Grundschulen

Lennep hat eine neue Schulleiterin - Andere Positionen kommissarisch besetzt

Neue Schulleiterin an der Freiherr-vom-Stein-Grundschule: Annette Reiche vor dem Lenneper Stadtplan.
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Neue Schulleiterin an der Freiherr-vom-Stein-Grundschule: Annette Reiche vor dem Lenneper Stadtplan.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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An den 17 Remscheider Grundschulen sind noch vier Führungspositionen kommissarisch besetzt.

Remscheid. 415 Schulleiter-Stellen waren im Dezember in NRW nicht besetzt. Am stärksten betroffen sind die Grundschulen. Dies spiegelt sich auch in Remscheid wider. Während in allen weiterführenden Schulen keine Führungsposition vakant ist, werden vier Grundschulen kommissarisch geleitet. In einer weiteren, der Freiherr-vom-Stein in Lennep, gibt es seit dem 9. Januar eine neue Chefin. Annette Reiche widerlegt die Argumente, die erklären, warum sich nicht viele Männer und Frauen bewerben. Die 51-Jährige hat den Schritt gewagt.

In Wuppertal war sie lange in der Berg-Mark-Grundschule, hat in Barmen ihr Referendariat absolviert, ist dort Lehrerin gewesen und hat zweieinhalb Jahre die Schule geleitet. Annette Reiche wollte noch mal aus ihrem langjährigen beruflichen Umfeld heraus. Die Ausschreibung für Lennep fand sie ebenso spannend wie attraktiv. „Auch wenn es jetzt nicht drei Minuten von Zuhause sind, sondern die Anfahrt eine halbe Stunde dauert.“

Perspektivisch wird es in derKGS Menninghausen schwierig

An ihrem zweiten Tag in der Hardtstraße fühlt sich Reiche gut angenommen. Vor Weihnachten machte sie sich mit Briefen an die Eltern, Mitarbeiter und alle Schüler(innen) bekannt. Am Dienstag hat sie sich persönlich in allen acht Klassen als die Nachfolgerin von Silvia Siegemund vorgestellt. Siegemund war im Sommer 2022 in den Ruhestand gegangen. Alexandra Madel steht Annette Reiche als Stellvertreterin zur Seite. Die Freiherr-vom-Stein ist damit an der Spitze komplett. Für vier der 17 Remscheider Grundschulen gilt dies noch nicht.

Die Mannesmann-Grundschule leitet Sebastian Hill, ist dabei, die für die Leitung notwendigen Prüfungen abzulegen und noch im ersten Halbjahr in das Eignungsfeststellungsverfahren zu gehen. Dies gilt in der GGS Siepen auch für Nina Maria Peter, die als momentan kommissarische Leiterin in die Fußstapfen von Nicola Pernat treten möchte. Anders als in Mannesmann gibt es im Siepen mit Katharina Baust eine Stellvertretung.

In der GGS Steinberg ist Miriam Krüger als Konrektorin verantwortlich. Schwieriger ist es an der Verbundschule KGS Menninghausen/Julius-Spriestersbach, die von Anja Fijacko kommissarisch geleitet wird. „Dort sehe ich längerfristig die größten Probleme, die Leitung zu besetzen“, sagt Schulrätin Heike Adolf. Insgesamt ist sie aber zufrieden. „Perspektivisch sind wir in Remscheid im Grundschulbereich bei den Leitungen gut aufgestellt.“

Dass sich in der Primarstufe nur wenige um erhöhte Verantwortung reißen, hat vielfältige Gründe. „Zum einen ist es der generelle Lehrermangel. Wo weniger sind, gibt es weniger Bewerber“, stellt Adolf fest. Sie verweist auch darauf, dass es immer noch die Frauen sind, die in der Regel familiäre Verantwortung übernehmen und durch ihre Kinder bei der beruflichen Karriere zurückstecken. Hinzu käme, dass sich die vielen Krisen, in denen sich unsere Gesellschaft befinde, in den Grundschulen widerspiegeln. Weil sich an Grundschulen, anders als in weiterführenden Schulen, das Mehr an Aufgaben nicht auf ein größeres Leitungsteam verteile, werde von den Verantwortlichen eine „hohe Resilienz“ erfordert, meint Heike Adolf. Diese Widerstandsfähigkeit bringe nicht jeder mit.

Entscheidend ist die Bezahlung. In der Regel werden Grundschulleitungen heute nach A14 bezahlt. Angesichts der Fülle der Aufgaben, des Drucks und hohen Zeitaufwandes zu wenig, um Interesse zu wecken. Wenn spätestens ab August 2026 A13 für alle voll ausgebildeten Lehrkräfte kommt, würde auch die Führungsposition höher besoldet. „Das wäre eine logische Konsequenz“, findet Heike Adolf.

Verdienst

Grundschullehrer verdienen weniger als die Kollegen an den Gymnasien. Der Grund liegt in der differenzierten Besoldung. Realschul- und Gymnasiallehrer werden in der Tabelle höher eingestuft (A13) und Grundschul- und Mittelschullehrer niedriger (A12).

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