Mitarbeiter wollen an Rosenmontag Präsenz zeigen

Ordnungsamt und Polizei sind auch ohne Zug am Start

Ein Foto aus den vergangenen Jahren: Rosenmontag war für den Ordnungsdienst immer ein „Großkampftag“, diesmal dürfte es ruhiger werden.
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Ein Foto aus den vergangenen Jahren: Rosenmontag war für den Ordnungsdienst immer ein „Großkampftag“, diesmal dürfte es ruhiger werden.

Wer heute närrischen Trubel in Lennep sucht, läuft ins Leere. Zeltpartys der Karnevalsgesellschaft fallen wegen der Corona-Pandemie ebenso aus wie der Umzug an diesem Rosenmontag.

Von Frank Michalczak und Sven Schlickowey

Remscheid. Dennoch wollen die Mitarbeiter von Ordnungsamt und Polizei stärkere Präsenz zeigen als an einem normalen Werktag – allerdings in einem moderaten Maß.

Wie Behördenchef Arndt Liesenfeld berichtet, werde der kommunale Ordnungsdienst vor allem an Orten unterwegs sein, die als Treffpunkte für Jugendliche dienen könnten. Immer wieder hatte er unter anderem im Hardtpark abseits vom Straßenkarneval Alkoholexzesse und Tumulte gegeben. Die Gewalt gipfelte 2017 in Angriffen auf Polizisten. „Wir werden in Lennep nach dem Rechten schauen – auch in dem Parkhaus an der Robert-Schumacher-Straße“, kündigt Liesenfeld an.

Eine großangelegte Aktion mit Mitarbeitern des Gesundheits- und Jugendamts werde es in diesem Jahr nicht geben. Im Zuge des Karnevalszugs wurde stets das Röntgen-Museum zur gemeinsamen Einsatzzentrale, wo sich Helfer um Jugendliche kümmerten, die viel zu tief ins Glas geschaut hatten. Zu diesem Konzept kehre die Stadtverwaltung zurück, wenn es an Rosenmontag wieder einen Zug gibt. „Wir haben ja nun unsere Leitstelle, von der wir Einsätze besser koordinieren können“, weist Liesenfeld auf die Servicenummer Tel. 16 9000 hin. Hinweisgeber können sich dort melden, wonach die Ansprechpartner ihre Kollegen im Außendienst informieren und auf Problemfälle hinweisen. Das Spektrum reicht von Lärmbelästigung bis zur wilden Müllkippe.

Ganz ähnlich wird es wohl auch die Polizei halten, wie Stefan Weiand, Sprecher der Polizei in Wuppertal, auf RGA-Anfrage berichtet: „Wir haben keine Hinweise auf größere Veranstaltungen.“ Stattdessen rechne man eher mit kleineren Gruppen, die durch die Altstadt oder den Hardtpark ziehen. „Darauf werden wir entsprechend vorbereitet sein“, kündigt Weiand an – und meint damit vor allem eine verstärkte Präsenz der Beamtinnen und Beamten vor Ort, die aber weit von einem „normalen“ Rosenmontag entfernt sein wird. „Dafür gibt es nach heutigem Stand keine Erfordernisse.“

Remscheid: Polizei hat Reserven in der Hinterhand

Sollte diese Prognose – wider Erwarten – doch daneben liegen, habe die Polizei personelle Reserven in der Hinterhand, versichert Stefan Weiand: „Wenn doch etwas passiert, werden wir darauf reagieren können.“

Zumal auch am Rosenmontag eine Demonstration durch Lennep zieht. Seit Wochen wird dort jeden Montag gegen Impf-Pflicht und andere Corona-Maßnahmen protestiert, zuletzt nahmen etwa 70 Menschen daran teil. Für diesen närrischen Montag sei ein sogenannter „Spaziergang“ ebenfalls angemeldet, heißt es bei der Polizei.

Standpunkt: Besonderer Rosenmontag

Von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga.de

Die Bilder von Menschen, die an Karneval in Lennep ausgelassen feiern und sich ihres Lebens freuen, wirken wie aus einer vergangenen Zeit. Seit zwei Jahren hält uns die Pandemie in Atem – mit Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen. Nun erfolgte der entsetzliche Überfall auf die Ukraine. Da erscheint vielen jegliche Partystimmung unangebracht. Aber da gibt es auch jene, die an den närrischen Tagen dem tristen Alltag einfach einmal den Rücken kehren möchten, die sich ihre persönliche Freiheit nicht nehmen lassen wollen und damit Putin trotzen. Ein Patentrezept, mit dem Zeitgeschehen umzugehen, gibt es nicht. Wohl aber das Gebot, Verständnis für die jeweilige Einstellung aufzubringen. Eines muss aber klar sein: Wenn sich an diesem besonderen Rosenmontag dann doch jugendliche Jecken in Lennep treffen, um ab den Morgenstunden Alkohol zu konsumieren, darf es keinesfalls zu Ausfallerscheinungen wie im Jahr 2017 kommen, als Flaschen und Steine auf Mitarbeiter von Verwaltung und Polizei flogen. Das hatte mit Frohsinn überhaupt nichts zu tun. Es war unentschuldbar.

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