Unter Denkmalschutz

Ehemals Deutsche Bank: Hausbesitzerin hofft auf Fördermittel

Wie es mit der ehemaligen Niederlassung der Deutschen Bank in Lennep am Eingang zur Altstadt weitergeht, ist noch offen. Das Gerüst soll bald verschwinden, was innen gemacht wird, will Besitzerin Corinna Vorwerk noch in Ruhe entscheiden. Ideen gibt es aber schon genug. Foto: Roland Keusch
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Wie es mit der ehemaligen Niederlassung der Deutschen Bank in Lennep am Eingang zur Altstadt weitergeht, ist noch offen. Das Gerüst soll bald verschwinden, was innen gemacht wird, will Besitzerin Corinna Vorwerk noch in Ruhe entscheiden. Ideen gibt es aber schon genug.

Das Gerüst an der ehemaligen Deutsche-Bank-Niederlassung in Lennep soll bald verschwinden.

Von Andreas Weber

Remscheid. Am Tor zur Lenneper Altstadt schauen Verkehrsteilnehmer und Spaziergänger seit Wochen besser nicht so genau hin. Denn das ehemalige Gebäude der Deutschen Bank ist eingerüstet, bietet nach fünf Jahren Leerstand äußerlich einen heruntergekommenen Eindruck. Die Besitzerin der stattlichen Immobilie an der Ecke Wupper-/Kölner Straße deutet jedoch an, dass die Einrüstung bald verschwinden wird. Notwendig geworden war sie, erklärt Corinna Vorwerk, weil die Lisenen (schmale, vertikale Verstärkungen der Wand) an der Seite des Haupteingangs vergammelt waren und ersetzt werden müssen.

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Die Mauerblenden sind für die selbstständige Remscheiderin Bauingenieurin aber nicht die größte Aufgabe. Zwei Jahre besitzt sie das vierstöckige Gebäude schon, weitere Herausforderungen in dem unter Denkmalschutz stehenden Objekt warten. Die sind aber nicht zuletzt daran gekoppelt, ob Fördermittel fließen. Diese hat Vorwerk bei der Bezirksregierung in Düsseldorf beantragt. Mit einem Bescheid – positiv oder negativ – rechnet sie in den kommenden Wochen. „Sollte es keine Mittel geben, muss ich zur Not auf eine umfangreiche Sanierung verzichten“, erklärt die Besitzerin.

Remscheid: Ohne Fördermittel würde es nur eine abgespeckte Sanierung geben

Der Denkmalschutz würde es zum Beispiel gerne sehen, wenn das Pfannendach auf Schiefer umgestellt würde. Noch wichtiger wäre, die Heizungsanlage auf alternative Energien umzurüsten. „Gibt es keine Mittel, bleibt der Gaskessel vorerst eben drin“, meint Vorwerk. Die Fachfrau würde sich dann damit abfinden, dass nur neue Fenster eingesetzt werden. Vertretbar sei dies: „Denn das Gebäude hat an sich eine gute Substanz.“ Die Erneuerungskosten für den Prachtbau mit der Adresse Kölner Straße 36 hatte Corinna Vorwerk ursprünglich mit 650.000 Euro veranschlagt. Diese Zahl sieht sie heute noch als realistisch an, auch wenn gute Handwerker knapp sind und die Materialkosten während der Pandemie durch die Decke geschossen sind.

Über das Konzept aber müsse man sich unterhalten. „Dadurch, dass das DOC nicht gebaut wird, müssen wir grundsätzlich darüber nachdenken, was an diese Stelle kommt.“ Zum Beispiel halte sie es ohne das Outletcenter nicht für sinnvoll, komplett Gewerbe reinzusetzen. Ebenso wenig ist sie überzeugt davon, einen Teil als Ausstellungsfläche für Unternehmen wie Gedore oder Hazet zu nutzen. „Vermutlich werden es Wohnungen werden“, kündigt sie an. Anbieten würde sich auch eine gastronomische Nutzung. Im Erdgeschoss könnte ein Lokal entstehen. Ursprünglich hatte Vorwerk etwa an eine Kaffeerösterei, die auch Kuchen oder lokale Produkte wie Wurst oder Käse verkauft, gedacht.

Ebenso überlegt die Investorin, den Gewölbekeller herzurichten. Genutzt wurde er bislang nicht. Wenn man das alte Mauerwerk freilegen würde, wären dort aber zum Beispiel Whisky- oder Weinverkostungen möglich.

Hintergrund

Die Geschichte des seit fünf Jahren leerstehenden Hauses reicht bis 1890 zurück. Seit 1950 hatte die Deutsche Bank in der Kölner Straße 36 eine Niederlassung. Im Frühjahr 2017 gab das Geldinstitut die Geschäftsräume im Zuge ihres bundesweiten Filialsterbens auf, seit Mai 2020 gibt es mit Corinna Vorwerk eine neue Besitzerin, die öfters sanierungsbedürftige Immobilien erwirbt. Mit den Casa Vorwerk Apartments (www.casa-vorwerk.de) bietet sie zudem Ferienwohnungen in Remscheid und ein Ferienhaus in der Vulkaneifel zur Vermietung an.

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