Im November

Kunst überrascht an der Kneipenwand

Esszimmer-5630-Betreiber Enrico Thies (l.) und KuK-Organisator-Maximilian Süss mit den Werken von Nadine Sommerauer. Foto: Doro Siewert
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Esszimmer-5630-Betreiber Enrico Thies (l.) und KuK-Organisator-Maximilian Süss mit den Werken von Nadine Sommerauer.
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    VonMelissa Wienzek
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Projekt „KuK goes Gastro“: Maximilian Süss hat Ausstellungen in Bars und Cafés organisiert.

Remscheid. Zum Genuss einer römischen Pinsa mit frischen Tomaten und Mozzarella gesellt sich nun auch ein Augenschmaus: Nadine Sommerauer stellt im Esszimmer 5630 an der Alleestraße aus. Am Eingang grüßt bereits ein grünes Kamel auf Leinwand, neben der Ledercouch thront eine alte Dame samt Zigarillo auf einer alten Lenneper Holztür. Über 20 Skulpturen und Bilder sind hier an den Wänden und auf den Tischen zu sehen. „Wir haben schon viel positives Feedback von unseren Gästen auf die Kunstwerke erhalten“, sagt Esszimmer-Chef Enrico Thies. Für ihn war sofort klar, bei der diesjährigen Aktion von „Kunst und Kultur in Remscheid“ (KuK) mitzumachen. Denn „KuK goes nun Gastro“.

Seit 29. Oktober stellen Künstlerinnen und Künstler in Remscheider Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen aus. „Wir bringen Kunst an Orte, an denen sie nicht erwartet wird“, erklärt KuK-Organisator Maximilian Süss. „Man kennt das von sich selbst: Man sitzt in seiner Kneipe bei einem Glas Bier, schaut an die Wand und merkt, dass da plötzlich was anders ist.“

So sei es den Gästen auch in seinem eigenen Lokal, dem Rack n Roll Billardcafé, gegangen. So fanden bereits einige der Thamm-Fische Käufer. „Daraus entwickelt sich dann vieles.“ Gerade in Corona-Zeiten, in denen es schwierig sei, Ausstellungen zu stemmen, seien die teilnehmenden Cafés, Bars und Restaurants perfekte Galerien. Allein im Esszimmer gehen täglich 50 Personen ein und aus – sie haben nun am Schnitzel- oder Pinsatag einen guten Ausblick auf Bilder und Skulpturen.

Bartholomäus Jannasch-Velte: Kuk goes Gastro ist die perfekte Symbiose

Für Bartholomäus Jannasch-Velte ist „KuK goes Gastro“ die perfekte Symbiose. „Cafés und Gastronomien sind für mich und meine Frau ohnehin schon ein Kulturraum.“ Zumal Samantha Jannasch Kulturanthropologin sei und man seit 2010 die „Vaillant Nacht der Kultur und Kirchen“ mit Leidenschaft mitorganisiere. „Vor der KuK-Ausstellung haben wir auch schon Wandteppiche von Evi am Honsberg gezeigt.“ Gemeint ist Eva Zimmerbeutel, die mit Effi Home Couture eines der Ateliers bei Ins Blaue angemietet hat.

Daher sei es für die Inhaber vom Café Sahnetörtchen selbstverständlich gewesen, die Werke von Renata Neumann auszustellen. Katze, Koala oder Vogel prangen nun an den Caféwänden oder stehen auf kleinen Staffeleien. Kleine Hingucker für die Gäste, die immer neugierig seien. „Wir haben uns auch nie als Konkurrenz gesehen“, sagt Jannasch-Velte. Vielmehr sei man in der Corona-Krise zu einem Netzwerk zusammengewachsen in Remscheid. Regional verhaftet zu sein, der Kultur Raum zu geben und die Kunden zu begeistern – ein perfekter Dreiklang, findet der Sahnetörtchen-Betreiber. „Es waren sicher schon 20 Gäste da, die nur wegen der Bilder kamen.“

Jeder Gastronom entscheidet mit dem jeweiligen Künstler selbst, wie lange die Werke noch zu sehen sind. Der Aktionszeitraum von KuK endet zwar am kommenden Sonntag, 14. November. Dennoch haben die meisten Gastronomen bereits erkennen lassen, dass die Kunst im November noch zu sehen sein wird.

„KuK goes Gastro“: Termine und Orte im Überblick

Hier gibt es in den nächsten Tagen und Wochen noch Kunst von Remscheider Künstlern zu sehen:

Esszimmer 5630, Alleestraße 85: Nadine Sommerauer

Heldmann & Herzhaft, Brüderstraße 14: Martina und Michael Sieber

Miro, Scharffstraße 5: Xanathon/Stefan Holzhauer

Rack n Roll, Daniel-Schürmann-Straße 41: Thomas E. Wunsch

Café Sahnetörtchen, Scharffstraße 3: Renata Neumann

Grillardor, Lüttringhauser Straße 77 : Dörschlen / De Zutter

Denkerschmette, Kippdorfstraße 27: Claudia Fey

Allee-Center Showroom: Der Acryldesigner Ralf Idel

Die Reihe

Vergangenes Jahr begann das Projekt „Vaillant Kunst und Kultur in Remscheid” mit der Idee, in Zeiten ohne Auftrittsmöglichkeiten eine digitale Bühne für die Remscheider Kunst- und Kulturszene zu bieten. Aus zwei Wochen wurde ein Jahr. Und nun ging es weiter. Noch bis Sonntag, 14. November, läuft „Kunst und Kultur in Remscheid“ 2022, unterstützt vom RGA. Im Tüpitter erscheint am 24. November das letzte Künstlerporträt. 45 Künstler versammeln sich mittlerweile bei „KuK“.

kuk-remscheid.de

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