Urteil

Gericht verurteilt Kita-Einbrecher zu langen Haftstrafen

Das Landgericht Wuppertal verurteilte die Remscheider.
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Das Landgericht Wuppertal verurteilte die Remscheider.

Vier Angeklagte aus Remscheid brachen in Schulen, Kitas und Unternehmen ein. Das Landgericht Wuppertal verhängte nun Freiheitsstrafen. Keiner erhält Bewährung.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Vier Angeklagte aus Remscheid sollen als Bandenmitglieder ins Gefängnis, nachdem sie Serieneinbrüche in Remscheid, Wermelskirchen und der Region gestanden haben. Tatorte zwischen Januar und Sommer 2021 waren Schulen, Kindertagesstätten und Betriebe. In seinem noch nicht rechtskräftigen Urteil verhängte das Landgericht Wuppertal gegen die Männer im Alter von 22 bis 27 Jahren Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren acht Monaten und fünf Jahren drei Monaten. Drei von ihnen werden als suchtkrank in eine Entziehungsklinik eingewiesen, zwei bleiben bis zur Rechtskraft des Urteils in Untersuchungshaft. Bewährung erhält keiner.

Durch die Einbrüche an den damals wenig gesicherten Gebäuden entstand laut Zeugen enormer Sachschaden an Fenstern und Türen. Teils wurden Feuerlöscher entleert, um Spuren zu verschleiern. Den Geständnissen zufolge hatten sich die Angeklagten zu den Taten in wechselnder Besetzung entschlossen, weil sie Geld wollten. Die Gruppe flog durch Observationen durch die Polizei auf, nachdem Gegenstände aus den bestohlenen Einrichtungen in einem Pfandhaus auftauchten. Der Vorsitzende Richter erläuterte in seiner mündlichen Urteilsbegründung: „Einordnen lassen sich die Taten nur mit Blick auf die Persönlichkeiten der Angeklagten. Alle haben, was man eine schwierige Vita nennt. Hintergrund war teilweise jahrelanger, gemeinsamer Konsum von Betäubungsmitteln.“

Zu diesen Strafen wurden die Täter verurteilt

Der 26 Jahre alte Hauptangeklagte, verurteilt zu insgesamt fünf Jahren und drei Monaten, entstammt einer Pflegefamilie. Er konsumierte laut einem Gerichtspsychiater Cannabis, Alkohol und eine Vielzahl von Drogen. Der Mann habe eine Persönlichkeitsstörung entwickelt, durch die er sich von der Begehung von Straftaten Bewunderung erhofft habe – früher von Mitschülern, jetzt von Mitangeklagten.

Den am zweitstärksten belasteten Mitangeklagten (27) verurteilte das Landgericht zu drei Jahren und neun Monaten. Er soll vom Vater geschlagen worden sein. Er habe später Tötungsfantasien und seine Suchtkrankheit entwickelt, Zeit in Wohngruppen verbracht und sich in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen.

Die beiden übrigen Angeklagten (22 und 25 Jahre alt) sind durch geringere Tatbeteiligung weniger belastet und sollen jeweils zwei Jahre und acht Monate Haft verbüßen. Der Jüngere soll unter Alkoholkonsum des Vaters zu leiden gehabt haben. Er war über einen Arbeitskollegen zu der Gruppe gestoßen. Der Ältere konsumiert Cannabis und Alkohol; er ist als einziger der Vier nicht vorbestraft.

Die Angeklagten können das Urteil angreifen, dann wird es vom Bundesgerichtshof überprüft. Gegen weitere Beschuldigte aus dem Umfeld der Gruppe laufen noch Verfahren.

Lesen Sie auch: Nach Urteil gegen Wuppertaler Priester: Sind weitere Personen involviert?

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