23.214 Personen betroffen

Kurzarbeit: Arbeitsagentur zahlt fast 157 Millionen Euro aus

Noch immer stellen viele Unternehmen Anträge auf Kurzarbeit. Archivfoto: Sven Schlickowey
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Noch immer stellen viele Unternehmen Anträge auf Kurzarbeit.

Seit März 2020 sind aus Remscheid 1492 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Es ist eine beeindruckende Zahl. Fast 157 Millionen Euro Kurzarbeitergeld wurden im vergangenen Jahr in Remscheid, Solingen und Wuppertal ausgezahlt. Zum Vergleich: 2019 waren es in ganz Nordrhein-Westfalen lediglich etwa 108 Millionen Euro. Auch zu Beginn des neuen Jahres bleibt die Zahl der Anzeigen von Unternehmen auf Kurzarbeit hoch. Im Januar dieses Jahres gingen 89 ein. Im Vorjahresmonat – also bevor die Pandemie Fahrt aufnahm – lag der Wert bei zwölf.

Potenziell betroffen von den jüngsten Anzeigen sind in Remscheid 774 Arbeitnehmer. Wie viele davon letztendlich Kurzarbeitergeld beziehen, ist noch nicht klar. Denn eine eingereichte Anzeige ist noch nicht gleichbedeutend mit einer Auszahlung. „Daten zur tatsächlich erfolgten Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten“, erläutert Kerstin Dette. Sie ist Pressesprecherin der hiesigen Agentur für Arbeit.

Daraus folgt, dass die aktuellsten Daten zur tatsächlich erfolgten Kurzarbeit aus dem Juli des Vorjahres stammen. Damals waren 6405 Remscheider Arbeitnehmer in 509 Betrieben betroffen. Mit 809 war im April 2020 die Zahl der Unternehmen am höchsten, im Mai mit 9900 Personen der Wert der Arbeitnehmer. Die Kurzarbeiterquote, also der Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, lag seinerzeit bei 21,3 Prozent.

Betrachtet man den Krisenzeitraum Anfang März 2020 bis Ende Januar 2021 sind bei der Agentur für Arbeit aus Remscheid 1492 Anzeigen auf Kurzarbeit für 23 214 Personen eingegangen. Daraus folgt, dass rund die Hälfte der Remscheider Arbeitnehmer seit Beginn der Corona-Pandemie von Kurzarbeit bedroht war.

Kerstin Dette schränkt jedoch etwas ein: „In den angegebenen Zahlen sind Mehrfachzählungen von Unternehmen und Personen möglich.“ Dies hängt damit zusammen, dass die Betriebe vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der Arbeitsagentur machen müssen. Diese muss spätestens bis zum Ende des Monats erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Ist der angegebene Zeitraum abgelaufen, allerdings weiter Kurzarbeit erforderlich, ist eine neue Anzeige nötig. So können in der Statistik Dopplungen entstehen.

Nimmt man das gesamte bergische Städtedreieck in den Blick, waren in Remscheid, Solingen und Wuppertal seit Beginn der Corona-Krise mehr als 110 000 Personen von Kurzarbeit bedroht. Im Juli 2020 am stärksten von Kurzarbeit betroffen war das verarbeitende Gewerbe mit 14253 Betrieben im Bergischen. Es folgten der Kfz-Handel (3426 Betriebe) und das Gastgewerbe (1280).

Umfrage zur Konjunkturlagebeurteilung der Bergischen IHK.

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