Pandemie

Kulturschaffende sind mittlerweile die Krisenmanager

Startet morgen als neue Kulturmanagerin in der Klosterkirche: Andrea Preker (r.). Sie folgt auf Sonja Tewinkel, die nun in Köln arbeitet. Foto: Roland Keusch
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Startet morgen als neue Kulturmanagerin in der Klosterkirche: Andrea Preker (r.). Sie folgt auf Sonja Tewinkel, die nun in Köln arbeitet.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Öffnung ist nicht in Sicht – Wachwechsel in der Klosterkirche – Häuser kämpfen weiter.

Remscheid. Wenn Andrea Preker (57) am Donnerstag das erste Mal ihr neues Büro in der Klosterkirche betritt, wird sie nicht nur die neue Kulturmanagerin, sondern vielmehr die Krisenmanagerin des Hauses sein. Das sieht sie ganz nüchtern ein. Schließlich ist ein Ende der Pandemie noch nicht absehbar. „Meine vorrangige Aufgabe wird es sein, geplante Veranstaltungen zu verschieben und weiter an dem Hygiene- und Sicherheitskonzept zu arbeiten“, erklärt die Lenneperin. Preker folgt auf Sonja Tewinkel, die die Kulturstätte zum 1. April verlassen hat. Sie wechselt in die IT-Branche.

Bereits verschoben wurden in der Klosterkirche alle Termine im April: Dagmar Schönleber auf 22. September 2022, das Ensemble Noisten auf 5. September dieses Jahres, Beckmann-Griess auf 23. März 2022, Anne Folger auf 1. April 2022, Hennes Bender gastiert erst am 9. März 2022, Heike Feist und Gotthard Lange sind auf 1. Juni 2022 gerutscht. Der Plan lässt bereits jetzt kaum noch Spielräume zu.

So geht es auch dem Rotationstheater. Das Team verlegt derzeit schrittweise die Termine – ausfallen lassen ist keine Option. „Das gibt uns und den Künstlern eine gewisse Planungssicherheit“, sagt David Schmidt. Wenn man denn davon sprechen kann. Aktuell hoffe man noch auf den Mai. Sicher ist aber mal wieder – oder immer noch – rein gar nichts. Jacqueline Feldmann kommt nun am 19. November dieses Jahres statt im April, Julia Karl, Marcus Mies und Andreas Strigl am 25. Juni. Monika Blankenberg wechselt auf den 24.  September, und auch die Magier Christopher Köhler und Lars Ruth werden noch nach hinten versetzt.

„Wir müssen jetzt durchziehen.“

David Schmidt, Rotationstheater

Auf die Frage, ob er denn noch Atem in diesem Ständig-Lockdown habe, sagt Schmidt: „Mehr denn je. Wir müssen jetzt durchziehen.“ Für ihn sei ganz klar Land in Sicht – auch wenn Remscheid mit seinem höchsten Inzidenzwert in ganz NRW momentan schlechter dastehe als vergangenes Jahr. „Das Impfen geht vorwärts, auch wenn es etwas länger dauert. Das bringt uns Hoffnung. Ich bin überzeugt, dass wir im Herbst wieder richtig durchstarten können.“ Die Familie wolle an ihrem gemütlichen Theater im Herzen Lenneps festhalten. Für den Neustart will David Schmidt alles vorbereitet haben. Zum Beispiel mit Luftfiltern. Das Rotationstheater erhält in diesen Tagen eine große Luftreinigungsanlage. Und auch die angrenzende Musikschule sei nun mit Filtern für keimfreies Atmen ausgestattet.

Lieber heute als morgen öffnen – das würden auch das WTT, das Teo Otto Theater und die Klosterkirche gern. Das WTT verkündet auf seiner Internetseite noch einen optimistischen Neustart am 19. April. Daraus dürfte wohl nichts werden. Das Teo Otto Theater nennt mittlerweile kein Datum mehr. „Wir öffnen erst dann, wenn es für alle sicher ist“, hatte Wolfgang Moritz, Vorsitzender des Klosterkirchen-Trägervereins, zuletzt erklärt. Und spricht damit auch für die anderen Kulturhäuser Remscheids. Aber nicht um jeden Preis. „Uns fehlt das medizinische Know-how zum Testen. Und auch logistisch ist das für uns nicht leistbar.“

Führende Forscher hatten gerade noch einmal verdeutlicht: Aerosole verbreiten sich in geschlossenen Räumen schneller. Wenn es bald drinnen noch nicht wieder möglich ist, Kulturgenuss zu bieten, dann halt draußen, denkt Andrea Preker. Sie hat deshalb zu ihrem Start als neue Kulturmanagerin bereits eine Idee für die Klosterkirche im Gepäck: ein Open-Air-Event im idyllischen Innenhof. Wenn es denn dann wieder erlaubt ist.

Notfallfonds

Der Rat hat beschlossen, den „Notfallfonds Kultur“ auch 2021 aufzulegen. Der Plan: Geld, das wegen ausgefallener Veranstaltungen im Teo Otto Theater und bei den Symphonikern eingespart wird, fließt in den Fonds für Künstler und Häuser. Wie hoch er ausfällt, ist aktuell noch unklar. Die Orchester GmbH berät kommende Woche. Danach muss das Theater Zahlen liefern.

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