64 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Kündigungen am Sana-Klinikum: Lösung für „50 plus X“ Mitarbeiter deutet sich an

Am Remscheider Sana-Klinikum stehen 64 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nun gibt es etwas Hoffnung. Archivfoto: Roland Keusch
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Am Remscheider Sana-Klinikum stehen 64 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nun gibt es etwas Hoffnung.

Die meisten der 64 von der Kündigung betroffenen Mitarbeitern hat eine Beschäftigung bei einer anderen Tochter innerhalb des Klinikkonzerns bekommen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Für einen großen Teil der 64 von Kündigung bedrohten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Sana-Klinikum deutet sich eine Lösung an. Sie sollen ein Angebot für eine Beschäftigung bei einem anderen Tochterunternehmen des Klinikkonzerns bekommen.

Das hätten zumindest die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung der Sana-Tochter DGS am Mittwoch ergeben, berichtet Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auf RGA-Nachfrage, nachdem er zuvor mit Klaus Wiendl, einem der DGS-Geschäftsführer, telefoniert hatte. Welche Konditionen angeboten werden und wie viele Mitarbeiter genau übernommen werden sollen, sei derzeit aber noch unklar, so der Oberbürgermeister: „Ich habe das so verstanden, dass es um 50 Mitarbeiter plus X geht.“

Ein Betriebsübergang, wie es ihn bei der Gründung der DGS gegeben hatte und wie der Konzernbetriebsrat es auch diesmal gerne gesehen hätte, ist dagegen offensichtlich vom Tisch. Es sehe vielmehr danach aus, dass alle 64 betroffenen Beschäftigten gekündigt würden – und einige dann vielleicht ein Angebot zur Weiterbeschäftigung bekämen, sagt die Konzernbetriebsratsvorsitzende Gudrun Hedler: „Wenn es denn eine neue Konzerntochter dafür gibt, das wissen wir ja noch gar nicht.“

Zumal der Sozialplan, der ein solches Angebot für bestimmte Angestellte festschreiben könnte, nach derzeitigem Stand nur für die DGS-Standorte gilt, die einen eigenen Betriebsrat haben. Das ist in Remscheid nicht der Fall.

Wie berichtet hat Sana angekündigt, seine Tochter DGS pro.service GmbH abzuwickeln, nach Angaben des Konzernbetriebsrates eine der wenigen Sana-Töchter, die tarifgebunden sind. Bundesweit rund 1000 Beschäftigte in der Patientenbegleitung, am Empfang und in anderen Service-Bereichen tätig würden dabei ihren Job verlieren. 64 davon in Remscheid.

„Ich erwarte weiterhin eine Lösung für alle Beschäftigten“, betonte Mast-Weisz. Es gehe um die Handlungsfähigkeit des Remscheider Krankenhauses. Aber auch um dessen Ruf: „Sana hat in der Vergangenheit viel für diese Stadt getan, ist aber gerade dabei, dieses Image zunichtezumachen.“

Betriebsrat und Geschäftsführung von DGS haben weitere Verhandlungstermine für den 12. und 20. Juli vereinbart.

Artikel vom 4. Juni 2021

Sana-Klinikum: Konzern will 64 Mitarbeiter kündigen

Das erste Verhandlungsgespräch zum geplanten Abbau von 64 Arbeitsplätzen im Sana-Klinikum ist aus Sicht des Betriebsrates enttäuschend verlaufen.

Remscheid. Danach hält die Sana-Tochter DGS Pro-Service GmbH an den Kündigungen fest. „Bis zum 31. Dezember sollen alle raus sein“, sagt Gudrun Hedler, Vorsitzende des Konzernbetriebsrates. Von einer Weiterbeschäftigung unter dem Dach der Sana AG sei keine Rede mehr.

Wie berichtet, hatte die DGS den Abbau von bundesweit 1000 Stellen unter anderem in den Bereichen Patientenbegleitung, Bettenreinigung, Hol- und Bringdienst angekündigt. Ende Mai keimte in Remscheid Hoffnung. Sana und Stadt zeigten sich „guter Hoffnung, dass eine sozialverträgliche und zukunftsfähige Lösung gefunden“ werde.

Die haben sich auf Seiten der Arbeitnehmer jetzt zerschlagen. Dazu bleibt die Frage weiterhin ungeklärt, wer die Aufgabe der gekündigten Mitarbeiter künftig im Klinikum übernimmt. Peter Lange, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes Remscheid, warnte davor, sie auf das Klinikpersonal zu verteilen. Das wäre „unverantwortlich“. -ric-

Artikel vom 20.5.2021

Ein wenig Hoffnung für Sana-Mitarbeiter nach Sonder-Sitzung

Für die von Kündigung bedrohten Beschäftigten am Sana-Klinikum deutet sich eine Lösung an.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. „Ich habe die Hoffnung, dass die meisten Mitarbeiter an Bord bleiben können“, zeigt sich Remscheids Sozialdezernent Thomas Neuhaus im Gespräch mit dem RGA vorsichtig optimistisch. Denkbar sei zum Beispiel, dass die Angestellten zukünftig bei einer neuen Firma arbeiten könnten, die die bisherigen Aufgaben übernimmt.

Nach der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Sana-Klinikum Remscheid GmbH am Dienstag habe der Klinikkonzern versichert, dass „man sich der besonderen Verantwortung als Arbeitgeberin im Gesundheitsbereich bewusst und auch guter Hoffnung sei, dass im Rahmen der Verhandlungen eine für die Mitarbeitenden sozialverträgliche und zukunftsfeste Lösung gefunden werde“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Stadt und Sana AG.

Vor rund zwei Wochen war bekanntgeworden, dass Sana Angestellte einer Tochtergesellschaft, die unter anderem im Patiententransport und am Empfang tätig sind, entlassen will. Nach aktuellen Informationen wären davon 64 Beschäftigte betroffen. Die Stadt, die als Mitgesellschafter des Remscheider Krankenhauses davon nur durch Zufall erfuhr, hatte daraufhin eine Sondersitzung des Aufsichtsrats beantragt.

In dieser Sitzung habe der Geschäftsführer der Tochtergesellschaft unter anderem erläutert, dass gesetzliche Änderungen zu den Plänen geführt hätten, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Diese würden eine Neustrukturierung erforderlich machen. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat der Tochterfirma sollen am heutigen Donnerstag beginnen und in einer Woche fortgesetzt werden, heißt es weiter.

Die Stadtspitze forderte Sana dazu auf, schnell zu klären, wie es für die Arbeitnehmer weitergehe. Und wie die betroffenen Dienstleistungen zukünftig erbracht werden sollen. „Die Stadt Remscheid erwartet, dass eine Folgebeschäftigung, die auch weiterhin tarifgebunden sein soll, sichergestellt wird“, heißt es dazu. Demnach bat Sana um Geduld für die Verhandlungen, sagte aber zu, die Stadt künftig zeitnah zu informieren.

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