Liebe und Musik Open Air Festival

Laith Al-Deen: „Deutsch ist eine spannende Sprache mit Power“

Laith Al-Deen steht seit 20 Jahren für deutschen Pop. Foto: Chris Gonz
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Laith Al-Deen steht seit 20 Jahren für deutschen Pop.

Der Popmusiker tritt am 5. September beim Open-Air-Festival in Remscheid auf – Im Gepäck hat er sein neues Album „Kein Tag umsonst“.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek

Laith Al-Deen, Sie stehen seit 20 Jahren auf der Bühne, haben zahlreiche goldene Platten im Schrank und gelten als Begründer der deutschen Popmusik. Was reizt Sie am „Liebe und Musik Open Air Festival“ in der kleinen Großstadt Remscheid?

Laith Al-Deen: Wenn ich das so höre, klingt es so nach Greisentum (lacht). Wenn ich mir aktuell die Konzertlisten von vielen Kollegen anschaue, tauchen Städte auf, die ich noch nie gehört habe, das ist ganz spannend. Covidbedingt sind an allen Orten Konzertlocations entstanden, einige werden sicher Bestand haben, andere werden in sich zusammenklappen, das ist auch alles okay so. Ich freue mich, wo auch immer ich spielen kann. Ich hatte gerade erst zwei Konzerte. In Remscheid war ich noch nie.

Was bekommen die Gäste bei Ihrem Auftritt am 5. September zu hören?

Al-Deen: Rammstein ist nichts gegen uns (lacht). Spaß beiseite. Wir sind noch mit dem frischen Album ,Kein Tag umsonst‘ unterwegs, das ich noch gar nicht promoten konnte wegen Corona. Ich haben nur eine halbe Tour im Vorfeld dazu gespielt und sitze nun auf einer Nachholtour. Das Album ist aber natürlich in meinem Kopf hängen geblieben. Das bedeutet für Remscheid: Wir werden das neue Album promoten, und wir spielen sich immer wieder selbstständig verändernde Versionen von älteren Songs. Das sorgt auch für ein schönes Spiel mit den Fans – wir erfinden uns gemeinsam immer wieder neu.

Apropos Album: Mitten in der Corona-Pandemie, Ende Mai 2020, haben Sie „Kein Tag umsonst“ herausgebracht. Worum geht es?

Al-Deen: Lustigerweise war es für mich ein klarer Positivmarker, um mich selbst nach der einen oder anderen lebensbeeinflussenden Phase daran zu erinnern, mich selbst wichtig zu nehmen und mich nicht dem Lebenszufall zu überlassen. Es ist eine Sammlung von Dingen, die mich ankern und guten Spirit geben. Eigentlich wollten wir das Album gar nicht veröffentlichen und schieben, so wie viele andere auch. Aber drei Wochen nach dem Beschluss haben wir festgestellt: Das ist kein gutes Zeichen, und haben dann veröffentlicht.

Ihre Texte sind stets tiefgründig und gehen ins Herz. Wie entsteht ein Laith-Al-Deen-Song?

Al-Deen: Ganz unterschiedlich. Im besten Fall habe ich selbst die totale Erleuchtung, setze mich hin und habe innerhalb von 1,5 Stunden einen kompletten Song fertig. Was mir aber fast noch lieber ist, ist, wenn ich im Verbund schreibe. Dazu treffe ich mich regelmäßig mit anderen. Dann werfen wir zusammen. Es beginnt in der Regel musikalisch und wird dann mit Text versehen. Es ist immer wieder beeindrucken, wenn man seine Gedankengänge darlegt und der andere es in noch bessere Worte verpackt. Ich lasse mich gern von den Worten der anderen beflügeln.

Was hören Sie selbst am liebsten?

Al-Deen: Aktuell höre ich tatsächlich gar keine Musik, ich weiß gar nicht, warum. Sonst nur im Auto. Da hab ich gerade ein kleines Stäpelchen CDs von guten Freunden und Bekannten, die letztes Jahr auch veröffentlicht haben. Und einen Stapel von CDs, die ich von Newcomern bekommen habe, zu denen ich ein Feedback geben will. Da forsche ich mich zurzeit durch. Das ist ganz spannend, weil so viele Leute so viele gute Ideen haben.

Warum ist es Ihnen, der irakische Wurzeln hat und in den USA und in Mannheim aufwuchs, wichtig, auf Deutsch zu singen?

Al-Deen: Weil es klar meine Muttersprache ist. Eine Muttersprache ist die Sprache, die man auch zwischen den Zeilen gut lesen und verstehen kann. Ein guter englischer Text, der von einem Deutschen geschrieben wurde, unterscheidet sich da doch noch um einiges. Gerade wurde ich wieder für das Rilke-Projekt angefragt. Dabei werden Rilkes Texte und Gedichte vertont. Zweimal habe ich dies schon getan. Wer Rilkes Texte liest, weiß um die deutsche Wortgewalt. Deutsch ist eine spannende Sprache mit Power, das zeigt uns auch der Hip-Hop, und das finde ich großartig.

Karten

Laith Al-Deen tritt beim „Liebe und Musik Open Air Festivals“ am Sonntag, 5. September, 16 Uhr, auf dem Schützenplatz auf. Karten gibt es ab 76,60 Euro je Zweier-Platz bei Remscheid-live. Mit der RGA-Karte gibt es 10 Prozent Rabatt auf maximal zwei Tickets: remscheid-live.de

Getränke und Snacks können hier gebucht werden: openairstore.de

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