen könnte.

Einfließen in die Neugestaltung des Stadiongeländes könnte auch das Projekt „Lennep macht Zukunft“, das die SPD über mehrere Monate laufen ließ, um Vorschläge für die Entwicklung Lenneps zusammenzutragen. Dies sei, notierte Jürgen Kucharczyk in seinem letzten Rechenschaftsbericht, eine von 44 Aktivitäten gewesen, die die SPD in Lennep trotz Corona auf die Beine gestellt hätte in den letzten Jahren.

Juso-Power

Zu den Jusos in den Ortsvorständen zählen neben Lennep: (OV Stadtmitte-Hasten) Burhan Türken, Ahmet Murat, Alegra Luna Moreno-Benito, Lara Haibeck, Luis Pinkall, Sebastian Thiel; (OV Süd) Tobias Niebergall, Carl Wrobel, Turgut Sahin, Benedikt Matthes.

In Lüttringhausen und West wird noch gewählt, jedoch gibt es mit Nadine Gaede im Westen bereits eine Juso-Chefin.

Auch ein Thema in Lennep: Lärmbelästigung - Verweilverbot für Auto-Poser in Lennep könnte bald kommen

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