Pilgerfreunde freuen sich

Tony Cragg: Lennep hat endlich seine Skulptur

Gemeinsam mit Gerd-Hermann Lullic enthüllt Willi Oberlis die Skulptur. Rund 100 Besucher verfolgten die kleine Zeremonie in der Lenneper Altstadt.
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Gemeinsam mit Gerd-Hermann Lullic enthüllt Willi Oberlis die Skulptur. Rund 100 Besucher verfolgten die kleine Zeremonie in der Lenneper Altstadt.

Offizielle Einweihung der Skulptur auf dem Munsterplatz.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Lange war sie erwartet worden, nun ist sie endlich da: Am Mittwoch wurde die Skulptur des international bekannten Künstlers Tony Cragg auf dem Munsterplatz in Lennep eingeweiht. Und mit ihr auch gleich der komplett umgestaltete Platz, der allerdings nicht ganz fertig wurde. Am Sonntag folgt dann noch ein großes Skulpturenfest der Pilgerfreunde auf dem Alter Markt.

„Es ist, als ob Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Und dann noch Geburtstag dazu“, beschrieb Willi Oberlis seine Gefühlslage. Der Vorsitzende der Pilgerfreunde Lennep, der treibenden Kraft hinter dem Projekt, zeichnete in seiner Ansprache die Entstehung nach – von der ersten Idee, die im Sommer 2020 bei den Vorbereitungen zum Heiligen Jakobusjahr aufkam, über die Finanzierung bis hin zur Umsetzung. Verbunden war das mit jeder Menge Dank an Menschen, die sich in besondere Weise dafür engagiert hatten. Auch an den Künstler selber, den die Pilgerfreunde kurzerhand zum „Pilger ehrenhalber“ ernannten. Samt Pilgerausweis und -stock.

„Wenn Menschen sich einsetzen und gemeinsam arbeiten, kann etwas Großes entstehen“, betonte Oberlis. Eine Einschätzung, der sich Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gerne anschloss: Die Skulptur sei nicht nur ein Gewinn für die Stadt, sondern „auch ein Beispiel dafür, was in Zukunft noch möglich ist“. Der Munsterplatz werde bald fertig, sagte das Stadtoberhaupt zu: „Ich verspreche Ihnen, der wird ganz wunderbar.“ Noch fehlen unter anderem Steine für die Treppe, weil eine Säge im Steinbruch streikte, wie der OB berichtete: „Und das in einer Stadt, in der Sägeblätter hergestellt werden.“

Etwa 3,20 Meter hoch und rund 600 Kilogramm schwer ist das Werk des in Wuppertal lebenden Engländers, das dieser extra für den Standort in der Lenneper Altstadt aus Edelstahl geschaffen hat. Grundlage dafür war eine Ortsbegehung mit dem Künstler vor bald zwei Jahren. „Mir ist schnell klar geworden, dass man hier kein riesiges Objekt hinstellen kann“, berichtete Cragg über seine ersten Eindrücke von einer „sehr, sehr schönen Stadt“. In ihrer Gestaltung greift die Skulptur den Jakobsweg auf, der durch Lennep führt, er setzt sich matt auf dem ansonsten polierten Stahl ab. Eigentümer des Kunstwerks sind dann auch die Pilgerfreunde. Der Verein erhält es als Spende vom Ehepaar Gerd-Hermann und Dr. Ingrid Lullic. Die Familie Steinhaus finanzierte zudem Statik und Fundament.

Im vergangenen November, also vor fast einem Jahr, hatte das Ehepaar Lullic seine Pläne öffentlich gemacht, in Lennep eine Skulptur von Tony Cragg aufzustellen. „Wir haben festgestellt, wie arm Remscheid an räumlicher Kunst ist“, hatte Gerd-Hermann Lullic damals erklärt. Deswegen seien seine Frau und er „sofort Feuer und Flamme“ für die Idee gewesen. Auch die Politik spielte mit: Sie stimmte einer Neugestaltung des Munsterplatzes für etwa eine halbe Million Euro zu.

Ging es bei der offiziellen Einweihung mit Vertretern von Stadt, Pilgerfreunden und dem Künstler, musikalisch untermalt vom Bläserquartett der Bergischen Symphoniker, eher gediegen zu, gehen die Feierlichkeiten zur Übergabe der Skulptur am Sonntag wesentlich volkstümlicher weiter. Die Pilgerfreunde haben ab 11 Uhr auf dem Alter Markt „ein fröhliches Fest mit Unterhaltung und Livemusik“ angekündigt. Neben einer Talkshow wird es Sonderführungen auf dem Pilgerweg zur Skulptur geben. Und Speisen aus Deutschland, Frankreich und Spanien. Den Ländern, durch die der Weg von Lennep nach Santiago de Compostela führt.

Zur Person

Der 1949 in Liverpool geborene Tony Cragg gehört zu den bedeutendsten bildenden Künstlern weltweit. Er ist unter anderem Träger des Turner Prize, des Ordre des Arts et des Lettres und des Piepenbrock-Preises, der damals höchstdotierten Skulpturenpreis Europas. Cragg war Professor an der Universität der Künste in Berlin und Rektor der Kunstakademie Düsseldorf. Seit den 1970er Jahren lebt er in Wuppertal.

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