Landgericht

Serientäter: Gefängnisstrafe für Betrüger

Das Landgericht Wuppertal hat das Urteil gegen den Betrüger bestätigt.
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Das Landgericht Wuppertal hat das Urteil gegen den Betrüger bestätigt.

34-jähriger Serientäter trat als Maschinenaufkäufer auf und prellte Remscheider Firma. Darum muss er nun für mehrere Monate in Haft ohne Bewährung.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach Betrug an Metallfirmen in Remscheid und der Region hat das Landgericht Wuppertal ein Jahr und zehn Monate Gefängnisstrafe gegen einen bundesweit auftretenden Serientäter (34) bestätigt. Bewährung gibt es nicht.

Der Mann schloss als „Maschinenaufkäufer“ Verträge über mehr als 200 000 Euro ab und nahm einen Teil der Ware vor der Anzahlung „schon mal gleich mit“. Bezahlt hat er nie. Dabei trat er unter eigenem Namen auf und wies sich gegenüber den Geschädigten sogar aus. Den Termin im Landgericht überließ der Angeklagte einer Anwältin und den geprellten Belastungszeugen: Er selbst hatte zwar Berufung eingelegt, erschien aber nicht.

Als erwiesen werteten die Richterinnen und Richter, dass er sich im Herbst 2019 bei einem Remscheider Metallspezialisten (31) meldete. Dieser Mann hatte 2016 seine Firma gegründet und war zahlungsunfähig geworden. Abgestimmt mit seinem Insolvenzverwalter verkaufte er funktionsfähige Maschinen. Der Mann berichtete über den Angeklagten: „Er hat gesagt, er wäre Aufkäufer und er wäre zufällig in Köln, er könne schnell vorbei kommen.“ Vor Ort habe der Mann mit seinem Laster einen Teil Maschinen und Schrott sofort mitgenommen. Am Folgetag erschien er erneut und ließ sich beim Aufladen helfen. Geld sollte ein Mitarbeiter dabeihaben, der kurz nach ihm käme. Nachdem der nicht eintraf, soll der Angeklagte am Telefon auf den nächsten Tag verwiesen haben. Im Gericht berichtete der Geschädigte: „Ich bin zur Polizei gefahren, aber die haben gesagt: ‘Sie haben ja alle Daten. Der kommt zurück.’“

Bei einem zweiten Unternehmen ging es um 3500 Kilogramm Produktionsüberschüsse an Stahlschrauben. Der Angeklagte soll behauptet haben, er verkaufe die Ware über Hamburg nach Afrika. Es müsse schnell gehen, das Schiff reise am folgenden Wochenende. Den Routineabläufen im geschädigten Unternehmen zufolge wurde sogar sein Autokennzeichen notiert, als er am Betrieb eintraf. Misstrauen erweckte der Mann, als er ankündigte, 200 000 Euro bar zahlen zu wollen. Eine Kreditauskunft über ihn indes war damals noch positiv.

Der Angeklagte ist seit 15 Jahren vorbestraft wegen Betrugs nach ähnlichen Maschen. Im Behördenregister stehen für ihn reihenweise Suchvermerke - zur Aufenthaltsermittlung, Strafverfolgung und Festnahme. Die Vorsitzende Richterin kommentierte: „Das deutet darauf hin, dass er untergetaucht ist.“

Der Angeklagte kann gegen das Urteil Revision einlegen.

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