Nachteile für Anwohner befürchtet

Kritik an Umbauplänen für Bahnübergänge: Einbahnstraßen sollen entstehen

Der Übergang an der Papenberger Straße könnte bald ganz den Fußgängern und Radfahrern gehören. Foto: Roland Keusch
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Der Übergang an der Papenberger Straße könnte bald ganz den Fußgängern und Radfahrern gehören.

Bei der Erneuerung der Übergänge Blumentalstraße und Papenberger Straße sollen Einbahnstraßen entstehen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Umbaupläne für die Bahnübergänge Blumenstraße und Papenberger Straße stoßen auf Kritik. Nachdem die bisherigen Planungen, die zwischen der Deutschen Bahn als Eigentümer der Gleise, den Technischen Betrieben und der Verwaltung abgestimmt wurden, im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität nur zur Kenntnis genommen wurden, setzten sich Mitglieder der Bezirksvertretung 1 (BV) durchaus kritisch damit auseinander.

Insbesondere, dass im Zuge der Umbauarbeiten einige Straßen im Umfeld der Bahnübergänge zu Einbahnstraßen werden sollen, wurde angesprochen. Als ein „bisschen unglücklich“ bezeichnete zum Beispiel Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) die Idee, die Alexanderstraße zur Einbahnstraße zu machen. Auch Sven Stamm (FDP) und Norbert Schmitz (CDU) befürchteten Nachteile für Anwohner in diesem Gebiet.

Stadtplanerin Christina Kutschaty hingegen wies darauf hin, dass die Alexanderstraße besonders eng sei und viele Anwohner mangels anderer Parkplätze ihr Auto am Rand abstellten: „Das ist de facto schon eine Einbahnstraße.“ Norbert Schmitz widersprach: Die Anwohner nähmen stets so viel Rücksicht aufeinander, dass der Verkehr in zwei Richtungen in der Regel gut funktioniere.

Remscheid: Mehr als 40 Jahre alte Technik muss erneuert werden

An den beiden Bahnübergängen muss die teils mehr als 40 Jahre alte Technik erneuert werden. Zeitgleich soll auch das Umfeld umgebaut werden. Dazu gehören vor allem barrierefreie Gehwege, in der Stachelhauser Straße soll der Gehweg zudem verbreitert werden.

Allerdings muss bei dem Umbau der sogenannte Räumbereich berücksichtigt werden. Dieser Bereich von 27 Metern ab den Schrankenanlagen muss in alle Fahrtrichtungen freibleiben, hier dürfen sich keine Rückstaus bilden. „Davon rückt die Bahn auch nicht ab“, machte Kutschaty deutlich. Dadurch würden die angedachten Änderungen in der Verkehrsführung notwendig.

So soll am Bahnübergang Blumentalstraße die Alexanderstraße eine Einbahnregelung in Fahrtrichtung Bahnübergang bekommen und die Stachelhauser Straße eine solche Regelung ab Bahnübergang bis zur Treppenstraße. Am Übergang Papenberger Straße soll die Schmalkalder Straße zur Einbahnstraße Richtung Bahnübergang werden, außerdem wird das Linksabbiegen aus der West- in die Papenberger Straße verboten.

Angedacht sei auch, dass die Schmalkalder Straße von Radfahrern entgegen der Einbahnstraße befahren werden darf, berichtete Christina Kutschaty. Das sei dann das erste Mal, dass die Regel in Remscheid angewendet würde. Die Anregung diese Möglichkeit, auch für die anderen geplanten neuen Einbahnstraßen zu prüfen, nahm sie aus der BV mit.

Remscheid: Eine Verkehrsuntersuchung müsste die Stadt zahlen

Die Idee, den Übergang Papenberger Straße ganz für den Autoverkehr zu sperren, über die der RGA am Mittwoch erstmals berichtete, sorgt bei einigen Lesern für Ärger, wie Leserbriefe zeigen, die die Redaktion erreichen. Eine solche Änderung ermögliche es, den gesamten Bahnübergang fuß- und fahrradverkehrsfreundlich zu gestalten, heißt es dazu in einer Mitteilungsvorlage. Zudem müsste die Schmalkalder Straße dann nicht zur Einbahnstraße werden. Da die Auswirkungen einer solchen Sperrung auf die Umgebung jedoch erheblich sein könnten, bräuchte es dafür zuvor eine Verkehrsuntersuchung.

Die müsste die Stadt selber bezahlen. Während der sonstige Umbau der Übergänge weitgehend kostenneutral für Remscheid verlaufe, wie Christina Kutschaty erklärte. Von der eigentlich geltenden Regelung, nach der Bahn, Land und Kommune je ein Drittel der Kosten übernimmt, sei man derzeit befreit. Das gelte allerdings nicht für Sonderwünsche, wie der von der BV angedachten Zugang zur nahe gelegenen Trasse des Werkzeugs.

Hintergrund

Dass die beiden Bahnübergänge umgebaut werden, geht auf einen Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses aus dem Jahr 2018 zurück. Damals hatte die DB Netz AG mitgeteilt, „dass ein Neubau der beiden Bahnübergänge in Remscheid zwingend erforderlich ist, da die Anlagen veraltet sind und die Sicherungstechnik störanfällig geworden ist“. Der Ausschuss stimmte damals einstimmig dafür. Als benötigten Zeitraum für die anschließenden Planungen wurden rund fünf Jahre angesetzt.

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