Kritik an Veranstalter

„Liebe und Musik“-Festival: Braucht es komfortable Sitzmöbel?

Sitzanordnung auf dem Schützenplatz: Stühle markieren den Bereich, in dem sich die Gäste coronagerecht aufhalten dürfen. Foto: Michael Schütz
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Sitzanordnung auf dem Schützenplatz: Stühle markieren den Bereich, in dem sich die Gäste coronagerecht aufhalten dürfen.
  • Andreas Weber
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Konzertreihe auf dem Schützenplatz Remscheid startet mit Kritik. Getränke gibt´s nur mit Hilfsmittel - und auch der Begriff „Lounge“ war missverständlich, räumt der Veranstalter ein.

Remscheid. Dem einen waren die Stühle zu hart, dem nächsten das Parkhaus im Allee-Center zu weit weg, anderen stanken das bargeldlose Bezahlsystem, die hohen Preise in der Gastro und dass ein Handy vonnöten ist, um Getränke und Snacks zu bestellen. Überhaupt, so kulminierte die Kritik: Von Lounges beim „Liebe und Musik“-Festival könne keine Rede sein.

In den sozialen Netzwerken ärgerten sich Besucher des Auftaktkonzertes der Konzertreihe auf dem Schützenplatz über dieses und jenes. Der Begriff Lounge, der beim Ticketkauf online verwendet wird, sei in der Tat irreführend gewesen, räumt Veranstalter Sebastiao Pembele in einer Stellungnahme bei Facebook ein „Missverständnis“ und „Kommunikationsproblem“ ein.

„Unser ursprüngliches Konzept war an die ersten coronakonformen Konzerte in 2020 in London und Berlin angelehnt. Diese sahen einen separaten Bereich für je zwei Stühlen, umrandet von Cola-Kisten oder Mannesmann-Gitter vor. Das sollten die Lounges sein, welche in dem Genehmigungsverfahren wiederzufinden sind.“ Nur hätte sich diese Boxen/Kisten-Lösung bei anderen Open Airs als problematisch erwiesen. Um den Abstand zu wahren, stellt „Liebe und Musik“ Stühle auf, die mit Markierungen umrandet sind.

„Liebe und Musik“-Festival: Während die einen Gäste meckern, wissen andere die gebotene Kultur zu schätzen

Dass das Sitzmöbel unbequem sei, lässt Pembele nicht gelten. „Dieser ergonomisch geformte Stuhl bietet hohen Sitzkomfort, die optimale Position der Rückenlehne bietet bei längerem Gebrauch einen ungestörten Veranstaltungsgenuss.“ Sebastiao Pembele verweist darauf, dass Festivals gemeinhin in aufrechter Position verbracht werden. „Aufstehen und Tanzen ist ausdrücklich erwünscht.“

Die meisten Gäste wissen zu schätzen, welche kulturelle Abwechselung ihnen auf dem Schützenplatz nach 17 Monaten Abstinenz geboten wird. So schreibt Jacqueline Görn auf Facebook: „Mal ehrlich: Die Preise zahle ich normalerweise für einen Stehplatz, in der Regel sogar mehr. Daher bin ich froh, mich überhaupt hinsetzen zu können, denn bei einem Konzert tanze ich. Wenn die, die hier meckern, eine richtige Lounge wollen, kann sich keiner mehr ein Ticket leisten.“

Auch eine andere Facebook-Nutzerin kann die Nörgelei nicht hören: „Leute, was ist los mit euch? Hat Corona euch verwöhnt oder eure Erwartungen nach oben geschraubt?“ Dass man bei einem Open Air stehe, sei normal. „Dann zu jammern, dass es keine Tische für die Getränke gibt und man bei schlechtem Wetter nass wird, ist ein Witz. Ich finde es Luxus, einen Sitzplatz zu haben, genügend Platz sich frei zu bewegen und die Getränke zum Platz gebracht zu bekommen.“ Am Sonntagabend standen Kasalla auf der Bühne beim „Liebe und Musik“-Festival in Remscheid - allerdings auch kein ganz ungetrübtes Vergnügen.

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