Lennep

Politiker geben Anregungen, um Autoposer zu stoppen

Die Kölner Straße ist Rennstrecke für Raser, beklagt Lenneps Bezirksbürgermeister Markus Kötter. Archivfoto: Roland Keusch
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Die Kölner Straße ist Rennstrecke für Raser, beklagt Lenneps Bezirksbürgermeister Markus Kötter. 
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Hauptausschuss beschäftigte sich mit Krachmachern in Lennep - Lärmblitzer oder Anwohnerzone als Lösung?

Remscheid. Unnötiger Motorenlärm in Lennep bleibt in der Politik ein Aufreger. Im Hauptausschuss stieß Markus Kötter (CDU) noch einmal eine Diskussion über den „unerträglichen Krach“ an, den Autoposer, Autotuner und auch Motorradfahrer rund um die Robert-Schumacher-Straße verursachen, und bat, am Ball zu bleiben. Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke räumte ein, dass die Möglichkeiten einzuschreiten, nicht hinreichend genug seien. „Wenn diese Leute an bestimmten Stellen Gas geben und die Motoren heulen lassen, habe ich rechtlich keine Handhabe. Auf das Gebaren solcher Leute können wir leider nur begrenzt Einfluss nehmen.“

Zwar habe es nach den massiven Beschwerden von Anwohnern Schwerpunktkontrollen durch die Polizei gegeben. Sie sei bestrebt, übergreifend im Bergischen (Reul-Nocke: „Auch im Wuppertaler Luisenviertel existiert das Problem“) Lösungen zu finden, aber am Ende müsse man sehen, dass gezieltes Vorgehen an der einen Stelle nur zur Verlagerung an andere Standorte sorge. Zum Beispiel zur Hackenberger Straße.

Remscheid: Sinnloses Umherfahren kann mit bis zu 100 Euro bestraft werden

David Schichel (Grüne) gab Markus Kötter Recht: „Wir müssen immer wieder das Gespräch mit den Verursachern suchen.“ Schichel erinnerte aber auch daran, dass „sinnloses Herumfahren“ schon jetzt mit einer Geldstrafe geahndet werden könne, die im Bußgeldkatalog bei bis zu 100 Euro liegt. Freilich muss dieses erst einmal nachgewiesen werden. Alexander Schmidt (CDU) drängte auf eine schnell umsetzbare Lösung: „Schwellen auf dem Asphalt bringen nicht viel, stattdessen sollten wir den Hotspot ab einer bestimmten Uhrzeit zur Anwohnerzone erklären. Das ließe sich schnell anstoßen.“

Sven Wolf (SPD) sprach von einem vielschichtigen Problem, das vielschichtige Antworten erfordere. Weil Geschwindigkeit nicht das Problem sei, müsse überlegt werden, ob nicht Dezibelmessungen durchgeführt werden können, um die Krachmacher zum Schweigen zu bringen. „Denn wir müssen die Belästigung für die Anwohner abstellen.“ Alexander Schmidt dachte dabei an sogenannte Lärmblitzer, die im europäischen Ausland wie der Schweiz schon zum Einsatz kommen.

In Deutschland gibt es aber noch keine Rechtsgrundlage für diese Kontrollgeräte. Wenn es soweit sei und die Technikfallen gegen das Autoposing in die Testung gehen würden, könne sich Remscheid als Stadt zum Ausprobieren zur Verfügung stellen, meinte Schmidt.

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